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Baiersbronn Von der Weisheit alter Menschen lernen

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Als ich meine Uroma, 95 Jahre alt, im Pflegeheim besuchte, erzählte sie mir, dass man früher mit 14 Jahren seinen Abschluss hatte. Bei uns Schülern heute ist das nicht mehr so. Uns fielen noch mehr Unterschiede zwischen früher und heute ein.

Unser Gespräch hat mit der Schule angefangen, wobei deutlich wurde, dass die Schule früher strenger war als heute, jedoch haben die Schüler heutzutage länger Schule als die Schüler damals. Heute haben wir manchmal sogar bis um 17 Uhr Unterricht. Früher hatten die Schüler nur bis um 12 Uhr Schule, dafür aber auch samstags.

Außerdem hatten sie viel weniger Unterrichtsfächer, als wir heute haben. Die grundlegenden Fächer wie zum Beispiel Mathe, Deutsch oder Sport gab es schon damals, doch Sprachen wie zum Beispiel Englisch, was bei uns sogar als Hauptfach zählt, waren damals unvorstellbar.

Hausaufgaben sind heute wie früher Pflicht, doch heute ist es nicht schlimm, wenn man einmal die Hausaufgabe nicht hat, da es viel mehr Fächer gibt und sich somit die Hausaufgaben auch häufen. Die Schüler haben die Hausaufgaben damals gemacht, denn sie mussten folgen. Das ist ein deutliches Zeichen für die Strenge an den Schulen früher. Als ich meine Uroma gefragt habe, wie die Notengebung damals war, meinte sie nur, dass es früher nicht so häufig Noten gab, und wenn, dann war die Notengebung vom gleichen System wie heute, nämlich die Noten von eins bis sechs.

Heute gibt es verschiedene Abschlüsse wie Abitur, mittlere Reife, Hauptschulreife und die Fachhochschulreife. In der Vergangenheit gab es nicht so viele verschiedene Abschlüsse, sondern nur den Abschluss der Volksschule, den es heute nicht mehr gibt.

Alte Sachen, Traditionen und Menschen können uns viel über die Vergangenheit erzählen

Als wir über die Familie gesprochen haben, kam heraus, dass es so etwas wie Heiratsanträge noch nicht gegeben hat, sondern Heiraten selbstverständlich war, sobald man einen Partner gefunden hatte. Da es so etwas wie Dating- Apps noch nicht gab, lernte man sich in der Wirtschaft, auf dem Feld, durch Freunde oder bei der Arbeit kennen. Wie ist das heute? Bis auf einige Ausnahmen ist es meistens so, dass Heiratsanträge gemacht werden und die Hochzeit dann gründlich geplant wird, bis sie dann auch stattfindet. Nach dem Heiraten ist der nächste Schritt im Leben bei den meisten Paaren Kinderbekommen. Viele Paare bekommen heute schon vor dem Heiraten Kinder. Früher war das verboten. Heute gibt es Frauen, die ihre Kinder mit 40 oder noch später bekommen. Das ist ganz normal, doch früher bekam man im Alter von 20 bis 25 seine Kinder. Heute studieren Frauen in diesem Alter erst, und bekanntlich kommt danach erst die Kinderplanung.

Am Schluss erzählte sie mir, dass sie mit ihren Freundinnen und Freunden oft in den Wald gegangen ist, dort haben sie Verstecken und Fangen gespielt, Hütten aus Ästen gebaut und vieles mehr.

Ich fragte sie nach typischen Gerichten von früher. Sie meinte, alles was man selbst anbauen konnte, also Gemüse. Oder frische Milch direkt von der Kuh des Nachbarhofs, Fleisch vom Metzger oder Eier von den eigenen Hühnern. Am Schluss sagte sie, dass Kartoffeln das Grundnahrungsmittel waren, da man so viel mit ihnen machen kann: anbraten zu Bratkartoffeln, in den Ofen schieben für Ofenkartoffeln, einen Auflauf daraus machen und, sie lachte, Kartoffelsalat machen – Uromas ist meiner Meinung nach der beste.

Als ich sie nach ihrem Führerschein gefragt habe, sagte sie, dass sie in ihrem Leben noch nie Auto gefahren ist, weil sie keinen Führerschein hat. Das war für mich unvorstellbar, denn wer hat heute keinen Führerschein? Von Beruf war meine Uroma Kulturarbeiterin. Dieser Beruf war damals oft vertreten. Genau wie handwerkliche Berufe, wie zum Beispiel Schreiner und Tischler.

Mit diesem Text möchte ich deutlich machen, dass alte Sachen, Traditionen und Menschen uns viel über die Vergangenheit erzählen können. Wenn man sich darauf einlässt, kann es sehr interessant sein. Meine Familie wohnt jetzt in einem Haus, das meine Uroma mit ihrer Familie mühsam gebaut hat. Ich bin stolz und ich finde, das kann jeder sein, egal auf was. Wir können unseren Vorfahren dankbar sein für das, was sie uns hinterlassen haben, denn darauf können wir aufbauen.  Die Autorin besucht die Klasse 8b des Richard von Weizsäcker-Gymnasiums in Baiersbronn.

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