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Baiersbronn Bilanzsumme steigt deutlich

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Mit Spannung erwartet wurde die Vertreterversammlung der Volksbank Baiersbronn/Murgtal. Foto: Voba Foto: Schwarzwälder Bote

Stabilitätsanker in stürmischen Zeiten: Die Volksbank Baiersbronn Murgtal ist überdurchschnittlich stark mit Eigenkapital ausgestattet. Allerdings drücken die Kosten für das Filialnetz den Gewinn.

Baiersbronn/Freudenstadt. Geschäftszahlen für das Jahr 2019 legte der Vorstand in der Vertreterversammlung vor, in der auch grünes Licht für die Fusion mit der Volksbank Horb/Freudenstadt gegeben wurde (wir berichteten). Die beiden Vorstände Clemens Grießhaber und Jürgen Frey sprachen in ihren Berichten von "herausfordernden Rahmenbedingungen", bedingt durch anhaltende Niedrigzinsen, zunehmender Regulatorik und hohem Wettbewerbsdruck.

Die Volksbank Baiersbronn Murgtal verwaltete am Bilanzstichtag 2019 ein Kundenvolumen in Höhe von 522 Millionen Euro, so Jürgen Frey in seinem Vorstandsbericht. Die Bilanzsumme sei um 3,1 Prozent auf 260,6 Millionen Euro gewachsen. Wachstumsimpulse seien insbesondere von den hohen Zuwächsen bei den Kundeneinlagen gekommen, während im Kreditgeschäft in Summe ein leichter Rückgang zu verzeichnen gewesen sei. Im vergangenen Jahr herrschte eine rege Nachfrage nach Baudarlehen mit 20-jähriger Zinsbindung, so Frey. Hier seien in Zusammenarbeit mit der Bausparkasse Schwäbisch Hall AG gute Zuwachsraten erreicht worden.

Weiterhin deutlich über den Durchschnittswerten liege das Eigenkapital der Volksbank. Aufsichtsrechtliche Eigenkapitalvorgaben könnten somit gut erfüllt werden. Erwartungsgemäß nicht zufriedenstellend sei 2019 die Ertragslage. Die Prognosewerte seien zwar übertroffen worden, aber die Auswirkungen der Niedrigzinsphase sowie die hohen Kosten unter anderem für das dichte Zweigstellennetz belasten das Betriebsergebnis.

Insgesamt wurde nach Meinung des Vorstands in 2019 "ein noch auskömmliches Ergebnis" erzielt. Das Betriebsergebnis reiche für eine angemessene Dotierung der Rücklagen sowie eine ausreichende Risikovorsorge aus. Um Sanktion der BaFin zu vermeiden, folgte auch die Volksbank der allgemein gültigen und nachdrücklichen Empfehlung der Bankenaufsicht, für 2019 zunächst keine Dividendenausschüttung vorzunehmen. Das Geld wurde stattdessen in den Gewinnvortrag eingestellt. Die Versammlung stimmte diesem Vorgehen zu.

Laut Clemens Grießhaber stellten Niedrigzinsphase, eine überbordende Regulatorik und jetzt noch die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie hohe Anforderungen an alle Volks- und Raiffeisenbanken. Die Neubewertung der Situation im April dieses Jahrs habe gezeigt, dass die Volksbank über ausreichend Reserven verfüge, die prekäre Situation zu überstehen. Zwischenzeitlich habe sich die Lage an den Finanzmärkten und den regionalen Betrieben wieder deutlich verbessert, sie bleibt aber äußerst stark Schwankungen unterworfen. Erst in einigen Monaten sei absehbar, wie die heimischen Betriebe die Ausnahmesituation überstanden hätten. Für Sparer heißt es, umzudenken. Klassische Spareinlagen brächten voraussichtlich über einen längeren Zeitraum keine Erträge. Eher das Gegenteil sei der Fall. Grießhaber empfiehlt den Kapitalanlegern das "seit langem bewährte Aktienfondssparen" als Beimischung.

Corona-Folgen zeigen sich erst in Monaten

Aufsichtsratsvorsitzender Ulrich Wein dankte den Vorständen und den Mitarbeitern der Bank für das Erreichte. Wirtschaftsprüfer René Heinrich vom Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband erteilte dem Jahresabschluss 2019 den uneingeschränkten Bestätigungs-vermerk des Verbands, die Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung wurde bestätigt. Vorstand und Aufsichtsrat erhielten die Entlastung.

Mit Spannung erwartet wurde das Votum über die Verschmelzung mit der Volksbank Horb-Freudenstadt. Ulrich Wein, Vorsitzender des Aufsichtsrats, führte ins Thema über den geplanten Zusammenschluss und die Gründe hierfür. Das Motto laute "Regionale Stärke verbinden". Die Folgen der Finanzpolitik und die rasante Entwicklung der Digitalisierung treffe regionale Volksbanken in besonderem Maße und zwinge sie zum Umdenken. Eine Fusion bringe einmalige und dauerhafte Verbesserungen. Die jährlichen Einsparmöglichkeiten würden mit rund einer Million Euro beziffert. Der Genossenschaftsverband hatte den Fusionsvertrag geprüft und stufte in für vereinbar mit den Interessen von Mitgliedern und Gläubigern der beteiligten Genossenschaften ein.

Die Vertreter votierten einstimmig für die Fusion. Das Ergebnis bezeichneten Clemens Grießhaber und Dieter Walz, Vorstand der Volksbank Horb-Freudenstadt, als großen Vertrauensvorschuss der Mitglieder ein. Die bisherigen Aufsichtsratsmitglieder Rudolf Günter, Michael Klumpp, Michael Ruf und Reiner Würth wurden einstimmig wiedergewählt. Ihre Amtszeit endet voraussichtlich Anfang Oktober mit der Eintragung der Verschmelzung.

Thomas Gaiser, Rudolf Günter, Michael Ruf und Ulrich Wein wurden als Aufsichtsratsmitglieder der neuen Volksbank im Kreis Freudenstadt nominiert, sofern auch die Vertreterversammlung der Volksbank Horb- Freudenstadt der Verschmelzung zustimmt.

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