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Baiersbronn/Ruhestein Damen-Weltcup rückt in weite Ferne

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Die K 85-Großschanze auf dem Ruhestein. Foto: Schwark

Baiersbronn/Ruhestein - Mit Damen-Weltcups in der Nordischen Kombination auf dem Ruhestein wird es vorerst nichts. Im neuen Doppelhaushalt des Landes Baden-Württemberg ist kein Geld für eine dafür notwendige Modernisierung der Großschanze vorgesehen.

Das bestätigte die CDU-Landtagsabgeordnete und Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut am Montag auf Nachfrage unserer Zeitung. Demnach fehlt im Entwurf des Landeshaushalts, der Anfang November von der Regierung zur Beratung in den Landtag eingebracht wurde, das "Sonderförderprogramm für überregionale Sportstätten".

Vier Projekte fallen damit wohl durchs Raster: Neben der Ruhestein-Schanze auch die geplante Handball-Halle für den Bundesligisten HBW Balingen-Weilstetten in Hoffmeister-Krauts Heimatstadt Balingen.

Erfolgsaussichten werden als gering eingestuft

Theoretisch besteht noch die Möglichkeit, dass das Programm über einen Fraktionsantrag in den Landeshaushalt aufgenommen wird. Der Etat soll Mitte Dezember verabschiedet werden. Allerdings werden die Erfolgsaussichten dafür als gering eingestuft.

"Nach wie vor bin ich der Überzeugung, dass ein Sonderförderprogramm der richtige Weg ist, Sportstätten von überregionaler Bedeutung zu unterstützen", so Hoffmeister-Kraut. Sie habe dafür "auf allen Ebenen und überfraktionell Gespräche geführt". Die CDU-Landtagsfraktion setze sich nach wie vor für verschiedene überregionale Projekte ein. Gemeinsam mit den Kollegen der CDU-Fraktion werde sie "weiterhin kämpfen" und beim Koalitionspartner dafür werben, Mittel für die Sportstätten bereitzustellen. "Wir müssen Spitzen- und Breitensport fördern", so die Politikerin. Sollte dies nicht gelingen, könnte das Thema aber innerhalb der Beratungen über den "Solidarpakt IV Sport" für die Jahre 2022 und folgende erneut aufgerufen werden.

Auch HBW geht leer aus

Neben Baiersbronn und Balingen fallen im Übrigen auch das Ulmer Leichtathletik-Donaustadion und das Sportbad Bad Cannstatt durchs Raster. Während in Balingen die Enttäuschung offenbar riesig ist, trägt man in Baiersbronn die politische Entscheidung mit Fassung: "Es ist, wie es ist. Wir nehmen es zur Kenntnis", sagt Rolf Schmieder. Er ist Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft (Arge) Ruhestein.

Hintergrund: Die Arge, bestehend aus dem SV Baiersbronn und dem SV Mitteltal-Obertal, wäre grundsätzlich dazu bereit, Station einer Weltcup-Tournee der Nordischen Kombiniererinnen zu werden. Die "Arbeitsteilung", um den Schwarzwald für Spitzen-Wintersport ins Rampenlicht zu setzen, könnte für den Verband dann so aussehen: Baiersbronn und Schonach wären Stationen für Damenwettbewerbe, Hinterzarten und Titisee-Neustadt Austragungsorte für die Herren-Weltcups. Damen-Weltcups gibt es bislang nicht, sie sollen im Winter 2020/2021 starten.

Schanze müsste umfassend saniert werden

Um wettkampftauglich zu sein, müsste die Arge die Großschanze K 85 umfassend modernisieren, vom Anlauf bis hin zur Flutlichtanlage. Nach vorsichtigen Schätzungen wären dafür mindestens 2,5 bis drei Millionen Euro fällig, sagt Schmieder. Für die Ehrenamtler der Arge wäre dies aus eigener Kraft nicht zu stemmen. Standard sei heutzutage ein Anlauf mit Keramik-Spuren, die auch bei Schneemangel perfekt funktionieren. "Das ist natürlich irre teuer", erklärt der Geschäftsführer.

Dabei wäre der Ruhestein aus Sicht des Landessportverbands "prädestiniert" – aufgrund der Erfolge der Arge in der Nachwuchs- und Aufbauarbei sowie der Tatsache, dass der Raum Freudenstadt nicht nur die Schanze, sondern auch die Sportstätten für die Langläuferinnen bieten kann. Baiersbronn habe vor 20 Jahren viel Aufbauarbeit im Damen-Skinspringen geleistet. "Aber was sollen wir machen? Das ist nun erst mal Schnee von gestern", so Schmieder.

Die Arge wolle dranbleiben und schauen, wie sich die Dinge entwickeln. "Wir hatten natürlich schon gehofft", sagt der Geschäftsführer. Ansonsten wolle sich die Gemeinschaft weiterhin der Nachwuchsförderung widmen und die Kräfte darauf konzentrieren, den Betrieb auf der Sprunganlage mit fünf Schanzen zu ermöglichen und Verbesserungen im kleineren Stil umzusetzen. "Rund 40 000 Euro bringen wir jedes Jahr für den Sprungbetrieb auf", so Schmieder, "das geht nur mit viel Eigenleistung."

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