Bricht Ende August auf nach Bolivien: Ann Kristin Gildhoff Foto: Hilbert Foto: Schwarzwälder-Bote

Ann Kristin Gildhoff engagiert sich nach dem Abitur im Freiwilligendienst in einem Kinderheim

Von Melanie Hilbert

 

Baiersbronn. Nach dem Abitur ins Ausland – die Baiersbronnerin Ann Kristin Gildhoff zieht es für elf Monate nach Bolivien. Dort wird sie einen Freiwilligendienst in einem Kinderheim ableisten.

Für die 18-jährige Ann Kristin Gildhoff war es schon immer klar, dass sie nach dem Abitur ins Ausland möchte. Am liebsten nach Südamerika. Und so macht sie sich nun, nach erfolgreichem Abschluss des Gymnasiums in Baiersbronn, auf die Reise nach Bolivien.

Ende August geht das Abenteuer los. Sie wird in Sucre, der konstitutionellen Hauptstadt Boliviens, elf Monate leben und arbeiten. Dort absolviert die Abiturientin, die bisher kaum Spanisch spricht, einen Freiwilligendienst im Rahmen des Internationalen Jugendfreiwilligendiensts (IJFD). Der IJFD ist der internationale Partner des mit Aussetzung der Wehrpflicht eingeführten Bundesfreiwilligendiensts. Gefördert wird dieser Dienst vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Dennoch muss Ann Kristin Gildhoff einen Eigenbeitrag von 345 Euro pro Monat leisten.

Es sei ihr wichtig, in ihrem Jahr im Ausland ehrenamtlich zu arbeiten und von einer erfahrenen Organisation unterstützt zu werden, so die junge Frau. Bei ihrem Vorhaben erhält Gildhoff die volle Unterstützung ihrer Familie und ihrer Freunde. Ohne diese hätte sie ihren Plan vermutlich nicht in die Tat umgesetzt, meint die 18-Jährige.

Ihr Einsatzort in Sucre ist das Kinderhilfswerk "Hogar del Menor", das Sozialwaisen aufnimmt. Wie sie von der Volontärin, die derzeit noch in dem Kinderheim arbeitet, erfahren hat, werden Hausaufgabenbetreuung der vier bis 19 Jahre alten Jungen und die Freizeitgestaltung zu ihren Aufgaben gehören. Durch das Organisieren von Jugendgottesdiensten und die Betreuung von Kindern in einem internationalen Feriencamp hat die Baiersbronnerin schon Erfahrungen im Umgang mit Kindern gesammelt. Jedoch sei dies nicht Voraussetzung für die Teilnahme an dem Programm, erklärt sie.

Wenige Wochen vor Abflug überwiegt die Vorfreude darauf, was auf sie zukommen wird. Aber auch Wehmut sei dabei, da dies das Ende eines Lebensabschnitts bedeute, so Ann Kristin Gildhoff nachdenklich. Nach dem Abitur zieht es nun viele ihrer Freunde in die weite Welt hinaus oder in andere Städte, um ein Studium anzutreten.

Für Bolivien hat sie bisher keine großen Pläne, denn sie will dort für alles offen sein. Fest vorgenommen hat sie sich aber, in ihren Urlaubstagen zu reisen. In Bolivien gebe es so viel zu sehen, da müsse man sich dann vor Ort genau überlegen, was man machen möchte, sagt die Abiturientin voller Vorfreude.

In Seminaren zur Vorbereitung des Auslandsaufenthalts, bei denen Grundkenntnisse der pädagogischen und interkulturellen Arbeit vermittelt wurden, lernte Ann Kristin Gildhoff schon andere Teilnehmer des Projekts kennen. In manchem wird sich die junge Frau kaum umstellen müssen: Das Klima in Bolivien ist ähnlich wie in Deutschland, und ihre Arbeitszeiten sind mit denen hierzulande zu vergleichen. Auch erhalten die Volontäre Hilfestellung bei der Organisation von Visum und Flug.

Nach dem Jahr in Bolivien strebt sie ein Studium an, bevorzugt Jura mit internationalem Schwerpunkt. Die Abiturientin will dafür in Deutschland bleiben, allerdings möglichst nicht zu nah an ihrem Heimator, denn "es ist sinnvoll, alles mal auszuprobieren und vieles zu sehen", so die zukünftige Volontärin.

Weitere Informationen: tine-in-bolivia.blogspot.de