Daniel Vögele zieht mit seiner Familie nach Baiersbronn / Amtseinführung am 1. September in der Marienkirche
Von Monika Braun Baiersbronn. Das Pfarrhaus im Baiersbronner Oberdorf wird gerade renoviert, denn mit Daniel Vögele und seiner Familie zieht nach langem Warten wieder eine Pfarrfamilie in das aus dem 18. Jahrhundert stammende Haus ein.Lange hatten die Baiersbronner auf einen zweiten Pfarrer gewartet, der neben Friedemann Kley, der für das Unterdorf zuständig ist, die evangelische Kirchengemeinde Baiersbronn betreut. Ab September wird der gebürtige Freudenstädter, der zurzeit noch im rund 700 Kilometer entfernten St. Pölten in Niederösterreich eine Pfarrstelle bekleidet, seinen Kollegen unterstützen.
Daniel Vögele wurde 1973 in Freudenstadt geboren und wuchs in Wittlensweiler auf, wo heute noch seine Eltern wohnen. Nach dem Theologiestudium in Gießen und in Belgien ging er nach Österreich, wo er bis jetzt 15 Jahre die kirchliche Arbeit in der Diaspora verrichtete, davon die letzten acht Jahre als Pfarrer in St. Pölten. Gemeinsam mit seiner Frau Bärbel und den drei Kindern Annika (9), Joel (6) und Liliane (1) freut er sich schon auf die kommenden Aufgaben. "Besonders groß war meine Freude, als ich erfuhr, dass mich der Oberkirchenrat gerade in meine Heimat in den Schwarzwald schickt", so Pfarrer Vögele, der schon früh einen positiven Eindruck von Baiersbronn gewonnen hat.
Schon als Jugendlicher hat er die Gegend um Baiersbronn auf vielen Wanderungen mit seinen Eltern kennengelernt und war in den vergangenen Jahren als "österreichischer Tourist" einige Male in der Gemeinde. "Mit 40 Jahren musste ich mich entscheiden, wohin der Weg geht, aus meiner Sicht war es der richtige Zeitpunkt, einen großen Wechsel zu unternehmen", sagt der Pfarrer.
"Normalerweise wählen die Kirchengemeinderäte ihren Pfarrer oder ihre Pfarrerin selbst und hören sich zuvor eine Predigt an", erklärt Vögele. Da dies aufgrund der großen Entfernung nicht möglich ist, werde er zunächst für ein Jahr nach Baiersbronn geschickt, danach werde sich zeigen, ob er die Pfarrstelle im Oberdorf weiterhin als ständiger Pfarrer betreuen wird. Als sehr aufmerksame Bürger hat er die Baiersbronner bereits kennengelernt, denn als er am Palmsonntag sozusagen "inkognito" einen Gottesdienst in der Marienkirche besuchte, wurde er nicht nur freundlich empfangen, sondern sofort erkannt, berichtet er schmunzelnd. Sein erster Eindruck von Baiersbronn, der Gemeinde und den Kirchengemeinderäten ist durchweg positiv. Er stelle sich bereits jetzt auf gut gefüllte Arbeitstage ein. "Als evangelischer Pfarrer in Österreich ist man ›Allrounder‹ mit vielen unterschiedlichen Arbeitsbereichen, daher bin ich schon gespannt auf meine neuen Aufgaben in Baiersbronn, über die ich mir erst noch einen Überblick verschaffen muss", so Vögele. Er hoffe auf eine gute Einarbeitung und freue sich auf die neuen Kollegen und Mitarbeiter. Auch mit seinem Hobby scheint der neue Pfarrer in der großen Waldgemeinde gut aufgehoben zu sein – Holzbastelarbeiten und das Schnitzen haben bereits in Österreich sein Interesse geweckt. Neben seiner Familie und einem geschichtlichem Interesse sind es aber auch Sportarten wie Schwimmen, Tennis und Squash, die ihn in seiner Freizeit begeistern. Die Amtseinführung findet am Sonntag, 1. September, im Gottesdienst in der Marienkirche statt.