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Baiersbronn Mal ganz der Poet, mal der Analytiker

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Mit dem Konzert von Konstantin Wecker präsentierten die Festival-Macher einen absoluten Höhepunkt. Foto: Braun Foto: Schwarzwälder Bote

Konstantin Wecker, einer der bedeutendsten deutschen Liedermacher, in der Schwarzwaldhalle – damit präsentierte das Schwarzwald Musikfestival einen absoluten Höhepunkt. "Konstantin Wecker goes symphonic" lautete der Titel des Programms, das einige Überraschungen enthielt.

Baiersbronn. Konstantin Wecker bot in Baiersbronn ein einzigartiges Konzert: Die rund 850 Gäste erlebten in der ausverkauften Schwarzwaldhalle einen romantischen Anarchopoeten mit Tiefgang. Am Ende bot die Wecker-Band zusammen mit dem Kammerorchester der Bayerischen Philharmonie einen fulminanten Schluss, der die hintersinnigen Texte in musikalische Klangerlebnisse einbettete.

Mark Mast: Musik ist am Puls der Zeit

"Konstantin Wecker in der Schwarzwaldhalle gab es noch nie, Weckers Musik ist am Puls der Zeit", so der Intendant des Festivals, Mark Mast, in seiner Konzerteinführung. "Wir wollen Sie heute in eine ganz eigene Welt entführen", versprach Mast.

Wie die Welt von Konstantin Wecker aussieht, ließ er von Beginn an das gespannte Publikum wissen. Mit seinen geradlinigen Texten sang er sich in die Herzen der Zuhörer, stimmgewaltig und klangrein waren seine Lieder. Der 70-Jährige war mal ganz Poet, mal unterhaltsamer Entertainer, dann wieder gesellschaftskritischer Analytiker. Schon nach wenigen Tönen wusste jeder im Saal, dass nicht nur ein Ausnahmekünstler am Klavier spielt und singt, sondern dass auch seine Band aus musikalischen Solokünstlern besteht, die mit Hingabe alte und neue Wecker-Songs spielten. Gebührend fiel dann auch die Vorstellung aus. Mit Soloeinlagen bewiesen Fany Kammerlander (Cello), Jo Barnikel (Piano), Severin Trogbacher (Gitarre), Wolfgang Gleixner (Schlagzeug) und Markus Wall (Geige), dass sie eines Weckers würdig sind.

"Meine Lieder sind immer klüger als ich selbst", erklärte Konstantin Wecker und wetterte mit seinen Texten gegen Kapitalismus und Patriotismus, gegen rechte Gesinnung und Ungerechtigkeit.

Lichteffekte sorgten für die passende Stimmung, und die Soloeinlagen von Konstantin Wecker wechselten zwischen gefühlvollen Songs und stimmgewaltigem Sound. "Das Liebeslied eines gereiften Herren kann man auch im Sitzen singen", erklärte Wecker verschmitzt, und "Weil ich dich liebe" wurde gemeinsam mit dem Publikum gesungen. Dem unterhaltsamen Wecker folgte der kritische Zeitgenosse, derben Ausdrücken folgten romantische Ausbrüche. Der Liedermacher liebt es zu provozieren und zu rezitieren, seine Lieder erzählen Geschichten, haben Botschaften – für eine gerechte Welt ohne Grenzen und ein selbstbestimmtes Leben ohne Angst. Besonders berührte Wecker, als er von seinem Vater, dem erfolglosen, weisen Sänger erzählte, der dem kleinen Konstantin die Welt der klassischen Musik erschloss: "Du hattest die Größe, ich hatte Glück." Politische Seitenhiebe konnte sich der Liedermacher nicht verkneifen, nachdenklich stimmte er mit seiner Aussage, man lebe in gefährlichen Zeiten. Nach der Pause gab es Beethoven für die Wecker-Fans, und nach einem kurzen Ausflug in den Blues den gemeinsamen Auftritt mit dem Kammerorchester der bayerischen Philharmonie. Mark Mast griff zum Taktstock und stellte die Musiker einzeln vor. Die Akteure beeindruckten mit einer musikalischen Glanzleistung, und während Mast dirigierte, regierte Wecker mit Text und Stimme.

"Die Welt zu poetisieren, wäre toll, nie mehr Söder und Seehofer, sondern nur noch Brecht und Rilke", wünschte sich Wecker und sorgte zusammen mit dem Kammerorchester für einen grandiosen Abschluss des Konzerts.

Stehender Applaus und Zugabenwünsche waren der Lohn für die Akteure nach dem außergewöhnlichen Konzert.

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