Die Standorte der Kreuze sollen auch abseits der Gottesdienste die Möglichkeit schaffen, sich von der Osterbotschaft berühren zu lassen. Fotos: Kirchengemeinde Foto: Schwarzwälder Bote

Religion: Stationen greifen biblische Geschichten auf und erzählen von der Osterbotschaft / Bläser spielen einzeln

Die Corona-Krise macht erfinderisch. Bereits im vergangenen Jahr hatte sich die evangelische Kirchengemeinde Obertal einen Kreuzweg einfallen lassen, um ein Zeichen zu setzen. Nun gibt es eine weitere Auflage.

Baiersbronn-Obertal. "Schmerzlich denken wir an das vergangene Jahr zurück, dort durften an Ostern keine Gottesdienste aufgrund der Corona-Pandemie gefeiert werden. In diesem Jahr ist es aber möglich", sagt Thomas Brucker, Vorsitzender des Kirchengemeinderats Obertal.

Als im vergangenen Jahr die Idee entstand, mit den Kreuzen zu den Menschen zu kommen, war der Obertaler Kreuzweg geboren. In diesem Jahr haben nun Mitglieder der Kirchengemeinde wieder sieben Kreuze über den ganzen Ort verteilt aufgestellt, um ein Zeichen der Hoffnung zu setzen.

Spaziergang führtvom Tannenfels bis nach Buhlbach

"Wir wollen einen Ort zur Besinnung schaffen und den Menschen mit diesem Rundgang die Möglichkeit bieten, Ostern persönlich zu erleben", sagt Brucker. Die Standorte der Kreuze könnten Orte sein, an denen Osterlieder erklingen oder die Osterbotschaft hörbar und sichtbar wird. Die Kreuze können sowohl einzeln in den verschiedenen Parzellen besucht werden oder auf einem Spaziergang, der rund drei Kilometer lang vom Tannenfels bis nach Buhlbach führt.

"Einzelne Bläser, so wie es die Corona-Vorschrift erlaubt, werden an Karfreitag und Ostersonntag an den Kreuzen spielen", kündigt Brucker an. Als Andenken gibt es Karten mit einem Ostergruß und kleine Kreuze zum Mitnehmen. Mit Plakaten wird die Osterbotschaft sichtbar gemacht und zu einer kurzen, besinnlichen Pause eingeladen.

"An jedem Kreuz befindet sich ein anderes Plakat. Dort werden biblische Geschichten aufgegriffen, die sich rund um das Thema Passion und Auferstehung drehen." Vier Plakate hängen bereits, am Ostersonntag folgen die Plakate, die sich mit der Auferstehung Jesu befassen. Dies soll auch einen gewissen Überraschungseffekt bringen. "Auf diese Weise möchte die Kirchengemeinde Obertal auch abseits der Ostergottesdienste Möglichkeiten schaffen, sich von der Osterbotschaft berühren und stärken zu lassen", erklärt der Vorsitzende. Brucker freut sich, dass wieder viele Helfer zur Stelle waren, um die Kreuze aufzustellen und die Botschaften anzubringen.

"Silas Möhrle hat das Kreuz zum Aufstellen den Berg hinaufgetragen, weil es auf dem Fahrweg noch zu viel Schnee gab und wir es mit dem Auto nicht hochbringen konnten", erzählt Brucker. "Es erinnert an den Weg Jesu vor 2000 Jahren, wo ja Simon von Kyrene Jesus das Kreuz trug."

Es sei eine ungewöhnliche Zeit, auch die Kirchen müssten da mit ihren Ideen und Aktionen den gewohnten Weg verlassen. Der größte Lohn für die Arbeit sei es, wenn viele Menschen die einzelnen Stationen mit den Kreuzen besuchen würden und sich dabei auf die christlichen Werte und Osterbotschaften besinnen.

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