Im Forst soll in die Jungbestandspflege investiert werden. Archiv-Foto: Michel Foto: Schwarzwälder Bote

Gemeinderat: Geld soll verteilt auf mehrere Jahre vorrangig für die Jungbestandspflege verwendet werden

Die Gemeinde Baiersbronn wird die erhaltene Bundeswaldprämie in Höhe von 186 647 Euro in den kommenden drei Jahren wieder in ihren Gemeindewald investieren.

Baiersbronn. Mit drei Enthaltungen stimmte der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung dem Vorschlag der Verwaltung zu, die erhaltene Nachhaltigkeitsprämie nicht – was grundsätzlich möglich wäre – dem Haushalt ­der Gemeinde zuzuführen, sondern die erhaltenen finanziellen Mittel vorrangig für die Jungbestandspflege einzusetzen.

Bürgermeister Michael Ruf erklärte, dass dem Gemeindeforstbetrieb für das Jahr 2021 die Prämie zum Erhalt und zur nachhaltigen Bewirtschaftung der Wälder einmalig als Beihilfe zugeflossen sei. Gemeindeförster Jan Meirle führte aus, dass die Jungbestandspflege ein zentrales waldbauliches Steuerungselement sei. Hier könnten in Baiersbronn durch den Einsatz der Gelder die Rückstände der vergangenen Jahre aufgeholt werden. Aufgrund von Einsparungen seien im Teilhaushaltsplan des Gemeindeforstbetriebs für 2021 zunächst keine Haushaltsmittel für die Jungbestandspflege eingestellt worden.

Zu den geplanten 16 000 Euro aus der Bundeswaldprämie könnten in diesem Jahr zusätzlich noch rund 14 000 Euro eingesetzt werden, ohne das geplante Forstbetriebsergebnis zu verschlechtern, teilte Meirle mit. "Dies ist dem guten Holzpreis, der im Moment erzielt wird, geschuldet", so der Gemeindeförster.

Er stellte auch die geplante Aufteilung der erhaltenen Bundeswaldprämie für die nächsten Jahre vor. So sollen in den kommen drei Jahren rund 96 000 Euro in die Jungbestandspflege fließen, 60 000 Euro in die Wegunterhaltung, 12 000 Euro in die Werkzeugbeschaffung und Fortbildung sowie rund 19 000 Euro in die Regiejagd.

Erwin Zepf (CDU) betonte, dass er es für eine "wunderbare" Sache halte, das erhaltene Geld auch wieder in den Wald zurückfließen zu lassen. "Die Versäumnisse in der Jungbestandspflege hat nicht der Gemeinderat zu verantworten, das möchte ich ganz klar sagen", so Zepf. Er regte an, weiterhin aktiv in Sachen Waldumbau zu bleiben.

Michael Ruoss (CDU) fragte nach Möglichkeiten, durch eine entsprechende Umverteilung in diesem Jahr einen noch höheren Geldbetrag in die Jungbestandspflege einfließen zu lassen. Gerhard Gaiser (SPD) sprach von einem großen Nachholbedarf in der Jungbestandspflege. Er wünsche sich, dass noch in diesem Jahr entsprechend viele Flächen aufgearbeitet werden. Dies solle mit dem Gemeinderat abgestimmt werden. "Wie wird das Ganze personell umgesetzt?", fragte er weiter nach.

Jan Meirle erklärte, dass in der Forsteinrichtung bereits die Flächen für die Jungbestandspflege festgelegt wurden. Daher halte er, wie auch Bürgermeister Ruf, eine Beratung im Gemeinderat für nicht notwendig. "Wir sollten alles mal auf den Stand bringen, und dann können wir gerne über zusätzliche Flächen nachdenken", sagte Meirle.

Unternehmen übernehmen Arbeiten

Die Arbeiten für die Jungbestandspflege würden überwiegend oder ausschließlich von Unternehmen ausgeführt. "Bitte überwachen Sie dann auch die ordentliche Ausführung der Arbeiten", forderte Fritz Kalmbach (CDU). Auf eine Frage von Ludwig Wäckers (BUB) bestätigte der Revierförster, dass der Großteil der angesetzten Kosten für die Regiejagd für die Übernahme der Hochsitze verwendet werde.

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