Bankvorstand Clemens Grießhaber (Dritter von rechts) ehrte langjährige Mitglieder. Fotos: Braun Foto: Schwarzwälder-Bote

Volksbank Murgtal verabschiedet Wolfgang Killian bei Mitgliederversammlung

Baiersbronn-Röt (mb). Bei der Mitgliederversammlung der Volksbank Murgtal, zu der rund 300 Mitglieder gekommen waren, standen neben der Abstimmung zur Fusion mit der Volksbank Baiersbronn (wir berichteten) die Geschäftszahlen der Genossenschaftsbank und die Verabschiedung ihres langjährigen Vorstands Wolfgang Killian im Vordergrund.

Nach der Begrüßung durch Aufsichtsratsvorsitzenden Ulrich Wein fand auch Bürgermeister Michael Ruf lobende Worte für die Genossenschaftsbank. Die Volksbank Murgtal zeichne sich durch eine solide Geschäftspolitik aus. Sie spekuliere nicht und habe sich ihrem Standort stets verbunden gezeigt, so Ruf. Die geplante Fusion heiße die Gemeinde gut, da damit eine schlagkräftige Einheit entstehe. Bankvorstand Clemens Grießhaber erklärte in seinem Jahresbericht das gesteckte Ziel, ohne großes Risiko durch die Finanzkrise zu kommen, als erreicht. Leider habe man rund eine Million Euro an Kundeneinlagen verloren, davon seien gut die Hälfte in Bau- und Renovierungsmaßnahmen investiert worden. Die Bilanzsumme lag um 5,1 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert.

Als unbefriedigend stellte Grießhaber die Entwicklung der Kundenkredite heraus. Die Kreditnachfrage sei weiterhin schwach, daher wolle die Volksbank Murgtal auch an Kreditnehmer außerhalb ihres Geschäftsgebiets Kredite vergeben. Erfreulich sei der überdurchschnittliche Eigenkapitalanteil, der Einlagenrückgang der Kunden liege knapp unter einer Million Euro. Das Eigenkapitel und die Ertragslage seien auch in Zukunft die Voraussetzung für ein solides Wachstum, daher werde auch dieses Jahr das Eigenkapital aus dem Jahresgewinn gestärkt. Aktuell habe die Volksbank Murgtal 1419 Mitglieder. Das betreute Kundenvolumen habe sich in den vergangenen Jahren kaum verändert. Insgesamt lag der Bilanzgewinn bei 178 499 Euro. Die Versammlung beschloss einstimmig, eien Teil in die Rücklagen einzustellen und eine Sechs-Prozent-Dividende an die Mitglieder auszuzahlen und folgte damit dem Vorschlag des Vorstands. Grießhaber räumte ein, in einigen Bereichen, besonders mit dem Zinsüberschuss, nicht zufrieden zu sein. Für die kommenden zwei Jahre sei insbesondere die Entwicklung der Zinsspanne von Bedeutung. Verbandsdirektor Gerhard Schorr vom Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbands bescheinigte der Volksbank Murgtal eine geordnete Vermögens- und Bilanzlage, die Ertragslage sei nicht zufriedenstellend und liege unter dem Durchschnitt.

Neben den Ehrungen für 40- und 50-jährige Mitgliedschaft stand die Verabschiedung des langjährigen Bankvorstands Wolfgang Killian auf der Tagesordnung. Gerhard Schorr, der die Laudatio hielt, sprach von einem lupenreinen Baden-Württemberger und Genossenschaftler, der sein Geschäft von der Pieke auf gelernt habe. Zum Abschied überreichte er Wolfgang Killian, der über 28 Jahre im Vorstand der Volksbank Murgtal gewirkt hatte, die höchste regionale Auszeichnung des Verbands, die Raiffeisen/Schulze-Delitzsch-Medaille. Seitens der Bank sprach Ulrich Wein lobende Worte und überreichte eine Holzsitzbank und ein Weinpräsent zum Abschied. Der in den Ruhestand gegangene Killian dankte seinerseits mit einem Zitat von Ronald Reagan: "Im Abschied liegt eine süße Trauer."

Für 40 Jahre Mitgliedschaft wurden geehrt: Alfred Klumpp, Albert Schneider, Werner Mast, Hilde Haist, Karlheinz Bierbach, Friedrich Finkbeiner, Georg Wurster, Gerhard Frey, das Sozialwerk für Jugend-, Familien- und Seniorenhilfe, Günter Klumpp, Lothar Schoch und Peter Goyk. Für 50 Jahre Mitgliedschaft wurden Maria Möhrle, Karl-Heinz Matheis, Gerhard Klumpp, Ruth Wahr, Helmut Wunsch und Willy Mast geehrt.

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