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Baiersbronn Rosenberg-Heim: Kampf gegen Schließung

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Die Angehörigen wollen sich mit der Schließung nicht abfinden. Martina Sillmann (zweite von rechts) vom Verein Frauen in den Kreistag unterstützt sie. Foto: Schreider

Baiersbronn-Klosterreichenbach - Über 600 Unterstützer haben die Online-Petition gegen die Schließung des Pflegeheims am Rosenberg in Klosterreichenbach bislang unterzeichnet. Für die, die noch keinen neuen Pflegeplatz für ihre Angehörigen gefunden haben, ein Hoffnungsschimmer.

Das Heim soll Ende September geschlossen und in eine Pflegeeinrichtung mit betreuten Wohngruppen und Tagespflege umgewandelt werden. Doch damit wollen sich nicht alle Angehörigen so ohne Weiteres abfinden. Aus, so sagt die Gruppe um Ursula Walter, gutem Grund: Pflegeplätze seien rar, die Wartelisten lang. Den Angehörigen läuft die Zeit weg. Er wisse schon gar nicht mehr, wo er noch wegen eines Pflegeplatzes anfragen solle, erzählt Roland Walk. Die Antwort sei überall dieselbe: Die Warteliste sei voll, er müsse sich hinten anstellen. Harald May, Werner Fritza, Edeltraud Kade nicken zustimmend. Alle haben die gleiche Erfahrung gemacht.

Mit jeder Absage wächst bei Walk die Verzweiflung. Er will seine Mutter in der Nähe wissen, die betagte Dame nicht in einem Heim am anderen Ende des Landkreises unterbringen. "Ich möchte ja auch immer zu meiner Mutter gehen und nicht weiß Gott wie weit fahren." Doch der Umzug in ein anderes Heim macht Roland Walk noch aus einem anderen Grund Sorgen. Seine Mutter fühle sich im Rosenberg wohl, sagt er. Das Heim sei zu ihrem Zuhause geworden, sie habe dort Freunde und hänge auch sehr an den Pflegekräften. Diese, da sind sich alle einig, leisteten hervorragende Arbeit.

Die Betroffenen hoffen auf ein Machtwort des Landes

Seine schwerkranke Mutter aus ihrem gewohnten Umfeld zu reißen, dieser Gedanke bricht Walk fast das Herz. "Meine Mutter ist so dement, die kann in kein anderes Heim", sagt er. Tränen stehen ihm in den Augen. Was er und seine Mitstreiter sich wünschen, ist mehr Zeit. Sie fordern: Das Pflegeheim Rosenberg solle so lange geöffnet bleiben, bis das auf dem Areal des einstigen Hotels Sonne Post geplante Pflegeheim fertiggestellt ist. Damit wäre allen gedient, sagen die Angehörigen. Patienten und Pflegekräfte könnten dann gemeinsam in das neue Heim umziehen. Eine Win-Win-Situation. "Das wäre für die teils schwer dementen Bewohner des Rosenberg die sanfteste Art, umzuziehen", ist auch Martina Sillmann vom Verein Frauen in den Kreistag sicher. Sie unterstützt die Angehörigen. Gerade demente Menschen hätten einen besonderen Schutz verdient. Sillmann hofft auf ein Machtwort des Landes Baden-Württemberg, das zu 50 Prozent Eigentümer der Rosenberg-Immobilie ist. "Nach meinem Gefühl kann man sich als Eigentümer nicht einfach aus der Verantwortung ziehen. Das Land muss sich auch um kleine Heime wie dieses hier kümmern."

Und was meint der, dem die andere Hälfte des Gebäudes gehört? Andreas Baumgärtner teilt schriftlich mit, er werde die Kündigung nicht zurücknehmen - und begründet dies mit der Änderung der Landesheimbauverordnung. Die Einzelzimmerpflicht zwinge ihn zu diesem Schritt, schreibt Baumgärtner. Abgesehen davon habe jeder Betroffene die Möglichkeit, sich mit ihm in Verbindung zu setzen "um eine individuelle Pflegeplanung für die ambulant betreuten Wohngemeinschaften zu erstellen". In einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft sehen Roland Walk und seine Mitstreiter ihre Lieben allerdings nicht. Für ihre Angehörigen, sind sie überzeugt, sei dies nicht die richtige Art Pflegeeinrichtung.

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