Feierten die deutsch-französische Freundschaft (von links) Andreas Braun, Geschäftsführer der Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg, Hermann Bareiss, Kehls Oberbürgermeister Toni Vetrano, Schopflochs Bürgermeister Klaas Klaassen, Uwe Braun, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse, Baiersbronns Bürgermeister Michael Ruf, EU-Kommissar Günther Oettinger, Frank Baasner, Leiter des Deutsch-Französischen Instituts in Ludwigsburg, Guido Wolf, Landesminister der Justiz und für Europa, Ferdinand Kirchhof, Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichts, Oberbürgermeister Julian Osswald sowie Britta und Hannes Bareiss. Foto: Braun

350 Gäste feiern deutsch-französische Freundschaft. Appell von EU-Kommissar Günther Oettinger.

Baiersbronn-Mitteltal - Rund 350 Gäste des Hotels Bareiss strahlten mit der Sonne um die Wette: Zum 23. Mal wurde im Ferienresort in Mitteltal die deutsch-französische Freundschaft am französischen Nationalfeiertag zelebriert.

Vor 23 Jahren war die Idee entstanden, die französischen Gäste an ihrem Nationalfeiertag auf deutschem Boden zu empfangen. Heute bedeutet die jahrzehntelange Freundschaft nicht nur kulinarische Gaumenfreuden, sondern ist auch ein Bekenntnis der Hotelierfamilie zum politischen und gesellschaftlichen Miteinander.

Der Champagner-Empfang im Kurgarten wurde vom Trachtenverein Musikkapelle Mitteltal begleitet. Routiniert spielten die Blasmusiker die Nationalhymnen der beiden Länder. Im Wechsel mit der zünftigen Unterhaltungsmusik ließen die Parforcehorn- Bläser "Rallye Trompes" aus dem Elsass ihre Jagdhornklänge durch den Kurpark tönen.

Die französischen Nationalfarben Blau, Weiß und Rot beherrschten die Szenerie, und die verbindenden Ansteckschleifchen wurden stolz getragen, während die Gäste vom Bareiss-Personal umsorgt wurden. Vom farblich abgestimmten Blumenbouquet bis zum eisgekühlten Champagner passte auch in diesem Jahr einfach alles beim bunten Freundschaftsfest.

Hermann Bareiss begrüßte auch im Namen von Britta und Hannes Bareiss die vielen Gäste zur Feier der deutsch-französischen Freundschaft. Im Hotel Bareiss gebe es nur ein Miteinander, betonte der Patron, ein "Me first" gebe es nicht und werde es auch in Zukunft nicht geben. "Im Alleingang ist keiner stark. Das Ego an die erste Stelle zu setzen, darf es nicht in der Familie, der Gesellschaft oder der Politik geben", sagte Bareiss. "Wir freuen uns ganz besonders, heute mit Ihnen gemeinsam Ihren Nationalfeiertag zu feiern", erhob Bareiss das Glas auf die Errungenschaften des großen Nationalfeiertags: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit.

EU-Kommissar Günther Oettinger war mit Sohn Alexander gekommen und appellierte mit deutlichen Worten, für die gemeinsam erschaffene europäische Werteordnung zu kämpfen. Diese gelte es für Europa auch gegen autokratische Angriffe aus Ankara, Moskau oder Washington zu verteidigen. "Wenn wir unsere Werteordnung erhalten wollen, dann müssen wir dafür kämpfen – mehr als Sie oder ich es bisher getan haben." Es sei eine Pflicht auch den kommenden Generationen gegenüber, die Freizügigkeit, den Wettbewerb und die Souveränität zu erhalten. Nur ein einiges und offenes Europa sei im Stande, sich im weltweiten Wettbewerb zu behaupten. "Unser Schicksal ist der afrikanische Kontinent. Afrika wächst derzeit um eine Million Menschen pro Woche. Ist uns diese Aufgabe eigentlich bewusst?", stellte Oettinger als Frage in den Raum. Man brauche eine gemeinsame europäische Strategie, um diesen Menschen wenigstens ein bisschen zu helfen. Entgegen der bayerischen, österreichischen und italienischen Politik gelinge wirksame Entwicklungshilfe nur aus der Stärke europäischer Geschlossenheit heraus.

Freudenstadts Oberbürgermeister Julian hielt, auch im Namen seines Baiersbronner Kollegen Bürgermeister Michael Ruf, die Rede zum Nationalfeiertag. Die deutsch-französische Freundschaft stehe mehr denn je in der Verantwortung und sei zum Wohle Europas unverzichtbar. "Die enge Verbundenheit mit unseren französischen Freunden, die Hermann, Hannes und Britta Bareiss pflegen, hat darum nach wie vor einen unmessbaren Wert", so Osswald. Die große Frage dieser Zeit sei es, ob die Beziehungen mit anderen Ländern nur über wirtschaftlichen Erfolg und Win-Win-Situationen definiert werden, oder ob man es schaffe, das gemeinsame Wertefundament und die Freundschaft in die Zukunft zu tragen. Ein wichtiger Schlüssel für die Freundschaften seien die Städtepartnerschaften – nur das gegenseitige Kennenlernen führe zu persönlichen Freundschaften.

"Allez les Bleus!" hilft

Alle drei Redner vergaßen nicht, dem französischen Fußball-Nationalteam Glück für das WM-Finale zu wünschen und bekräftigten mit "Allez les Bleus!" ihre Unterstützung. Nach den großen Worten war es Zeit, sich die deutsch-französische Freundschaft beim "Déjeuner Amical franco-allemand" auf der Zunge zergehen zu lassen. Das harmonische nachbarschaftliche Miteinander wurde bei Wein und Kreationen aus der Bareiss-Küche bekräftigt. Variationen von Riesengarnelen, Lachsforellenfilet mit Erbsenpüree, rosa gebratenes Kalbsfilet vom Milchkalb und das Törtchen von Valrhônaschokolade sorgten bei den Gästen für Verzückung und ließen das Bankett zu einem bilateralen Genuss werden.