Bei Schindele rückt wieder ein Familienmitglied in Geschäftsleitung
Von Helga Michel Baiersbronn. Die Ära der Fremdgeschäftsführung bei der Firma Schindele geht zu Ende. Mit Markus Schindele ist seit Anfang des Jahres wieder ein Familienmitglied in der Geschäftsführung.Wolfgang Weining, der seit 2001 gemeinsam mit Rolf Finkbeiner an der Spitze des Unternehmens steht, geht Ende Februar in den Ruhestand. Rolf Finkbeiner, der seit 37 Jahren für das Unternehmen tätig ist, bleibt noch bis Ende des Jahres, dann hat auch er die Altersgrenze erreicht.
Die Familie Schindele habe beschlossen, die Ära Fremdgeschäftsführung zu beenden und mit Markus Schindele wieder ein Familienmitglied in der Geschäftsführung zu platzieren, das einen "hervorragenden Background" mitbringe, so Weining. Der 26-jährige Markus Schindele hat in Konstanz Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Logistik und Management studiert. Danach war er in der Sanitärindustrie und bei einigen Großhändlern für Haustechnik tätig, um sein theoretisches Wissen mit Praxiserfahrung zu ergänzen. Der Nachfolgeprozess, so der Diplom-Betriebswirt (FH) Markus Schindele, sei 2007 eingeleitet worden. Seitdem stehe er in kontinuierlichem Kontakt zum Unternehmen und habe seine berufliche Laufbahn auf den Einstieg in die Geschäftsführung ausgerichtet. Die Marktposition von Schindele festigen und ausbauen, ist das Ziel von Markus Schindele, der vor allem in Lothringen noch weiteres Potenzial sieht.
Zum Unternehmen gehören die Geschäftsbereiche Heizung, Sanitär, Fliesen, Küchen sowie Bedachungen. Die Firma Schindele beschäftigt zurzeit 128 Mitarbeiter im In- und Ausland, davon zwölf Auszubildende. 18 Lastwagen und 33 Autos gehören zum Fuhrpark. In der elsässischen Filiale in Hagenau, die 2005 mit zwei französischen Mitarbeitern an den Start ging, sind inzwischen 23 beschäftigt. Der Standort Hagenau ist weiterhin eine unselbstständige Niederlassung, die voll zu Baiersbronn gehört.
"Den Wechsel von der alten Geschäftsführung zur neuen toppen wir mit einem Abschiedsgeschenk", sagt Wolfgang Weining fröhlich. Die Firma habe sich seit 2001 positiv entwickelt, und das Jahr 2011 sei mit einem neuen Umsatzrekord, knapp 28 Millionen Euro, beendet worden.
Aufgesattelt hat das Unternehmen auch in Sachen Ausbildung – neben der Ausbildung zu Groß- und Einzelhandelskaufleuten, Bürokaufleuten, Fachkräften für Lager und Logistik sowie EDV-Kaufleuten engagiert es sich heute auch in der dualen Hochschulausbildung.
Die Kunden kommen aus ganz Baden-Württemberg, aber auch aus dem Elsass und Teilen von Lothringen. Dabei ist die Firma zu 95 Prozent im Großhandel und zu fünf Prozent im Einzelhandel – im Bereich Küchen und Fliesen am Standort Baiersbronn – tätig.
Wolfgang Weining bleibt Baiersbronn auch im Ruhestand treu: Er behält seinen Erstwohnsitz in Esslingen und den zweiten in der Murgtalgemeinde. Schließlich habe er hier viele Freunde und Bekannte gewonnen. Rolf Finkbeiner steht Markus Schindele mit seiner Erfahrung noch bis Ende des Jahres zur Seite.