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Baiersbronn Display erinnert an Rücksichtnahme

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Freuen sich über die neue Messanlage am Ortsausgang Schönmünzach (von links): Michael Wagner, Bernd Hein, Erwin Zepf, Bürgermeister Michael Ruf und Ordnungsamtsleiter Marko Burkhardt. Foto: Braun Foto: Schwarzwälder Bote

Mit einem Pilotprojekt sagt die Gemeinde Baiersbronn dem Motorradlärm den Kampf an: Seit wenigen Wochen steht an der Bundesstraße 462 nach dem Ortsschild Schönmünzach in Fahrtrichtung Schwarzenberg ein sogenanntes Motorradlärmdisplay.

Baiersbronn-Schönmünzach. Mit dem Lärmdisplay wird den Motorradfahrern angezeigt, ob sie mit einem auch für andere angenehmen Geräuschpegel den Ort verlassen oder ob sie gar durch lautes Motorengeräusch für Lärmbelästigung besonders der Anwohner sorgen.

"Wichtig wird dieses Display natürlich hauptsächlich in den Sommermonaten. Doch wir sind froh, an dem Förderprogramm des Landes teilnehmen zu können", so Ordnungsamtsleiter Marko Burkhardt. Die Kosten für das Display liegen bei rund 16 000 Euro, davon werden 4000 Euro vom Verkehrsministerium des Landes übernommen.

Nicht nur Schall und Geschwindigkeit werden gemessen

"Wie sich die Wirksamkeit solcher Einrichtungen dann entwickelt, wissen wir nicht. Doch sicher wird sich in Zukunft auch bei diesen Anlagen noch etwas tun und so die Motorradfahrer am Rasen hindern", ist der Gemeindevollzugsbedienstete Michael Wagner überzeugt.

Aktuell handelt es sich um ein Display, das ähnlich den bekannten Geschwindigkeitsdisplays funktioniert. "Bei den Autofahrern, die zu schnell fahren, wird in roter Schrift ›langsam‹ angezeigt, bei den zu lauten Motorrädern heißt es ›leiser‹." Insgesamt hoffe man hier auf die Einsicht der Fahrer. Denn die Displays sind keine Blitzer. Nicht nur der Schall der Fahrzeuge und die Geschwindigkeit werden gemessen. Auch die Fahrzeugklasse wird in der Datenbank gespeichert. "Die Daten werden an die entsprechenden Stellen zur Auswertung weitergeleitet", so Ordnungsamtsleiter Burkhardt. Letztlich habe man dann genaue Daten, die Aufschluss zu Lärm und Geschwindigkeit in dem Bereich geben.

Bernd Hein, Mitglied im Ortschaftsrat und betroffener Anwohner, hatte so ein Display mit angeregt und freut sich, dass am Ortsausgang Schönmünzach der Einsatz nun getestet wird. "Bei uns Anwohnern sind die Motorräder ein Riesenthema. Besonders im Sommer, wenn so richtig aufgedreht wird, ist es fast unerträglich", weiß er aus Erfahrung zu berichten. Mit der Anzeige des Lärms wolle man nun an die Vernunft der Fahrer appellieren. Die Anwohner der Straße In den Auen fühlten sich durch den Motorradlärm belästigt. Dieser komme aufgrund der wenigen Begrünung fast ungefiltert bei den Häusern an. "Manche Motorradfahrer fahren wirklich angemessen, aber es gibt auch andere, die gerade in den Abendstunden mal so richtig Gas geben", so Hein.

Ebenso sieht es Ortsvorsteher Erwin Zepf, der sich freut, dass nun in Schönmünzach dem Motorradlärm der Kampf angesagt wird. Schon lange sei das ein Thema bei vielen Bewohnern des Ortes.

Ordnungsamtsleiter Burkhardt betont, dass man bei der Standortsuche auf viele Faktoren achten musste, insbesondere eine gerade Strecke für die Messstelle und die rund 100 Meter weiter installierte Anzeige seien wichtig gewesen. "Es hat einen sachlichen und technischen Grund, dass wir uns für den Standort Schönmünzach entschieden haben. Über den Förderzeitraum von zwei Jahren möchten wir die Messanlage nicht versetzten", so Marko Burkhardt.

Das Gerät sei nur theoretisch mobil, denn für den Aufbau seien Fundamente notwendig gewesen, sodass man den Standort nicht so einfach wechseln könne. Ein unbefugtes Entfernen der Anzeige sei nicht möglich, denn die Geräte seien mit GPS-Sendern ausgestattet und könnten jederzeit geortet werden, stellt Burkhardt klar. "Irgendwelche Spaßvögel können also nicht so einfach die Tafel entfernen", betont auch Michael Wagner.

Bürgermeister Michael Ruf freut sich, in der Gemeinde mit Hilfe des Förderprogramms das Projekt zu testen. "Genau das deckt sich mit unseren Bestrebungen, das Thema Lärm entsprechend aufzugreifen und zu bekämpfen. Oft war es ein Anliegen in den Bürgergesprächen, den Lärm zu minimieren", so Ruf. Wichtig sei es, dass die Fahrer verstehen, dass der persönliche Fahrspaß nicht vor der Rücksichtnahme auf die Mitmenschen und Anwohner stehen könne.

"Das Display kann verdeutlichen, dass man sich einfach zu laut verhält", so Ruf. Es werde mit dem Thema Lärmschutz in der Gemeinde auch in Zukunft weitergehen. Der Lärmaktionsplan soll nächstes Jahr fortgeschrieben werden. So ein Display sei sicher der richtige Schritt in Richtung Lärmbekämpfung, davon sind die Verantwortlichen überzeugt.

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