Den Kauf von digitalen Werbetafeln hat der Gemeinderat mehrheitlich abgelehnt. Visualisierung: Max Günter Foto: Schwarzwälder Bote

Displays: Gemeinderat lehnt Kauf auch aus finanziellen Gründen ab / Hohe Kosten überraschen

Die Veranstaltungshinweise und Mitteilungen der Gemeinde Baiersbronn werden auch in Zukunft nicht auf großen LED-Werbeanzeigetafeln zu sehen sein. Mehrheitlich lehnte der Gemeinderat die Beschaffung solcher Displays in der jüngsten Sitzung ab.

Baiersbronn. Heiko Klumpp von der Baiersbronn Touristik hatte in einer Präsentation mögliche Ausführungen und Standorte erläutert. Doch das Gremium entschied sich auch aus Kostengründen gegen die digitalen Werbemöglichkeiten. Bürgermeister Michael Ruf erinnerte daran, dass die CDU-Fraktion in den Haushaltsreden den Wunsch geäußert habe, sich mit der Beschaffung dieser Anlagen zu befassen.

Klumpp führte aus, dass die LED-Tafeln in einer Größe von 2,90 auf 1,90 Meter in Frage kämen und die Aufstellung an Straßenrändern zweckmäßig sei. Vier Standorte hätten sich als geeignet herauskristallisiert. "Diese könnten in Richtung Obertal, Richtung Schönmünzach und in Richtung Freudenstadt sein", so Klumpp. Außerdem sei der zentral gelegene Rosenplatz geeignet. Der Standort müsse zwingend eine Stromversorgung und im Idealfall eine Internetverbindung haben. Für ein einseitiges Display müsse die Gemeinde mit Kosten von rund 25 000 Euro pro Anlage rechnen, für eine Tafel mit beidseitigem Display würden rund 45 000 Euro für jeweils eine Anlage anfallen. Eine Art Holzverkleidung sei aus optischen Gründen möglich.

Michael Ruoss (CDU) sagte, dass seine Fraktion froh sei, dass es der seit 2018 gehegte Wunsch wenigstens auf die Tagesordnung geschafft habe. "Wir brauchen eine anständige Präsentation in der Gemeinde, hier darf man sich dem Fortschritt nicht in den Weg stellen", so Ruoss. Nichts sei schlechter, als längst abgelaufene Veranstaltungshinweise zu präsentieren. Überraschend seien allerdings die hohen Kosten. Das zeige, dass nicht alles, was wünschenswert sei, zurzeit auch möglich sei, räumte Ruoss ein. Daher sprach er sich im Namen der CDU-Fraktion dafür aus, zunächst nur eine Anlage zu beschaffen und diese 2022 an zentraler Stelle aufzubauen. Bürgermeister Michael Ruf erklärte, dass an der Freudenstädter Straße keine Anlage vorgesehen sei und betonte, dass solche Anlagen auch genehmigt werden müssten.

Ingo Christein (CDU) betonte, dass zunehmend jüngere Gäste nach Baiersbronn kommen, und sprach sich für einen Standort gegenüber dem Ärztehaus aus, da am Rosenplatz nicht genügend Menschen erreicht werden könnten. "Auf den Tafeln könnten auch die Vereine ihre Veranstaltungen platzieren", sagte Christein.

Gegner: Ortsbild wird nicht schöner

"Ich spreche mich ganz entschieden gegen den CDU-Vorschlag aus. Die Werbetafeln tragen nicht zur Verschönerung des Ortsbilds bei. Es gibt genug Dinge, wofür wir im Moment das Geld dringender brauchen", so Gerhard Gaiser (SPD). Geld für Werbetafeln sei rausgeschmissenes Geld. "Ich finde es auch ästhetisch gesehen eine Katastrophe. Diese Dinger sind absolut scheußlich. Es geht auch um die Ablenkung der Autofahrer im Straßenverkehr, wenn die Tafeln am Straßenrand aufgebaut werden", sagte Ludwig Wäckers (BUB).

"Ästhetisch ist das ja in Freudenstadt misslungen. Wenn wir so eine Tafel aufstellen, dann muss sie qualitativ hochwertig sein, und das Ortsbild darf nicht verschandelt werden", erklärte Lutz Hermann (FDP/UBL). Außerdem fragte er nach Einsparungen durch die dann nicht mehr notwendigen Großtafeln und Banner für die Werbung. "Da kann man natürlich etwas sparen, bei nur einer LED-Werbetafel müssten wir allerdings noch weiterhin die Banner und Plakattafeln aufstellen", so Tourismusdirektor Patrick Schreib. Gemeinderat Karlheinz Nestle (FWV) sprach sich ebenfalls gegen solche Großwerbedisplays aus. Erst kürzlich habe das Bauamt die Anfrage für eine gewerblich genutzte Werbetafel abgelehnt. "Wir sollten unserer Linie treu bleiben und diese nicht durch unsere Aktion untergraben", sagte Nestle. Ansatz sei ja gewesen, Informationen und Veranstaltungshinweise zu kommunizieren, nicht irgendwelche Werbung zu platzieren, stellte Ruoss klar.

Bürgermeister Ruf sah so eine Präsentationstafel als Möglichkeit, Menschen zu erreichen. "Wir sollten erstmal die Vereine fragen, ob sie so was überhaupt nutzen", so Gemeinderätin Christine Günter (FWV). Ruf schlug vor, zunächst mal die Weiterverfolgung einer Anlage zu beschließen, damit sei noch gar nichts passiert. Doch das Gremium schloss sich dem Votum des Verwaltungsausschusses an, keine weiteren Informationen einzuholen und den Kauf abzulehnen.

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