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Baiersbronn Integration will gemanagt sein

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Integration braucht Zeit und Engagement in ganz verschiedenen Bereichen. Das geht aus dem Jahresbericht von Jan Münzberg hervor. Seit Dezember 2017 arbeitet er als Integrationsmanager in Baiersbronn.

Baiersbronn. Einen umfangreichen Bericht präsentierte Integrationsmanager Jan Münzberg dem Gemeinderat Baiersbronn in seiner jüngsten Sitzung. Münzberg ging zunächst auf die Aufgaben von Integrationsmanagern ein. Sie führen zum Teil die Arbeit der Sozialbetreuung fort und sind für anerkannte Flüchtlinge beziehungsweise für Flüchtlinge mit subsidiärem Schutz und Ausbildungsduldung zuständig.

Integrationsmanager haben Lotsen- und Wegweiser- Funktion für die individuellen Integrationsprozesse. Ein wichtiges Element dieser Arbeit sei der Integrationsplan, der zusammen mit den Flüchtlingen entworfen werde. Die konkreten Handlungsfelder reichen von der Dokumentation, Auswertung und Fortschreibung des Integrationsplans mit den Flüchtlingen über Hilfestellung und Wertevermittlung bei interkulturellen Konflikten im Sozial- und im Arbeitsbereich bis zur Netzwerkarbeit.

Zentrale Ansprechstelle

Münzberg ist in Baiersbronn zurzeit für 226 Menschen zuständig, darunter 76 Kinder. Diese verteilen sich wie folgt: 110 anerkannte Flüchtlinge, 32 Flüchtlinge mit subsidiärem Schutz, neun Flüchtlinge mit Abschiebeverbot, 13 Flüchtlinge als Familiennachzug ohne Asylantrag sowie 62 mit einer Duldung, zum Teil mit Arbeitserlaubnis. Bei letzteren hilft Münzberg nur in dringenden Fällen, da für sie in erste Linie die Sozialbetreuung beim Landratsamt zuständig sei.

Münzberg ist zentrale Ansprechstelle für die Gemeinde in organisatorischen Fragen im Integrationsbereich, aber auch Ansprechpartner für viele weitere Stellen, Akteure und Netzwerk-Partner. So nimmt er zum Beispiel regelmäßig am Arbeitskreis Integration des Landratsamts teil, beteiligt sich bei der Umsetzung landkreisübergreifender Projekte. Mindestens drei Besuche stünden in der Woche in der Unterkunft Neumühleweg an und – soweit zeitlich möglich – ein Besuch in der Woche bei den Familien in der Anschlussunterbringung. Sehr zeitaufwendig sei zudem das Erstellen, Auswerten, Überprüfen sowie Forschreiben von Integrationsplänen.

Münzberg hatte eine ganze Reihe von Zahlen zusammengestellt und berichtete unter anderem von 49 erstellten Integrationsplänen und mehr als 1050 Beratungsgesprächen.

Vielfältige Themen

Die Themen der Gespräche reichen laut Münzberg von Sprachförderung, Schulbildung, Ausbildung und Studium sowie Arbeitsmarkt und Wohnungssuche bis zu Gesundheit, gesellschaftlicher Teilhabe und Kindern. Dabei seien die Flüchtlinge von ihm an Regeldienste und Beratungsstellen weitergeleitet worden.

Vermittlung in Arbeit

Münzberg ging auch auf die Vermittlung von Flüchtlingen in Firmen ein. In diesem Bereich gebe es viele Versuche, viele Misserfolge, aber auch einzelne Erfolge wie die Vermittlung in eine Ausbildung zum Straßenwärter beim Landratsamt.

In Planung seien zurzeit unter anderem die Organisation von Schwimmkursen für Kinder, ein Projekt der Jugendmusikschule in Zusammenarbeit mit dem Osterhof und der Grundschule Klosterreichenbach, die Vernetzung mit den Kirchen und deren Ehrenamtlichen sowie die Planung und Organisation eines Sprachkurses mit der Firma Krea Tec in Zusammenarbeit mit Hotels sowie ansässigen Firmen.

Der Bericht zeige, dass die Arbeit nach wie vor weitergehe, damit die Menschen sich im Ort zurrechtfinden, erklärte Bürgermeister Michael Ruf. Auf Fragen von Bezirksbeiratsvorsitzendem Ingo Christein antwortete Münzberg, dass in Sprache und Bildung die größten Probleme lägen. Zudem seien es manche nicht gewohnt, acht Stunden am Tag zu arbeiten. Er habe etwa fünf Flüchtlinge in Arbeit vermittelt.

Gerhard Gaiser (SPD) zeigte sich verwundert. Er könne die Aussage zu mangelnden Deutschkennnissen auch aus seinen Erfahrungen als ehrenamtlicher Helfer nicht nachvollziehen. Gaiser erklärte, dass viele Flüchtlinge in Arbeit oder Ausbildung seien. Außerdem wollte er wissen, wie es mit der Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen steht. Münzberg machte deutlich, dass für die Arbeit mit den Ehrenamtlichen eigentlich der Integrationsbeauftragte zuständig ist. Diese Stelle ist zurzeit unbesetzt. Er könne das in dieser Intensität nicht leisten. Münzberg führt auch das Projekt Gemeinschaftsgarten weiter, dass die frühere Integrationsbeauftragte ins Leben gerufen hatte.

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