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Baiersbronn Moorsee erholt sich wieder

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Nach wie vor ein ganz besonderer Ort: der Huzenbacher See, einer der Sterne am Baiersbronner Wanderhimmel. Foto: Mießler

Baiersbronn-Huzenbach - Als Ende Juni 2012 ein heftiges Unwetter über den Baiersbronner Wanderhimmel hinwegfegte, wurde auch der Bereich um den Huzenbacher See in Mitleidenschaft gezogen. Doch er hat nichts von seiner Magie verloren. Wegen der vom Sturm umgestürzten Bäume war das beliebte Ausflugsziel in 747 Metern Höhe eine Zeit lang nicht erreichbar. Inzwischen ist das Sturmholz weitgehend aufgearbeitet, die Wanderinfrastruktur ist wieder in Ordnung. Am Ufer des eiszeitlichen Karsees mit seinen Tausenden von gelben Teichrosen, deren Blüte im Sommer einen einmaligen Anblick bietet, hat sich dennoch etwas verändert.

Wer die Natur mit all ihren Facetten liebt, erkennt auch den besonderen Reiz einer Sturmwurffläche. Moos- und Flechtenbewuchs sowie frische Triebe zeigen, wie sich die Natur regeneriert. "In intensiver Zusammenarbeit mit dem Kreisforstamt Freudenstadt konnte das Erholungs- und Wanderangebot in diesem Gebiet zügig wiederhergestellt werden", so der Tourismusdirektor von Baiersbronn, Patrick Schreib. Die Brücke am See ist repariert, und in naher Zukunft wird auch der Pfad auf der betroffenen Fläche wiederhergestellt sein. Dieser Weg wurde allerdings durch den Sturm und die anschließende Aufarbeitung sehr in Mitleidenschaft gezogen.

Die Sturmholzaufarbeitung wurde erst Mitte des Jahres abgeschlossen, erklärt Jörg Ziegler, Leiter der Außenstelle Baiersbronn des Kreisforstamts Freudenstadt. Das Holz ist weitgehend abgefahren, und nun sollen die Fahrwege wieder hergerichtet werden. Dabei handle es sich um ein großes Investitionsvolumen, das nur abschnittsweise abgewickelt werden kann. Aktuell kommt es deshalb noch zu Behinderungen, wenn jemand um den See wandern will. Zum Thema Fauna und Flora erklärt Ziegler, dass auf den offenen Flächen neue Strukturen entstanden sind, die für einige Tier- und Pflanzengesellschaften optimale Lebensbedingungen bieten. "Die Qualität des Lebensraums hängt von der Strukturvielfalt ab. Je strukturreicher ein Gebiet ist, desto vielfältiger sind die Lebensbedingungen. Der Sturm hat Strukturen geschaffen, die es im Dauerwald eigentlich nicht mehr gibt, zahlreiche Tier- und Pflanzenarten profitieren von dem neuen Lebensraumangebot im vollen Licht."

Im Murgtal hole sich der Wald alle offenen Flächen zurück, so der Fachmann. Es bleibe praktisch kaum eine Fläche waldfrei. Die nächste Waldgeneration schlummere schon im Boden oder die Samen werden aus angrenzenden Wäldern herangetragen. Allenfalls Baumarten wie die Tanne oder die Buche, die über die menschlichen Nutzungen in der Vergangenheit verlorengegangen sind, könne man ergänzen, erläutert Jörg Ziegler. Man sollte nun der Natur die Chance geben, sich wieder zum Wald zu entwickeln. Sollte der Bedarf bestehen, kann dann die sogenannte Naturverjüngung durch die Tanne oder die Buche ergänzt werden. Auf einer kleinen Fläche in der Karwand wolle man erst einmal abwarten, was die Natur aus der Sturmwurffläche macht, so könne man ähnlich dem Lotharpfad den Prozess einer natürlichen Wiederbewaldung beobachten.

Der aus der letzten Eiszeit stammende See wurde früher von den Flößern als Treibsee benutzt. Das Aufstauen und Ablassen löste nach und nach den Seeboden vom festen Untergrund und bietet heute einen faszinierenden Anblick als schwimmende Insel. Bedingt durch Witterung und Jahreszeit verändert sich die Position dieses sogenannten Schwingrasens im See. Man könnte meinen, die Seegeister aus den alten Sagen sind am Werk.

Die Bäume, die in den Schwimmrasen gestürzt sind, können nicht aufgearbeitet werden. Er ist nicht begehbar und das Risiko, dass die Kronenäste beim Herausschleifen dieses wertvolle Stück Natur zerstören, ist zu groß. "Was für den Förster eine Katastrophe ist, kann für den Touristiker eine neue Chance sein", bestätigt Jörg Ziegler den Aspekt, dass sich dem Wanderer durch den Sturm zum Beispiel neue Ausblicke ins Tal eröffnet haben. Der See selbst hat durch das Unwetter keinen Schaden genommen. Nach wie vor brüten Zwergtaucher sowie Stockenten und laichen unzählige Erdkröten. Jürgen Kläger von der ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Freudenstadt-Horb kontrolliert jedes Jahr mehrfach den Bestand der Wasservögel. Auch der Vogelkundler ist sicher, dass es spannend wird, wie sich unter den neuen Bedingungen die Baum-, Tier- und Pflanzenwelt umgestalten wird.

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