Herzlichkeit strahlte Sänger Rudy Giovannini bei seinem Konzert in der Münsterkirche aus. Foto: Maier

Glanzvolles Weihnachtskonzert in der Münsterkirche / Rudy Giovannini berührt mit seinem Gesang die Gemüter

Baiersbronn-Klosterreichenbach - Ein glänzendes Weihnachtskonzert gab Startenor Rudy Giovannini in der voll besetzten Münsterkirche in Klosterreichenbach. Der Südtiroler schnürte ein Geschenkpaket mit 24 facettenreichen Titeln auf.Seine Credo lautet: "Man muss mit dem Herzen singen." Mit seiner fantastischen Stimme berührte er die Gemüter. 350 begeisterte Zuhörer dankten dem Sänger mit Standing Ovations.

In das altehrwürdige Gemäuer kämen die Gläubigen seit 926 Jahren zum Beten, so Pfarrer Albrecht Schäfer, aber "Rudy war noch nicht da". Schäfer dankte dem Ehepaar Ilse und Horst Schneider für die Organisation in Zusammenarbeit mit Fanclubleiterin Gudrun Lutz aus Salzstetten.

Mit "Ach ich hab’ in meinem Herzen da drinnen" aus der Oper "Schwarzer Peter" streichelte der Gesangskünstler die Seelen seiner Fans. Er forderte dazu auf, an die Liebe zu glauben und auf das Glück zu bauen. Andächtig interpretierte er den Franz Schubert-Klassiker "Ave Maria". Heiter und beschwingt legte er "Aber heidschi bumbeidschi" auf.

Seine ganze Klasse als ausgebildeter Opernsänger spielte der 37-Jährige beim "Wolgalied" aus der Operette "Der Zarewitsch" aus. Dieses Stück widmete er seinem väterlichen Freund Luciano Pavarotti, den er drei Monate vor dessen Tod mit diesem Lied beschenkte. In seiner Hymne an die Schöpfung "Wie groß bist du" verneigte sich der Grand-Prix-Sieger vor dem Gott der Christenheit, an den er seit Kindheitstagen glaubt.

Erinnerungen an seine Jugendzeit rief er wach in einem musikalischen Brief an den Weihnachtsmann. Als Kind armer Eltern in Leifers nahe Bozen habe er sich über ein paar Schuhe, die unterm Christbaum lagen, unbändig gefreut. Beifallsstürme erntete er für den selbst geschriebenen Titel "Der Engel von Marienberg", mit dem Vincent & Fernando den Grand-Prix-Gipfel erreichten. Gudrun Lutz widmete er "Märchen aus der Kinderzeit". Im Bolero-Rhythmus taktete er die "Zeit".

Rudy Giovannini, für den Deutschland zur zweiten Heimat geworden ist, bekannte sich zu seinem Lieblingslied "Der kleine Trommler". Mit "Zünd eine Kerze an und denk an mich" suchte er Nähe zu seinen Freunden.

Er besang das Blühen einer Christrose nach Robert Stolz, und mit "Hör‘ die Glocken" läutete er die Weihnachtszeit ein. Alle Konzertbesucher stimmten nach dem zweistündigen niveauvollen Liederreigen in das Lied "Stille Nacht" ein. Da musste auch so manche Träne getrocknet werden. Am 20. Dezember im kommenden Jahr gibt Rudy Giovannini wieder ein Weihnachtskonzert in Klosterreichenbach.