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Baiersbronn Heimatgeschichte verpackt in Märchen

Von
Museumsleiter Fritz Holzer vor den Ausstellungsvitrinen Foto: Braun Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Monika Braun

Baiersbronn. Für rund 3500 Besucher im Jahr ist Hauffs Märchen-Museum im Baiersbronner Oberdorf eine beliebte Anlaufstelle, um Wissenswertes über Wilhelm Hauff und den Schwarzwald zu erfahren.Entstanden anlässlich der 700-Jahr-Feier, beherbergt das Museum seit 14 Jahren neben einer literarischen Abteilung und einer Hör- und Filmstation auch viele Ausstellungsstücke aus den alten Glashütten des unteren Murgtals. Die Zeit des großen Holzschlags in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts griff Wilhelm Hauff auf und erschuf mit seinem Märchen "Das Kalte Herz" sein literarisches Glanzstück, mit dem er sich ein Denkmal setzte.

Fritz Holzer, der seit fünf Jahren das Museum leitet, weist auf vieles hin, das im Inneren des Gebäudes bewundert werden kann. Neben einer kleinen Biografie Wilhelm Hauffs, die am Eingang für jeden Besucher gut sichtbar angebracht ist, können in schmucken Holzvitrinen in Buchform seltene Exponate und Erstausgaben des Schriftstellers bewundert werden. Die Leihgaben der Arbeitsstelle für literarische Museen in Marbach am Neckar verraten viel über das kurze Leben des mit 24 Jahren verstorbenen Stuttgarter Märchen- und Romanschriftstellers Wilhelm Hauff (1802 bis 1827), der verwandtschaftliche Beziehungen zur Gemeinde Baiersbronn hatte.

Vermutlich war es der reiche Waldbesitzer Johann Georg Klumpp aus Schwarzenberg, auch "Hunderttausend-Gulden-Klumpp" genannt, den sich Hauff als Vorbild für seine literarische Figur des Holländer Michel auserkoren hatte, inspiriert durch die Erzählungen seines Vetters, der die Tochter jenes reichen Klumpps geheiratet hatte, so Fritz Holzer. Auch die Hauptfiguren seines Kunstmärchens, Peter Munk, der Holländer Michel und das Glasmännle, alle erschaffen von einem Meister der Augsburger Puppenkiste, können in den Ausstellungsräumen bewundert werden.

Neben einem Raum für wechselnde Sonderausstellungen, in dem eine Zusammenfassung der Hauffschen Märchen ausgestellt ist, sind im Gebäude auch das Standesamt und weitere Gemeindeämter untergebracht. Im Obergeschoss des von der Gemeinde eingerichteten Museums können die großen und kleinen Besucher seltene Glasexponate bewundern sowie einiges über die Zeit der großen und kleinen Glashütten, der Glasmacher und der alten Waldberufe im Murgtal erfahren. Hier geht es um Tradition und Handwerkskunst, die Zeit des Glasmachens, für die der Schwarzwald lange Zeit bekannt war, aber auch um die Zeit der Industrialisierung, in der Holz eine tragende Rolle spielte.

Ein Modell eines Kohlenmeilers oder ein lebensgroßer Flößer bilden die Kulisse für den Filmraum, in dem eine 35-minütige Defa-Kurzfilmfassung des Märchens "Das kalte Herz" gezeigt wird. Gleich nebenan können die kleinen Gäste das Märchen "Der kleine Muck" anschauen und im Kinderlesebereich die Märchenbücher durchstöbern. Einmal pro Monat finden kostenlose Märchenerzählungen statt, auch in englischer Sprache.

Neben einigen Sonderausstellungen ist das Märchen- Museum in Baiersbronn einmal jährlich Treffpunkt für Märchenerzähler, die ihre Erzählkünste präsentieren. Für dieses Jahr sind noch Lesungen und eventuell eine kunsthandwerkliche Ausstellung geplant, so Fritz Holzer. Zweimal im Monat oder auch nach Vereinbarung werden Museumsführungen angeboten. "In der Hauptsache wird das Museum von Urlaubern besucht", weiß Museumsleiter Holzer, der einen Besuch für Kinder ab zehn Jahren besonders empfiehlt.

Hauffs Märchen-Museum ist zu finden in der Alten Reichenbacher Straße 1 (im Oberdorf neben der Kirche) in Baiersbronn. Besucher sind zu den regulären Öffnungszeiten am Mittwoch, Samstag und Sonntag von 14 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung willkommen. Auskünfte gibt die Baiersbronn Touristik, Telefon 07442/841 40.

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