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Baiersbronn Märtesweiher in Klosterreichenbach trocknet aus

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Der Steg über den trockenen Abfluss des Märtesweihers. "Sieht aus wie ein Schildbürgerstreich", meinte Ortvorsteher Karlheinz Nestle. Foto: (rt)

Baiersbronn-Klosterreichenbach - Bürgermeister Michael Ruf spricht von einem Juwel. Ortsvorsteher Karl-Heinz Nestle spricht von einem Schildbürgerstreich. Beide sprechen vom Märtesweiher in Klosterreichenbach. Und beide haben Recht.

Auf dem Damm am Märtesweiher mit Niedrigwasser spannt sich hoch über den mit Pflastersteinen solide gemauerten, breiten Auslauf ein stabiler, mit einem Geländer gesicherter Steg. Der Steg hängt praktisch in der Luft, der Auslauf ist knochentrocken, schon seit Monaten. Man fragt sich, was dieser Steg, was der mächtige Damm eigentlich sollen.

Gespräche stocken

"Sieht aus wie ein Schildbürgerstreich", lästert Klosterreichenbachs Ortsvorsteher Karlheinz Nestle. Auch Baiersbronns Bürgermeister Michael Ruf kann sich mit diesem seltsamen Luftbrücken-Schlag über "ein Juwel in der Landschaft" nicht anfreunden. Vor allem, weil es nicht vorwärts geht. Dabei gärt das Ärgernis schon seit Anfang 2018., "Doch die Gespräche stocken", so Karlheinz Nestle.

Der Märtesweiher im romantischen Reichenbacher Tal, zwischen Klosterreichenbach und der Bundesstraße 294 gelegen, droht zu verlanden und weiter zuzuwachsen. Dabei ist der Weiher seit Jahren ein beliebtes Ziel von Einheimischen und Gästen, Wanderern, Familien und Ausflüglern. "Gäste wie Einheimische haben dafür kein Verständnis. Sie wissen doch noch, wie schön dieser Platz einmal war. Jetzt beschweren sie sich immer wieder über den Zustand", ärgert sich Ortsvorsteher Nestle.

Er erinnert daran, dass das Wandergebiet Reichenbacher Tal mit hohen Kosten barrierefrei erschlossen wurde, dazu gehörte auch der Steg auf dem Damm, zum Teil von der Gemeinde finanziert. Derzeit, so ist Nestle überzeugt, gehe vom Weiher keine Gefahr aus. Auch Bürgermeister Michael Ruf empfindet die Dauer des Verfahrens als "unglücklich". Ruf: "Es ist sehr schade und unschön, dass die derzeitige Situation nicht mehr dem entspricht, was der Weiher einmal war."

Eigentum des Landes Baden-Württemberg

Der Märtesweiher, so Ruf, sei nicht Sache der Gemeinde, sondern unterliege als Eigentum des Landes Baden-Württemberg dem Landkreis Freudenstadt beziehungsweise der Forst BW. Und da war die Neustrukturierung der Forstbehörden der Sache offensichtlich auch nicht sehr förderlich. Inzwischen beschäftigen Weiher und Damm auch das Gericht. Auf unsere Anfragen teilt Pressesprecherin Sabine Eisele vom Landratsamt Freudenstadt mit: "Das Landratsamt führt derzeit einen Rechtsstreit gegen das Land Baden-Württemberg darum, wer für die Ertüchtigung des Dammbauwerks am Märtesweiher zuständig ist. Dieses Verfahren läuft vor dem Verwaltungsgericht Karlsruhe. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir zu laufenden Rechtsstreitigkeiten keine Auskünfte geben können."

Denn das alles hat ja seine Vorgeschichte. Der Märtesweiher wurde 1977 angelegt, 1990 löste ein Bruch in der Dammkrone eine Überschwemmung im Dorf aus. Der Damm wurde mit Granitblöcken verstärkt und saniert. Doch Anfang 2018 traten erneut Zweifel an der Stabilität des Damms auf. Der Weiher wurde nicht mehr aufgestaut, ein Teil des Wassers abgepumpt, um den Damm zu entlasten und ein Gutachten über dessen Stabilität in Auftrag gegeben. Offensichtlich kam der Sachverständige zum Schluss, dass der Damm verfestigt werden muss. Seitdem gleicht der Märtesweiher einer großen Pfütze.

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