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Baiersbronn Trotz Jubiläum diesmal keine Feier

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Der Gedenkstein auf dem Schliffkopf nach der Sanierung im Jahr 2008. Archiv-Foto: Schmieder Foto: Schwarzwälder Bote

Die Feier am Gedenkstein auf dem Schliffkopf für die gefallenen Skiläufer des Schwäbischen Skiverbands in den beiden Weltkriegen fällt in diesem Jahr, bedingt durch die Corona-Vorgaben, aus. Dabei wäre es diesmal eine besondere Feier gewesen. Denn der Gedenkstein wurde vor 100 Jahren eingeweiht.

Baiersbronn/Schliffkopf. Statt der sonst alljährlich am Totensonntag stattfindenden Feier wollen sich die Verantwortlichen des SV Baiersbronn auf eine Kranzniederlegung vor Ort beschränken, heißt es in einer Mitteilung des Vereins. Die damit verbundene Feier und damit das Jubiläum soll auf das kommende Jahr verschoben werden.

Zum Jubiläum wirft der SV Baiersbronn einen Blick zurück in die Geschichte. Aus historischen Überlieferungen zur Geschichte des Gedenksteins ist zu entnehmen, dass das Gelände wie auch der Stein damals von der Gemeinde Baiersbronn dem Schneeschuhbund überlassen wurde. Dieser übernahm die Kosten in Höhe von 4519 Mark, sichergestellt durch eine Schenkung. Erbaut wurde das Denkmal unter der Federführung des Schneeschuhvereins Baiersbronn, der später als Sparte Ski in den Sportverein Baiersbronn übergegangen ist.

Es galt, einen 32 Tonnen schweren Fels in Form einer Raute von seinem Fundort 300 Meter auf einer Gleitbahn von Stämmen zur Höhe zu walzen und dort aufzurichten. Eine Riesenarbeit, die von acht Männern, Werkleuten, Holzfällern, Maurern und Steinmetzen unter der Führung des Werkmeisters Kläger geleistet wurde. Um die Kosten zu verringern, hatten sie sich vier Monate lang in einer nahe gelegenen Hütte einquartiert. Kläger hatte sich zuvor schon mit dem Bau der Bergergrundschanze einen Namen gemacht.

Seit 100 Jahren ragt der Stein – 5,5 Meter hoch und 4,5 Meter breit – aus dem Boden über den Höhen des Schliffkopfs heraus. Am 31. Januar 1920 wurde der Gedenkstein eingeweiht.

Der Einweihung voraus ging ein Mannschaftswettlauf auf Schneeschuhen vom Start in Freudenstadt über Salzleckerweg, Kniebis, Alexanderschanze und Zuflucht zum Ziel Schliffkopf. Sieger wurde die Mannschaft des Schneeschuhvereins Baiersbronn in der Zeit von zwei Stunden und 28 Minuten.

Versprechen im Namen der Gemeinde

Nach dem Lauf und einer Stärkung in der Baiersbronner Hütte sammelte man sich um 15 Uhr um den Stein. "Der Himmel war trüb, Nebel lag über dem Tal und ein kalter Wintersturm fegte über die Höhen, ein Wetter wie es so recht zu der Stimmung derer passte, die herbeigekommen waren, das Totenmal zu weihen. Es waren lauter kräftige, wetterharte Gestalten, Männer und Frauen, etwa 80 an der Zahl. Als jüngste Teilnehmer waren die Kinderchen des Zufluchtswirts Schmelzle auf ihren kleinen Schneeschuhen angetrippelt gekommen", heißt es in der Beschreibung Paul Dinkelackers.

Die Rede hielt der damalige Vorsitzende des Schwäbischen Schneeschuhbunds, Paul Dinkelacker, Grußworte gab es von Hermann Borst vom Württembergischen Schwarzwaldverein, von Turnlehrer Rupp für die Schwäbische Turnerschaft, von Max Höflinger für den Verein Württembergische Gebirgsschützen und Oberreallehrer Mögling. Dieser versprach im Namen der Gemeinde Baiersbronn, über den Stein zu wachen und ihn in Obhut zu nehmen. Dinkelacker schloss mit den Worten, angesichts der 500 gefallenen Skiläufer nicht zu verzagen und sich angesichts der schweren Zeit nicht zu Boden drücken zu lassen, sondern "aufrecht zu stehen in Sturm und Wetter so wie der Fels". Damit war die schlichte und stimmungsvolle Feier zu Ende, und die Teilnehmer zogen mit ihren Schneeschuhen teils zum Kniebis, teils nach Obertal.

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