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Baiersbronn Landwirtschaft prägt die Ehe

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Das Goldhochzeitspaar Annemarie und Erwin Finkbeiner neben Ortsvorsteher Karlheinz Nestle vor dem alten Bauernhaus von 1570, dem Elternhaus von Annemarie Finkbeiner.Foto: Stadler Foto: Schwarzwälder Bote

Seit 50 Jahren sind Annemarie und Erwin Finkbeiner aus Klosterreichenbach miteinander verheiratet. An diesem Samstag feiern sie im Kreise der Familie und mit guten Freunden das Fest der goldenen Hochzeit, beginnend mit einem Gottesdienst ab 10.30 Uhr in der örtlichen Kirche.

Baiersbronn-Klosterreichenbach. 1966 lernten sich Annemarie und Erwin Finkbeiner beim Waldfest in Besenfeld kennen. Der aus Göttelfingen stammende Erwin Finkbeiner hat die Dame seines Herzens mit dem Auto nach Hause gebracht.

Sie lebt schon immer in Klosterreichenbach. Aufgewachsen ist sie in ihrem aus dem Jahr 1570 stammenden Elternhaus, einem der ältesten Höfe im Ort, so Ortsvorsteher Karlheinz Nestle. Landwirtschaft bestimmte ihr Leben bereits in jungen Jahren. Ihr Vater hat ihr alles beigebracht, auch das Traktorfahren und die Waldbewirtschaftung. Annemarie Finkbeiner erlernte den Beruf der ländlichen Hauswirtschaftsgehilfin und musste ein halbes Jahr auf einem fremden Bauernhof in Oberndorf verbringen. "Ich war gerade 14 Jahre alt und hatte fürchterliches Heimweh", erinnert sie sich an diese Zeit.

Ihr Mann Erwin ist gelernter Schmied. Nach seinem Umzug von Göttelfingen nach Klosterreichenbach war er im Fahrzeugbau bei der Firma Wackenhut in Nagold tätig, anschließend bei Fahrzeugbau Müller in Mitteltal. Die letzten 25 Jahre seiner Berufstätigkeit war er im Bauhof der Gemeinde beschäftigt.

Vier Jahre nach der ersten Begegnung gaben sie sich am 11. September vor dem Standesbeamten das Ja-Wort. Ein Tag später wurde kirchlich geheiratet. Im selben Jahr entschied sich das junge Ehepaar, gegenüber dem elterlichen Bauernhaus ein Wohnhaus zu bauen. Hier leben sie mit herrlichem Blick über Klosterreichenbach bis zum Stöckerkopf. Sie sind Eltern von einem Sohn und zwei Töchtern sowie Großeltern von vier Enkelkindern. Das Leben des Jubiläumspaares war bestimmt von Landwirtschaft und Waldbewirtschaftung, aber auch von der Tierhaltung mit Kühen und Hühnern. "Wir hatten ganz wenig Zeit für Urlaube", blickt das Ehepaar auf die Zeit bis vor sechs Jahren zurück.

Felder inzwischen verpachtet

Seit 2014 haben sie ihre Felder verpachtet, und der bei ihnen im Haus lebende Sohn bewirtschaftet den Wald. Gefeiert haben sie in der Vergangenheit alle runden Geburtstage, Annemarie Finkbeiner ist heute 72 und ihr Mann Erwin 77 Jahre alt. Zur Silberhochzeit vor 25 Jahren hatten ihnen die Kinder eine Reise an den Comer See geschenkt.

Gerne sind sie, sofern es möglich war, mit dem Bus verreist. Landschaftlich schöne Ziele – wie der österreichische Achensee oder Südtirol – genießen sie besonders gerne. "Einmal unternahm mein Mann eine Flugreise nach Amerika", erzählt Annemarie Finkbeiner. "Ich war in Michigan bei einem Treffen der Familien Finkbeiner, einige sind vor Jahren in die Staaten ausgewandert", ergänzt er.

Annemarie Finkbeiner ist erst einmal mit dem Flugzeug verreist, zur "Grünen Woche" nach Berlin. Erwin Finkbeiner, der gesundheitlich angeschlagen ist, gehört seit 50 Jahren dem Männergesangverein Klosterreichenbach an und genießt neben dem Singen auch die Zusammenkünfte. Seine Frau bewirtschaftet den Garten, kümmert sich um die Hühner oder kocht auf Holzfeuer im alten Bauernhaus. Nach wie vor ist sie auch im Wald damit beschäftigt, dass alles ordentlich ist, wie Sturm- oder Schadholzbeseitigung. "Das habe ich schon immer gemacht, und das hält mich fit", sagt Annemarie Finkbeiner, die seit über 20 Jahren auch noch einen Minijob in einem Hotel innehat. Sie genießt die Abwechslung und den Kontakt zu anderen Menschen bei dieser Arbeit.

Am Freitag hatte das Paar Besuch von Ortsvorsteher Karlheinz Nestle. Er überbrachte die Grüße von Bürgermeister Michael Ruf und überreichte die Glückwunschurkunde von Ministerpräsident Winfried Kretschmann.

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