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Baiersbronn Nationalparkzentrum: Vollsperrung ist vom Tisch

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Die monatelange Vollsperrung ist vom Tisch. Foto: Rath

Offenbar haben die Proteste aus Baiersbronn in Stuttgart und Karlsruhe Wirkung gezeigt. Durch einen "alternativen Bauablauf" könne auf die viermonatige Vollsperrung der L 401 zwischen Obertal und Ruhestein nun doch verzichtet werden, meldete das Regierungspräsidium Karlsruhe am Freitag.

Baiersbronn/Ruhestein. Wie berichtet, sind im Zuge des Baus des Besucher- und Informationszentrums für den Nationalpark Schwarzwald in diesem Jahr der Umbau des Verkehrsknotenpunkts B 500/L 401 zu einem Kreisverkehr und die Neuordnung der Verkehrssituation am Ruhestein vorgesehen.

Am Ruhestein sollen rund 200 neue Parkplätze geschaffen und die ÖPNV-Anbindung optimiert werden. Durch den neuen Kreisverkehr werden die neuen Parkplätze an die Straße angebunden. Zusätzlich werden beim Besucher- und Informationszentrum an beiden Seiten der L 401 Bushaltestellen sowie eine Querungshilfe für Fußgänger errichtet. Für Busse wird an der L 401, unterhalb des Besucher- und Informationszentrums, eine Wendemöglichkeit geschaffen.

Geplant war Vollsperrung bis Herbst 2020

Geplant war bisher, die Arbeiten bis zur Eröffnung des Besucher- und Informationszentrums für den Nationalpark Schwarzwald im Herbst abzuschließen. Da "wegen der Höhenlage für Straßenbaumaßnahmen nur ein Zeitrahmen von April bis Oktober" zur Verfügung stehe, so das Regierungspräsidium, war deshalb zunächst eine viermonatige Vollsperrung der L 401 angedacht.

Folge waren Proteste aus vielerlei Richtungen gegen die mehrmonatige Vollsperrung: Der Gemeinderat verabschiedete eine Resolution, Bürger sammelten binnen zwei Wochen mehr als 1100 Unterschriften, auch Unternehmer, Handwerker, Gastronomen und Pendler äußerten ihren Unmut. Offenbar mit Erfolg. Am Freitagmittag verkündete das Regierungspräsidium die Kehrtwende.

"Wegen der damit verbundenen Einschränkungen im Straßenverkehr, unter anderem weiträumige Umleitungen, wurde in Abstimmung mit den zuständigen Ministerien ein alternativer Bauablauf entwickelt, der die Vollsperrung der L 401 nur noch an vereinzelten Tagen notwendig macht", heißt es in einer Mitteilung aus Karlsruhe. Damit verlängere sich allerdings die Bauzeit, sodass die Gesamtmaßnahme in diesem Jahr nicht komplett fertiggestellt werden könne.

"Durch die Verlängerung der Gesamtbauzeit bei gleichzeitiger Optimierung des Bauablaufs ist 2020 eine Vollsperrung der L 401 nur noch an einzelnen Tagen notwendig", so die Behörde. "Die Verlegung der Sanierung der L 401 in das Frühjahr 2022 hilft, die Gesamtmaßnahme zeitlich zu entzerren und baubedingte Einschränkungen dadurch deutlich zu verringern."

"Wir haben in konstruktiven Gesprächen eine gute Lösung gefunden", ließ Umweltminister Franz Untersteller in einer weiteren Pressemitteilung vermelden: "Keine monatelange Vollsperrung, folglich keine langwierige Belastung und lange Umwege für die Anwohnerinnen und Anwohner in Baiersbronn. Das ist eine gute Nachricht – für die Region und für den Nationalpark Schwarzwald!" Untersteller unterstrich, dass es gelungen sei, alle Interessen zu berücksichtigen. "Wir haben ein Ergebnis ohne Verlierer. Die L 401 bekommt die nötige Sanierung, der Verkehrsknotenpunkt mit der B 500 wird ertüchtigt, sodass das Besucherzentrum des Nationalparks gut angefahren werden kann, die Menschen in Baiersbronn können, von wenigen Tagen abgesehen, ihre gewohnten Wege fahren. Ich glaube, die zuständigen Stellen in der Kommune, dem Landkreis, dem Regierungspräsidium Karlsruhe und den Ministerien haben gemeinsam gute Arbeit geleistet."

Bauarbeiten werden in sechs Abschnitte eingeteilt

Vorgesehen sei jetzt, die geplanten Bauarbeiten zeitlich zu strecken und in sechs Bauphasen zu gliedern (siehe Infokasten). Die Eröffnung des Besucher- und Informationszentrums am Ruhestein sei davon nicht betroffen, so der Minister.

Positive Reaktionen aus der Region ließen am Freitagnachmittag nicht lange auf sich warten. "Ich freue mich riesig und bin sehr erleichtert, dass es am Ruhestein nun doch keine monatelange Vollsperrung geben wird", jubelte Landrat Klaus Michael Rückert via Mitteilung aus dem Landratsamt. Verkehrsministerium, Umweltministerium und Regierungspräsidium hätten "eine sehr gute Lösung" für die Bauzeit am Verkehrsknoten L 401/B 500 gefunden, wofür er "überaus dankbar" sei. Er habe, so Rückert weiter, in den vergangenen Wochen zahlreiche Gespräche mit Ministeriums- und Präsidiumsmitarbeitern geführt und dort stets die Besorgnis von Bürgern und Betrieben vor den Folgen der zunächst geplanten viermonatigen Sperrung vorgetragen. "Die zuständigen Stellen haben nun eine hervorragende Lösung für den Nationalpark und die Gemeinde Baiersbronn gefunden, hiervon wird die gesamte Region profitieren", freute sich Rückert.

Zufrieden reagierte auch die Industrie- und Handelskammer (IHK) Nordschwarzwald: Die Wirtschaft und vor allem die Gastronomie und Hotellerie im Großraum Baiersbronn zeigten sich erleichtert, dass der vom Regierungspräsidium nun vorgelegte Bauablauf nur noch an vereinzelten Tagen eine Vollsperrung notwendig mache. "Auch wenn sich dadurch die gesamte Bauzeit verlängert, ist dies für die Unternehmen im Landkreis Freudenstadt die bessere Lösung", ließ die IHK verlauten. Auch sie hatte sich in einem Schreiben an Verkehrsminister Winfried Hermann gegen die viermonatige Sperrung der L 401 gewendet und das Verkehrsministerium gebeten, nach alternativen Lösungsmöglichkeiten zu suchen.

Was eine mehrmonatige Vollsperrung für ein Unternehmen hätte nach sich ziehen können, ist einem Schreiben der Geschäftsführer der Firma Braun Beton in Mitteltal an den FDP-Landtagsabgeordneten Timm Kern zu entnehmen, das unserer Zeitung vorliegt. "Eine solche Vollsperrung bedeutet für unsere Firma eine erhebliche Einschränkung unserer Produktion sowie für den Vertrieb unserer in Baiersbronn gefertigten Produkte", heißt es darin. Das Unternehmen beziehe rund 70 Prozent all seiner Rohstoffe aus der Gemeinde Seebach und dem Rheintal. "Diese für die Produktion notwendigen Rohstoffe müssen zum Teil ›just in time‹ angeliefert werden, um einen Produktionsstillstand zu verhindern", so die Geschäftsführer, und weiter: "Sollte die Landesstraße 401 zwischen Ruhestein und Obertal für vier Monate gesperrt werden, bedeutet das, dass wir Produktionsausfälle haben und unsere Kunden nicht termingerecht beliefert werden können. Wir befürchten für die mittelfristige Zukunft eine erhebliche Schwächung unserer Firma und einen massiven Einbruch der Ertragslage."

Das Unternehmen habe in den vergangenen Jahren in erheblichem Umfang in den Produktionsstandort Baiersbronn investiert. Lange Zeit sei die "Hauptschlagader" L 401 für den Firmenstandort eine zuverlässige Versorgungsstraße gewesen. "Jedoch wurde die Landesstraße 401 in den letzten Jahren oftmals über Wochen gesperrt und somit unsere Versorgung der Produktion sowie unser Vertrieb erheblich gestört."

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