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Baiersbronn Trubel macht Anliegern zu schaffen

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Für den Stöckerkopf und das Sankenbachtal soll ein Konzept erarbeitet werden. Foto: Gemeinde

Baiersbronn - Das Sankenbachtal und der Stöckerkopf sind beliebte Ziele von Wanderern und Fahrradfahrern. Doch der zunehmende Tourismus und die damit einhergehenden Verkehrsprobleme auf der engen Straße sind insbesondere für die Anlieger ein großes Problem.

Beim gemeinsamen Anlieger-Workshop wurden erste Anregungen gesammelt und Meinungen dazu geäußert, wie die Zukunft des Sankenbachtals und des Stöckerkopfs aussehen könnte. Die Schwarzwaldhalle war gut besucht. Nicht nur Anwohner waren gekommen, sondern auch weitere interessierte Baiersbronner.

Tourismusdirektor Patrick Schreib machte deutlich, dass man sich aktuell in der Anfangsphase der Planungen befinde. Wie bei vielen Projekten sei der Gemeinde eine transparente Bürgerbeteiligung von Beginn an wichtig. "Wenn Sie heute Abend erwarten, dass wir Ihnen ein Konzept vorstellen, liegen Sie falsch", so Schreib. Gemeinsam mit Anliegern und Einwohnern wolle man erarbeiten, was im Sankenbachtal künftig passieren soll. Dieser Prozess werde sich über verschiedene Stufen hinziehen.

"Klar ist aber auch, dass Gäste im Sankenbachtal sein werden, dies muss in geordneten Bahnen verlaufen", so Schreib. Der Hausberg der Gemeinde sei schon immer ein Freizeitberg gewesen. Es werde sicher keine Schranke geben. Das Gebiet solle nicht wieder zur Wildnis werden. Schreib: "Wir suchen ein nachhaltig funktionierendes Konzept."

Als Experten begrüßte er Philipp Krass vom Planungsbüro "berchtoldkrass" aus Karlsruhe sowie Verkehrsplanerin Alexandra Diewald von den dwd-Ingenieuren, die zusammen mit den RMP-Landschaftsarchitekten im Dreierteam ein Konzept zum Stöckerkopf erstellen werden.

Philipp Krass übernahm die Moderation und erklärte die beabsichtigten Schritte: "Zunächst müssen wir feststellen, was das Gebiet überhaupt verträgt und wie wir steuernd darauf einwirken können." Anhand von Nutzungs-, Landschafts-, Aktivitäts- und Verkehrsanalysen wolle man Synergien und Konflikte herausarbeiten.

In der folgenden Diskussionsrunde wurden anhand von Fragen die Meinungen und Sorgen sowie die Wünsche der Workshop-Teilnehmer erörtert und notiert. Gemeinderat Ingo Christein eröffnete die Runde und warf die Frage auf, ob man eine Sesselbahn überhaupt brauche oder auch eine Elektrobahn denkbar sei. "In der Vergangenheit haben die Parteien Hüttenbetreiber, Sesselbahn und Talstation gegeneinander gearbeitet. Der Berg sollte in Zukunft in einer Hand sein", sagte Christein. "Es geht im Sankenbachtal darum, Ruhe und Natur zu genießen. Wir brauchen dort keine Highlights für unser touristisches Angebot", so die Aussage eines anderen Bürgers. "Was können wir uns überhaupt leisten?", lautete die Frage eines weiteren Teilnehmers.

Ein wichtiger Tourismus-Baustein

Ernst Klumpp fragte nach der Bedeutung des Stöckerkopfs für den Tourismus. Viele ältere Menschen würden in Baiersbronn Urlaub machen. Für diese sei der Stöckerkopf schwer zu erreichen. Der Stöckerkopf sei einer von vielen wichtigen Bausteinen für den Tourismus in Baiersbronn, stellte Patrick Schreib fest.

Insbesondere die Verkehrsprobleme wurden in der Diskussion angesprochen. Viele berichteten von stark zunehmendem Verkehr und sprachen die Gefahrenstellen bei der Einfahrt ins Sankenbachtal an. Die Parkplätze seien am Wochenende hoffnungslos überfüllt. Besonders der Parksuchverkehr wird als störend empfunden. "Viele fahren rein, finden keinen Parkplatz, fahren wieder raus, halten auf der Straße oder parken wild", hieß es aus den Reihen der Bürger.

"Ich wünsche mir keinen Eventtourismus dort, sondern, dass die Wege so bleiben, einen sanften Tourismus und eine Sesselbahn, mehr nicht", sagte eine Anwohnerin. "Für uns Anwohner ist das kein Erholungsgebiet mehr, wir müssen das Juwel erhalten und die Flora und Fauna schützen", lautete eine weitere Aussage.

Schreib fasste zusammen, dass es verkehrslenkende Maßnahmen geben müsste, ein Parkierungskonzept und auch eine öffentliche Toilette. Eric Bayer, Betreiber der Sankenbach-Lodge, bezeichnete sich als Vertreter des Eventtourismus. "Das wilde Parken und der Verkehr kommen nicht von mir. Wir holen junge Gäste nach Baiersbronn. Diese kommen auch mal mit ihren Familien wieder. Wir tun damit etwas für den nachhaltigen Tourismus."

Kritisch sahen einige den Tagestourismus. Er spiele eine wichtige Rolle für den Ort, viele Baiersbronner seien darauf angewiesen, erklärte Patrick Schreib.

Als unattraktiv wurde die Einfahrt ins Sankenbachtal beschrieben. "Die alte Krone und das ehemalige Café Klumpp sind nicht im Besitz der Gemeinde, der Besitzer möchte einen Parkplatz dort bauen", sagte Schreib. Mit Blick auf die Gartenschau werde sich aber an vielen Stellen etwas tun. Ebenfalls Thema waren Unfallschwerpunkte sowie die zunehmende Vermüllung und Verunreinigung der Felder.

Bürgermeister Michael Ruf, der später dazukam, betonte in seinem Schlusswort, dass gegenseitige Rücksichtnahme generell wichtig sei. "Bitte kontaktieren Sie uns bei Anregungen oder Fragen direkt und glauben Sie nicht irgendwelchen Gerüchten in Baiersbronn, die meist gar nicht stimmen", so sein Appell. Auch für das Sankenbachtal wolle man gemeinsam gute Lösungen finden. Die Experten zeigten sich zufrieden mit den Ergebnissen und werden nun ein Konzept erarbeiten, das noch in diesem Jahr öffentlich vorgestellt werden soll.

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