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Baiersbronn Ein Dichter, der das Staunen nicht verlernt hat

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Thomas Rosenlöcher las aus seinen Werken im Kulturpark Glashütte Buhlbach. Foto: Braun Foto: Schwarzwälder Bote

Baiersbronn-Obertal. "Gedichte, da müssen sie durch", kündigte Thomas Rosenlöcher bei seiner Matineelesung im Kulturpark Glashütte Buhlbach augenzwinkernd an. Er unterhielt sein Publikum für rund eineinhalb Stunden auf charmante Art und Weise.

Im Rahmen der Literaturtage Nordschwarzwald las Thomas Rosenlöcher aus seinen Werken und begeisterte mit seiner treffenden Sprache und kunstvollen Wortgewandtheit.

Dora-Luise Klumpp vom Förderverein Glashütte Buhlbach begrüßte die Gäste in der Rolle der Caroline Boehringer. Sie erzählte von der Geschichte der Glashütte, von ihren Erfolgsprodukten und ließ die Zuhörer damit in die Vergangenheit eintauchen.

Autorin und Moderatorin Signe Sellke stellte Thomas Rosenlöcher und seine Werke vor, dafür hatte sie zahlreiche Zitate vorbereitet. 1947 in Dresden geboren, erwies sich Rosenlöcher bis zur Wende als ein "trotzig ausharrender Widerständler, der mehrfach mit namhaften Literaturpreisen ausgezeichnet wurde", sagte sie. Nur ein "Fröhlichmacher" sei aber Rosenlöcher nicht, mit Selbstironie gehe er seine Werke an und habe sich als "genialer Wortschöpfer" erwiesen. "Ein Dichter, der ganz bei sich wohnt und das Staunen nicht verlernt hat", charakterisierte Sellke Thomas Rosenlöcher. Seine Schwerpunkte liegen auf der Lyrik. "Hirngefunkel" ist sein bekanntester Gedichtband, aus diesem las der Autor einige Proben vor. Sellke bezeichnete seine Sprache als "singendes Sandstein-Sächsisch", und kaum war die Einführung vorbei, trat der Autor in bescheidener und sympathischer Manier vor das Publikum.

"Das Gedicht handelt von einem Engel, der im Fach Demut eine sechs hat", erklärte Rosenlöcher und las seine Wortschöpfungen zum besseren Verständnis auch mal zweimal vor. In seinen Werken schreibt er über das Alltägliche und Banale, die Bäume und Gärten, aber auch über Engel. Dabei sind seine Ausführungen klar und seine Worte gut gewählt, kunstvoll verknüpft er die Verse und kommt zu neuen Wortkreationen. Rosenlöcher kann auch kritisch, da geraten zum Beispiel Jogger und Walker in den Mittelpunkt seiner Beobachtungen. "Ich bin ein O.k.-Gegner", stellte er fest und hatte auch eine erheiternde Kurzgeschichte zu dem von ihm gehassten Trendwort parat. Mal schlitzohrig oder auch satirisch sind seine Werke, seine Lesung war kurzweilig und seine Wortschöpfungen kamen gut an.

Rosenlöcher wurde auch politisch. "Ich komme aus dem Osten, und es beschäftigt mich gerade sehr, was dort passiert. Ich habe schon ein bisschen Angst", sagte er. "Wir müssen tapfer sein", so seine Einschätzung zur aktuellen politischen Stimmung im Osten, und: "Ich habe Angst, dass die Kinder mal in die Höcke-Jugend gehen."

Rosenlöcher begeisterte die Zuhörer, sympathisch und bescheiden mit einem gewinnenden Lächeln und vielen tiefgründigen Beobachtungen, die er in Worte fasste. Am Ende gab es viel Applaus für den Autor, der zugibt: "Es ist viel Aufklärung im Osten notwendig."

Autor Walle Sayer aus Horb, einer der Organisatoren der Literaturtage, dankte Rosenlöcher mit einem Geschenk.

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