Das Flecka-Fescht im Baiersbronner Oberdorf war immer ein Publikumsmagnet. Foto: Archiv/Braun

Traditionsfest wird es in diesem Jahr nicht geben. Für 2021 soll neues Konzept erstellt werden.

Baiersbronn - Nach dem Wegfall des Winterdorfs muss Baiersbronn nun auch auf ein Traditionsfest verzichten. Das beliebte und immer gut besuchte "Flecka- Fescht" im Baiersbronner Oberdorf findet in diesem Sommer nicht statt.

Die Gründe dafür sind vielfältig und haben wohl auch mit dem Rücktritt des langjährigen Geschäftsführers der Aktionsgemeinschaft der Baiersbronner Vereine "Flecka-Fescht", Klaus-Uwe Springmann, zu tun. Nach elf Jahren in der Verantwortung ist er bei der jüngsten Sitzung der Aktionsgemeinschaft aus privaten Gründen zurückgetreten. Ebenfalls zurücktreten wollte Markus Kalmbach, der als Kassierer der Aktionsgemeinschaft jedoch keinen Nachfolger finden konnte und nun das Amt kommissarisch weiterführt.

Arndt Weber Nachfolger von Uwe Springmann

"Ich kann es einfach aus persönlichen Gründen nicht mehr machen und bin froh, ein wenig Verantwortung abgeben zu können", sagt Klaus-Uwe Springmann im Gespräch mit unserer Zeitung. Erfreut sei er, dass er mit Arndt Weber einen Nachfolger gefunden habe, dem er sein Amt übergeben könne. Wirklich bedauerlich sei es aber, dass sich alle teilnehmenden Vereine gegen das diesjährige Flecka-Fescht ausgesprochen hätten.

"Bereits im Dezember hatte die Stützpunkt-Feuerwehr Baiersbronn die Teilnahme aufgrund von Überlastung abgesagt, nun – wenige Tage vor der Sitzung – kündigte auch der Turnverein an, sich in diesem Jahr nicht beteiligen zu können", berichtet Springmann.

Ohne die großen Vereine und ihre Beiträge zu den anfallenden Unkosten von rund 5000 Euro für das Fest würde es sich für die kleineren Vereine auch finanziell nicht lohnen. "Ich kann es verstehen, dass es immer schwieriger wird, Leute zu finden, die sich ehrenamtlich engagieren. So ein zweitägiges Fest bedeutet einen enormen Aufwand", sagt Springmann.

Außerdem habe ein Verein signalisiert, dass mit dem alten Zelt nicht mehr gearbeitet werden könne und der finanzielle Aufwand für die Neubeschaffung nicht verhältnismäßig sei. "Ja, auch die Vereinsvorsitzenden sind zunehmend überlastet. Immer mehr Bürokratie und immer weniger Helfer machen allen zu schaffen." Springmann betont, dass die Auflagen bei so einem Fest nicht zu unterschätzen seien. "Wir brauchen immer einen Erste-Hilfe-Dienst vor Ort, und auch das externe Sicherheitspersonal ist Pflicht. All das treibt die Kosten in die Höhe, ist aber sicher auch notwendig, um die Sicherheit und einen reibungslosen Ablauf zu garantieren."

Entscheidung fiel nicht leicht

Leicht gemacht hätten es sich die Vorsitzenden der zwölf beteiligten Vereine allerdings nicht, das Traditionsfest zu kippen. " Im nächsten Jahr soll es aber wieder ein Flecka-Fescht geben, mit neuem Konzept und einem neuen Geschäftsführer, das ist die erfreuliche Nachricht", sagt Klaus-Uwe Springmann. Vor einiger Zeit habe es bereits Überlegungen gegeben, das Fest nur alle zwei Jahre auszurichten, damals seien noch alle dagegen gewesen. Das könne nun eine Option sein. "Mir persönlich hat es immer viel Spaß gemacht, das Fest zu organisieren, und sicher werde ich auch in Zukunft mit Rat und Tat zur Seite stehen", verspricht er.

Vielleicht könnten ja auch im kommenden Jahr weitere Vereine für die Teilnahme gewonnen werden. Allerdings sei man mit der Platzanordnung schon sehr unflexibel, denn viele Vereine hätten eigens für das Fest ihre Zelte geplant und gebaut, da wäre ein Wechsel sehr schwierig.

Nur ein einziges Mal ist das Flecka-Fescht, das es seit 37 Jahren gibt, ausgefallen, das war während des Balkankriegs, erinnert sich Springmann. "Ich bin aber zuversichtlich, dass wir nicht dauerhaft auf die beliebte Partymeile in der Oberdorfstraße in Baiersbronn verzichten müssen und vielleicht im nächsten Jahr dort wieder ausgelassen gefeiert werden kann."