Den Ausflug in die Natur soll das neue digitale Angebot des Nationalparks nicht ersetzen, sondern ergänzen. Foto: Bahr

Online-Angebote für Kinder und Jugendliche erstellt. Lehrkräfte finden Material für Unterricht.

Baiersbronn/Ruhestein - Besondere Zeiten bringen besondere Ideen hervor. Auf der Nationalpark-Website ist im Blogbereich ein neues Angebot für Kinder, Jugendliche, Familien, Lehrer und Erzieher an den Start gegangen.

Wildnisbildung digital - kurz Wibidigi - bringt sozusagen ein kleines Stück Wildnis und Natur nach Hause, wenn der Besuch vor Ort gerade nicht oder nur eingeschränkt möglich ist, heißt es in einer Pressemitteilung des Nationalparks.

"Durch Corona konnten unsere vielen Kooperationsschulen und -Kindergärten plötzlich nicht mehr in den Nationalpark kommen, da haben wir die Zeit genutzt, etwas aufzubauen, das Kinder und Jugendliche von zu Hause nutzen können, um mit uns in Verbindung zu bleiben", wird Sebastian Schwab, Leiter der Wildnisbildung im Nationalpark in der Mitteilung zitiert.

Beiträge laden zum Mitmachen ein

Die ersten Beiträge und Videos laden bereits zum Entdecken und Mitmachen ein. "Wir geben zum Beispiel Tipps, wie sich Nachhaltigkeit und Naturschutz im Alltag leben lassen – sei es durch Upcycling oder durch eine wilde Ecke im eigenen Garten", so Matthias Eberspächer vom Wildnisbildungsteam des Nationalparks. "Natürlich soll unser digitales Angebot den Ausflug in den Nationalpark nicht ersetzen", ergänzt Schwab. "Aber es kann helfen zu überbrücken und später – wenn Kindergärten, Schulen und Jugendgruppen uns wieder ganz normal besuchen können – kann man die Erfahrungen vor Ort weiterführen."

Denn Wibidigi soll viel mehr als eine Übergangslösung für Corona-Zeiten sein. "Hier haben Kinder und Jugendliche auch die Möglichkeit, direkt mit uns in Kontakt zu treten, Fragen zu stellen, die auftauchen, oder zu erzählen, wie sich ihr Projekt in der Schule weiterentwickelt hat", so Eberspächer.

Der Blogbereich für die Wildnisbildung soll sich stetig füllen, sodass es immer wieder Neues zu entdecken gibt – und nach und nach auch ein großer Schatz an Wissen online bereitsteht, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Dabei ist nicht nur an Kinder und Jugendliche gedacht. Auch Erzieher oder Lehrkräfte sollen hier Material finden, um Wildnisbildung in den Kindergartenalltag einzubringen oder für den Unterricht aufzubereiten.

Auf Feedback gespannt

Das Wildbnisbildungs­team sei gespannt auf Feedback und freue sich über diese neue Möglichkeit, die Themen Wildnis, Nachhaltigkeit und Umweltschutz zu vermitteln, Diskussionen anzuregen und Anregungen zu geben, so der Nationalpark. "Schließlich spielen alle diese Themen nicht nur bei einer Exkursion im Nationalpark eine Rolle – sondern genauso im Alltag jeder und jedes Einzelnen", sagt Schwab dazu. Wenn die Erfahrungen zu Hause dann irgendwann beim Ausflug im Nationalpark besprochen werden können, sei das umso besser, heißt es in der Mitteilung abschließend.

Der Nationalpark arbeitet seit seiner Gründung 2014 in engen Bildungspartnerschaften mit Kindergärten, Schulen und überregionalen Bildungsinstitutionen zusammen. 15 Kindergärten und 18 Schulen aus der Nationalparkregion haben den Nationalpark als festen Bestandteil ihrer Bildungsarbeit verankert. Die Kooperationen werden stetig weiterentwickelt. Neben den regionalen Kooperationspartnern ist der Nationalpark auch überregional vernetzt. Dabei setzen die Kooperationen auch in der Ausbildung für Erzieher und Lehrer an.

Die pädagogischen Hochschulen Ludwigsburg und Schwäbisch Gmünd, die Lehrerseminare im Referendariat für Gymnasium und Sonderpädagogik in Freiburg und Freudenstadt (Grundschule) sowie die Elly-Heuss-Knapp-Schule, Fachschule für Sozialpädagogik, bereiten ihre Absolventen in intensiver Zusammenarbeit auf die Arbeit im Themenbereich Natur und Wildnis vor.