Ein echtes Schmuckstück ist der der Morgan + 4, Baujahr 1963. Foto: Michel

Karl-Helmut Röttgen gewinnt mit seinem Morgan bei Leseraktion des Schwarzwälder Boten einen Rallye-Startplatz.

Baiersbronn/Unterwaldach - Karl-Helmut Röttgen ist ein echter Morgan-Fan. Und mit einem seiner beiden Morgans wird er dabei sein, bei der Baiersbronn Classic, einer Schwarzwaldrallye für Genießer, vom 12. bis 15. September.

In Karl-Helmut Röttgens Garage in Unterwaldach, mit Teppich auf dem Boden und Möbeln ausgestattet eher ein Wohnzimmer für Autos, stehen gleich zwei Morgans, einer in Hell-, der andere in Dunkelblau. Mit dem hellblauen Traum in Lack und Chrom nehmen Karl-Helmut Röttgen und seine Frau Annette an der Baiersbronn Classic teil, mit der auch an das legendäre Ruhestein-Bergrennen am 21. Juli 1946 erinnert wird. Röttgen hat sich an der Leseraktion des Schwarzwälder Boten in Zusammenarbeit mit der Baiersbronn Touristik beteiligt – und den Preis im Wert von 1500 Euro gewonnen: ein Classic-Paket mit Startplatz. "Es ist eine Ehre, dass ich dabei sein darf", freut sich Röttgen, als ihm Richard Sturtzel, stellvertretender Tourismusdirektor in Baiersbronn, den Preis übergibt.

Freuen tut sich auch Sturtzel. Denn nicht nur Röttgen hat gewonnen, auch die Baiersbronn Touristik hat mit der Ziehung einen echten Volltreffer gelandet. Denn der Morgan + 4, Baujahr 1963, von Karl-Helmut Röttgen komplettiert sozusagen das Teilnehmerfeld. "Mit diesem Fahrzeug sind all die Automarken vertreten, die auch beim Bergrennen 1946 zu sehen waren", freut sich Sturtzel: BMW, Bugatti, Maserati, MG und eben nun auch ein Morgan. Bis jetzt sind knapp 80 Teilnehmer angemeldet. Sie kommen aus ganz Deutschland, aber auch aus Luxemburg, der Schweiz und aus Österreich. Zurück zu Röttgen und seinen Morgans: 100 PS stecken in seinem himmelblauen Wagen, ein klassischer Roadster, den er im vergangenen Jahr in Hamburg gekauft hat. Der dunkelblaue Morgan ist erst 16 Jahre alt und hat nur zwei Sitze. Ihn hat Röttgen damals neu gekauft. "Ich wollte noch einen Viersitzer, zumal ich seit sieben Jahren Großvater bin und zwei Enkel habe. Die müssen auch mal mitfahren." Nun, mit dem hellblauen Zuwachs aus Hamburg haben auch die Enkel Eli und Dan Platz im Wagen.

Ob er ein Schrauber ist, der seine Autos selbst wartet? "Ich kann schrauben, aber ich habe die Zeit nicht dazu", sagt Röttgen. So übernimmt der Architekt die normale Wartung selbst, lässt größere Reparaturen aber machen.

Wenn Röttgen von den Morgans erzählt, kommt er ins Schwärmen. Der Architekt, dem es der britische Sportflitzer schon in seiner Jugend angetan hatte, hat das Werk in England schon zweimal selbst besucht und bei der Produktion zugesehen. Seit 1909 gibt es die Firma, und der Morgan + 4 werde heute noch fast baugleich hergestellt. Seinen ersten Morgan gönnte sich Röttgen im Alter von 41 Jahren. Den verkaufte er, um einen ganz neuen Morgan zu kaufen. "Den habe ich 1990 bestellt, er hatte sieben Jahre Lieferzeit." Röttgen weiß auch so manche Details zu erzählen. So würden die Fahrzeuge heute noch gebaut wie in den 30er-Jahren – etwa 600 Autos im Jahr. Unter dem glänzenden Lack steckt noch eine Besonderheit: Der Wagen hat einen Rahmen aus Eschenholz, der dann mit Blech beplankt wird. "Das ist alles Manufaktur, reine Handarbeit", stellt Röttgen fest.

Der 61-Jährige hat Rallye-Erfahrung, seine Frau ist eine geübte Beifahrerin. Er ist aktiv im Morgan-Club, über den auch Ausfahrten und Rallyes organisiert werden. Die Idee, mit der Baiersbronn Classic an das Ruhestein Bergrennen zu erinnern, das die Auferstehung des Motorsports in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg markierte, und die Motorsporttradition um Baiersbronn wieder zu neuem Leben zu erwecken, findet Röttgen toll. "Zumal der Schwarzwald ideal ist für Oldtimer-Ausfahrten." Anders als beim Ruhestein-Bergrennen von einst geht es bei der Baiersbronn Classic allerdings nicht um Geschwindigkeit. Bei der Gleichmäßigkeits- und Genauigkeitsfahrt gelte es vielmehr, bestimmte Strecken in bestimmten Zeiten zu absolvieren, erklärt Sturtzel. Dabei gibt es insgesamt an drei Tagen rund 20 Wertungsprüfungen. Und die führen zum Teil über auch für Rallyes eher ungewöhnliches Gelände – durch die Halle des Holzverpackungswerks Haist bei Huzenbach, mitten durch Weinreben in Oberkirch und über das Firmengelände von Junghans in Schramberg.

Weitere Informationen: Baiersbronn Touristik, Telefon 07442/84140. Dort werden bis zum 24. August Anmeldungen zur Baiersbronn Classic entgegengenommen.