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Baiersbronn Laktoseintoleranz durch die Pille?

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Elena Harin befasst sich mit der Frage, ob es einen Zusammenhang zwischen Laktoseunverträglichkeit und der Einnahme der Pille gibt. Foto: Meinert

Baiersbronn - Es kommt nicht eben häufig vor, dass eine Studentin eine medizinische Entdeckung macht, die weitreichende Folgen haben könnte. Etwa über den möglichen Zusammenhang zwischen der Einnahme der Antibabypille und Laktoseintoleranz.

Doch Elena Harin aus Baiersbronn, 30 Jahre alt und mit zwölf Jahren aus Kasachstan in den Nordschwarzwald gekommen, ist genau das gelungen. Noch handelt ist sich es eher um einen statistisch ausgewiesenen Zusammenhang, dem die junge Frau auf der Spur ist. Noch ist nichts endgültig bewiesen. Aber immerhin: Die Ergebnisse ihrer Arbeit liegen derzeit beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte in Bonn. Die junge Frau hofft, dass die Behörde die Ergebnisse ihrer Arbeit bald überprüfen wird - es dürfte spannend werden.

110 Seiten wissenschaftliche Arbeit

Nicht ohne Stolz hält Elena Harin ihre wissenschaftliche Arbeit in den Händen. Es handelt sich alles in allem um 110 Seiten, eingebunden in gediegenen grauen Karton. "Bachelorthesis" steht in fetten Lettern darüber, der Titel heißt "Untersuchung des kausalen Zusammenhangs zwischen der dauerhaften Einnahme der Antibabypille und dem Auftreten der Laktoseintoleranz", eingereicht bei der SRH Fernhochschule "The Mobile University" in Riedlingen.

Der Weg zu akademischen Ehren war lang, 2001 kam Harin mit ihren deutschrussischen Eltern nach Baiersbronn, das Abitur machte sie in Freudenstadt, zunächst studierte sie Betriebswirtschaft im dualen System in Karlsruhe, den praktischen Teil des Studiums absolvierte sie in einem Pharmaunternehmen. "Dass ich im Pharmabereich landete, war eher Zufall", sagt sie heute im Rückblick.

Zehn Jahre lang arbeitete sie im Vertrieb des Unternehmens, doch immer mehr sei ihr damals klar geworden, dass sie "mehr über Pharmazie" wissen wollte - nicht zuletzt, damit sie Kunden besser beraten kann. Also startete sie ein zweites Studium, "Pharmamanagement und Pharmatechnologie" in Riedlingen. Das war vor drei Jahren, diesmal handelte es sich um ein Fernstudium. Auf das Thema ihrer Arbeit kam sie allerdings erst vergangenes Jahr, sie verfolgte eine Online-Vorlesung zum Thema Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeit. Da klickte es bei ihr: "Mir wurde plötzlich klar, dass ich eine ganze Menge Leute kenne, die von heute auf morgen an Laktoseintoleranz erkrankt sind - irgendeinen Grund muss das ja haben." Es sei ihr aufgefallen, dass es sich zumeist um junge Frauen zwischen 20 und 30 Jahren handelt. "Und ich habe einfach mal unterstellt, dass diese Frauen mit großer Wahrscheinlichkeit alle die Pille genommen haben."

344 Frauen wurden online befragt

Dann habe sie mit ihrer Umfrage begonnen, die Arbeit daran dauerte rund drei Monate, die Ergebnisse seien eindeutig gewesen. 344 Frauen mit Milchzuckerunverträglichkeit, die mit der Antibabypille verhütet haben, seien online befragt worden. 282 der Frauen hätten angeben, nach dem Beginn der Pilleneinnahme laktoseintolerant geworden zu sein. "Das entspricht circa 82 Prozent. Somit deuten die ermittelten Zahlen deutlich auf einen Zusammenhang hin", sagt Elena Harin. Zum medizinischen Zusammenhang heißt es in einer Mitteilung der Universität: "Die sekundäre Form der Laktoseintoleranz entsteht aufgrund der Schädigung des Dünndarms. Dies kann unter anderem auf die Einnahme von bestimmten Medikamenten zurückgeführt werden."

Wie gesagt: Noch ist der Zusammenhang zwischen Pille und Laktoseintoleranz lediglich statistisch ermittelt. "Für den konkreten Beweis sind medizinische Experimente und Analysen notwendig", so die junge Frau, die fließend Deutsch und Russisch spricht sowie Englisch und Französisch. Sie hoffe sehr, dass ihre Arbeit Anstoß gibt zu weiteren Untersuchungen. Sollten sich ihre Ergebnisse bestätigen, dann müsste auf den Beipackzetteln von Antibabypillen vor Laktoseintoleranz als eine mögliche Nebenwirkung gewarnt werden, sagt die junge Frau. "Das wäre ein persönlicher Erfolg für mich."

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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