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Baiersbronn Mitternachtsandacht zum Abschluss

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Pfarrer Friedrich Hartmann wird heute 65 und hält an Silvester die letzte Mitternachtsandacht in Baiersbronn. Foto: Michel Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Helga Michel

Baiersbronn. Pfarrer Friedrich Hartmann hört auf. Am heutigen Mittwoch wird er 65, am 31. Dezember, zum Jahreswechsel, steht seine letzte offizielle Amtshandlung in Baiersbronn an: die Mitternachtsandacht in der Marienkirche, die um 23.30 Uhr beginnt.Dass Hartmann aufhört, stimmt so ganz denn doch nicht. Als Pfarrer im Ruhestand wird er zunächst ehrenamtlicher Pfarrer in Loßburg-Schömberg für eineinhalb Jahre, bis der jüngste Sohn sein Abitur am Weizsäcker-Gymnasium absolviert hat. Seit zehneinhalb Jahren ist Hartmann Pfarrer in Baiersbronn. Nein, nicht er allein. "Wir haben das zusammen gemacht, das ist ein Beruf, bei dem die Frau mitwirkt", sagt er über sich und seine Frau Johanna, die nicht nur Religionsunterricht als Vertretungskraft gibt, sondern auch überall, wo es beide hinzog, die Kinderkirche leitete. Sechs Kinder haben die beiden, drei Jungen und drei Mädchen, der Älteste ist 33, der Jüngste 17.

Geboren in Bad Urach als Sohn eines Pfarrers, war Frieder Hartmann der Beruf praktisch in die Wiege gelegt. Das hat er weitergegeben, von seinen Kindern sind drei Theologen, zwei Diakone.

Cannstatt, Singapur, wo er den Grundstein für eine deutsche Kirchengemeinde legte, Sindelfingen-Maichingen, Giengen an der Brenz und Baiersbronn – das sind Hartmanns berufliche Stationen, immer als geschäftsführender Pfarrer. Als geschäftsführender Pfarrer in Baiersbronn war er für Friedrichstal  und Baiersbronn-Oberdorf zuständig und gleichzeitig Vorsitzender der Kirchengemeinderäte Friedrichs­tal und Baiersbronn sowie der Gesamtkirchengemeinde.

Die Grundaufgaben der Kirche fasst Hartmann in zwei Punkte zusammen: die Verkündigung des Worts Gottes und den diakonischen Gedanken, das Zugehen auf die Menschen, das für sie Dasein. Das hat sich auch in seiner Arbeit in Baiersbronn widergespiegelt. Ob es der Baiersbronner Krippenweg ist, der inzwischen in die neunte Auflage geht, oder der Begegnungsabend in Friedrichstal – immer wieder ging es um die Begegnung, das Zusammenbringen von Menschen. "Die wesentliche Arbeit war, das weiterzuführen, was da war, zum Beispiel der Bau des Mariensaals", stellt Hartmann fest. Die Pläne dafür habe es schon lange gegeben. Da sind wir bei einem Bild, das Hartmann gefällt: das Bild vom Bauen, eine Kirchengemeinde als ein Werk, das nie fertig ist, das immer weiter gebaut wird. "Immer ist etwas zu tun, immer gibt es Veränderungen, immer ist etwas im Gange", sagt Hartmann. 

Für ihn ist Kirche auch politisch, schon vom Auftrag her, die Erde zu bebauen und zu bewahren. Bebauen, das schließt für ihn den Kultus mit ein, Bewahren die Schonung der Ressourcen. "Von daher müssen wir uns auch politisch einmischen", sagt Hartmann, der bei einer der wohl ganz seltenen Demonstrationen in Friedrichstal  für eine Fußgängerampel nicht so ganz unbeteiligt war.  Pfarrer zu sein, ist für Hartmann ein "toller Beruf", kreativ sein zu können, seine Gaben einbringen, ein wenig Macht. "Wer hat schon die Möglichkeit, so viel zu gestalten?", beantwortet Hartmann die Frage mit einer Frage. Er hat ganz bewusst den sanften Ausstieg aus dem Beruf gewählt. Wie im Leistungssport gilt es ab 1. Januar: abtrainieren.  

Pfarrer Ulrich Sältzer in Schwarzenberg, Pfarrer Hartmann im ehrenamtlichen Dienst in Schömberg – die größte Kirchengemeinde in Baiersbronn ist damit ab 1. Januar fürs Erste ohne Pfarrer. Hartmann sieht gute Chancen dafür, dass nach den Sommerferien 2011 zumindest eine Stelle wieder besetzt ist. Denn die Stellen seien attraktiv, die Kirchengemeinde sei intakt, viele Gemeindemitglieder setzten sich ehrenamtlich ein.

Und wie geht es nach Schömberg weiter? Dann ziehen die Hartmanns nach Hohenmemmingen bei Giengen. Dort wollen sie an alte Kontakte anknüpfen.

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