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Baiersbronn Heim am Rosenberg: Betreutes Wohnen statt Pflegeplätze

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Im bisherigen Pflegeheim am Rosenberg sollen betreute Wohngemeinschaften entstehen. Foto: Braun

Baiersbronn-Klosterreichenbach - Neue Entwicklungen gibt es beim Pflegeheim am Rosenberg in Klosterreichenbach. Das Heim wird als Pflegeheim im herkömmlichen Sinne geschlossen. Stattdessen entstehen ambulant betreute Wohngemeinschaften.

Andreas Baumgärtner, der das Heim als Mitgesellschafter der Betreibergesellschaft viele Jahre geleitet hatte, hat bald die Zügel wieder in der Hand. Allerdings läuft das schon vor Jahren eröffnete Insolvenzverfahren der Betreibergesellschaft des Pflegeheims weiter. Insolvenzgrund war ein Streit der Gesellschafter. Neben der Betreibergesellschaft, der Pflegeheim am Rosenberg GmbH, gibt es noch eine weitere Gesellschaft, der die Immobilie gehört, die sie wiederum an die Betreibergesellschaft vermietet.

Besitzgesellschaft wieder handlungsfähig

An beiden Gesellschaften hält Baumgärtner jeweils 50 Prozent. Nach dem Tod der Mitgesellschafterin liegen die anderen 50 Prozent nun in den Händen einer Nachlassverwalterin. "Dadurch ist die Besitzgesellschaft wieder handlungsfähig geworden", so Baumgärtner. Er betreibt auch seit einigen Jahren den ambulanten Pflegedienst Humanitas und will nun im bisherigen Pflegeheim am Rosenberg ein neues Konzept verwirklichen. Deshalb hat die Immobiliengesellschaft den Mietvertrag zum 30. September gekündigt. Zu diesem Termin werde der Heimbetrieb eingestellt, kündigt Baumgärtner im Gespräch mit unserer Zeitung an. Stattdessen gehe der Betrieb weiter mit ambulant betreuten Wohngemeinschaften. Bis zu 24 Menschen könnten dort leben. Bisher hatte das Heim 43 Plätze. Neun Anmeldungen aus dem Heim lägen bereits vor. Neben den Wohngemeinschaften solle eine Tagespflege entstehen.

Baumgärtner geht davon aus, dass für die Bewohner, die nicht in den betreuten Wohngemeinschaften leben wollen oder können, bis Ende September in anderen Häusern Plätze gefunden werden können. 15 Plätze seien im Betreuungszentrum Murgtalblick reserviert. Was die Mitarbeiter angeht, sagt er: Alle Mitarbeiter, die wollten, würden übernommen. Klar stellt Baumgärtner, dass auch in Zukunft 24 Stunden Personal vor Ort sein solle. Und neben den zu den Wohngemeinschaften gehörenden Küchen werde auch in der Tagespflege Essen angeboten. Dieses Angebot könne auch von den Bewohnern genutzt werden.

Das Insolvenzverfahren war am 1. Mai 2015 eröffnet worden. Seitdem hat Insolvenzverwalter Stefano Buck vom Unternehmensverbund Schultze & Braun den Pflegebetrieb fortgeführt, in den ersten Monaten noch mit Baumgärtner als Heimleiter. Ziel sei eine Sanierungslösung gewesen, so Ingo Schorlemmer, Pressesprecher von Schultze & Braun, schriftlich auf Anfrage unserer Zeitung.

Mehrere Interessenten für Übernahme des Pflegebetriebs

Es habe mehrere Interessenten für eine Übernahme des Pflegebetriebs gegeben. "Eine Einigung mit der Vermieterin des Gebäudes kam jeweils nicht zustande", schreibt Schorlemmer. Mit Inkrafttreten der neuen Heimbauverordnung zum 1. September 2019 wären nun umfangreiche bauliche Maßnahmen notwendig geworden, die den Betrieb des Pflegeheims hätten unwirtschaftlich werden lassen, schildert er die Sachlage aus Sicht von Schultze & Braun. Zudem wolle die Vermieterin das Gebäude mit einem anderen Konzept nutzen und habe daher zum 30. September gekündigt.

Schorlemmer spricht zwar ebenfalls von 15 Plätzen, die in einem anderen Heim reserviert worden seien, stellt aber zugleich fest, dass generell ein Mangel an entsprechenden Betreuungsmöglichkeiten bestehe. Neue Plätze in Klosterreichenbach entstünden auf dem Areal des ehemaligen Hotels Sonne-Post erst im August 2019. "Insgesamt ist die Situation für die Bewohner und deren Angehörigen daher sehr schwierig, und wir bedauern das außerordentlich", schreibt Schorlemmer.

Alle 35 Mitarbeiter des Pflegeheims seien weiterhin in der Einrichtung beschäftigt. So sei auch die Versorgung der Bewohner sichergestellt. Kündigungen gegenüber den Mitarbeitern seien bislang nicht ausgesprochen worden. Sie seien aber über die aktuelle Entwicklungen informiert worden und hätten angekündigt, das Haus zum 30. September verlassen zu wollen. Der mobile Pflegedienst ist laut Schorlemmer von der Schließung nicht betroffen.

Das Insolvenzverfahren der Betreibergesellschaft sei mit der neuen Entwicklung nicht abgeschlossen. Stefano Buck müsse nun die GmbH abwickeln.

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