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Baiersbronn Heimat ist kein alter (Bollen-)Hut

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Bürgermeister Michael Ruf, Wulf Wager, Claus-Peter Hutter, Susanne Eisenmann und Wolfgang Schlund (Leiter der Nationalparkverwaltung). Foto: Stadler Foto: Schwarzwälder Bote

Über Heimat, Bräuche und Traditionen tauschten sich Kultusministerin Susanne Eisenmann und Heimatexperte Wulf Wager bei einem Gespräch im Kulturpark Glashütte Buhlbach aus. Dabei wurde auch eines deutlich: Heimat ist kein alter (Bollen-)Hut.

Baiersbronn-Obertal. Zu dem Gespräch über Mensch und Natur mit dem Themenschwerpunkt "Die Neuentwicklung des Naheliegenden – Wie viel Heimatwissen brauchen wir?" mit Kultusministerin Susanne Eisenmann und dem Heimatexperten Wulf Wager als Talkgästen hatte die Akademie für Natur- und Umweltschutz mit dem Nationalpark Schwarzwald und der Nationalparkregion beim fünften Schwarzwald-Talk in den Kulturpark Glashütte Buhlbach eingeladen.

Mit dem kleinen Film "Heimat 4.0" startete der Schwarzwald-Talk. Für Moderator Claus-Peter Hutter, Leiter der Umweltakademie Baden-Württemberg, stand bei der Begegnung in der symbolträchtigen Glashütte Buhlbach die Neuentdeckung des Naheliegenden im Mittelpunkt. Für das Format der Talkrunden in verschiedenen Gemeinden wurde auf die interdisziplinäre Zusammensetzung geachtet. Zu den Gästen an diesem Abend zählten unter anderem die Karlsruher Regierungspräsidenten Sylvia Felder, Bürgermeister, Gemeinde- und Kreisräte aus der Region sowie Touristiker und Vertreter der Hotellerie und Gastronomie.

Sehnsucht und Stabilität

Michael Ruf begrüßte in Doppelfunktion als Bürgermeister Baiersbronns und als Vorsitzender der Nationalparkregion die Gäste im Kulturpark Glashütte Buhlbach. Die Plätze waren nahezu voll besetzt. Acht kulinarische Sterne leuchten über der flächenmäßig größten Naturpark-Gemeinde, betonte Ruf, der einen Rückblick auf die Historie der Glashütte warf.

Zum Auftakt definierte Kultusministerin Eisenmann den Begriff Heimat in einem ersten Statement mit Sehnsucht und Stabilität im digitalen Zeitalter. Sie sprach das Thema Wissenserosion an und stellte fest, dass Natur- und Heimatwissen an folgende Generationen weitergegeben werden müsse. Auch Dialekte dürften nicht verlorengehen, so Eisenmann.

Für den Heimat- und Brauchtumsforscher sowie Moderator Wulf Wager, der die Zeitschrift "Mein Ländle" herausgibt und Inhaber der Agentur Wager Kommunikation ist, bedeutet Heimat gewachsene Tradition mit Vertrautheit und Sicherheit sowie der Sehnsucht nach Erdung. Er sprach über die Narrenzünfte als vitalsten Brauch mit mittlerweile zahlreichen neuen Figuren.

Heimat könne auch hip sein, sagte Wager, was sich beispielsweise beim Cannstatter Volksfest niederschlage, das junge Menschen in verbindender Kleidung – Dirndl und Lederhosen – besuchen.

In der Talk-Runde stellte Claus-Peter Hutter die Fragen an Eisenmann und Wager. Thematisiert wurde die Frage nach der Menge an Heimatwissen, das gebraucht wird. Gesucht waren drei Worte, die beide Talkgäste mit dem Schwarzwald verbinden. Eisenmann sah den Schwarzwald als lebendig, facettenreich und nachhaltig, während Wager Natur, Tradition und Kulinarik nannte.

Eisenmann sah die Schule in Bezug auf Wissensverlust beziehungsweise Wissenserosion nicht als Reparaturbetrieb der Gesellschaft. Bedauert wurde von allen Seiten der Verlust von Heimatliedern, die heutzutage in Kindergärten und Schulen nur noch selten gesungen werden. In Bezug auf die anstrengenden Klimadiskussionen, so Eisenmann, müssten die Klimaziele umgesetzt werden, dürften aber nicht zu Lasten des Einzelnen gehen und keine Spaltung bewirken, sondern müssten ein gesellschaftliches Miteinander erreichen. Dabei müsse man die jungen Menschen ernst nehmen, sagte Eisenmann.

Auch Wager will Vorbild sein und ein Bewusstsein schaffen für einen guten Umgang mit der Umwelt durch Vorleben. So verzichtet er zum Beispiel auf Plastiktüten und konsumiert heimisches Obst.

Auf die Frage Hutters, wo die beiden Talkgäste den Nationalpark in zehn Jahren sehen, sagte Eisenmann, dass dieser schon jetzt eine Erfolgsgeschichte sei und dann noch bedeutender werde. Ihm stehe eine glänzende Zukunft bevor.

Auch Wager sieht im Nationalpark, der viel Wissen über die Natur vermittelt, Vorteile im touristischen Bereich.

Im Anschluss an die Talkrunde hatten die Gäste noch Zeit für Fragen an die Kultusministerin und den Heimat- und Brauchtumsforscher. Bei der knapp bemessenen Zeit konnten die einzelnen Themen – wie Schulgarten oder die Entwicklung von Heimatgefühlen durch die Schule –­nur grob angerissen werden. Nach einem kurzen Film über den Wald im Jahreslauf begegneten sich die Gäste zum Ausklang des Abends bei einem kleinen Empfang.

Der nächste Schwarzwaldtalk ist am 4. Dezember in Bad Peterstal-Griesbach geplant. Als Talkgast wird Arved Fuchs erwartet.

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