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Baiersbronn Bei Borkenkäferbefall ist Schnelligkeit gefragt

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Von Leimiß aus wirft Thomas Bauer einen Blick auf die von Borkenkäfern befallenen Bäume im Nationalpark. Sein Revier liegt als Pufferzone zwischen dem nördlichen und dem südlichen Teil.Foto: Sannert Foto: Schwarzwälder Bote

Sein Revier ist von steilen Hanglagen geprägt, liegt mitten im Nationalparkgebiet und dient als Pufferzone zum nahen Wirtschaftswald. Revierleiter Thomas Bauer sorgt hier dafür, dass sich der Borkenkäfer nicht ausbreitet.

Baiersbronn-Schönmünzach. Es ist kein zusammenhängendes Gebiet, um das sich Thomas Bauer seit seinem Wechsel zur Forst BW kümmert. Auch davor, als er noch beim Kreisforstamt Rastatt beschäftigt war, gehörten der Staatswald beim Mehliskopf und der Schwarzenbachtalsperre sowie das gesamte Hundsbachtal zu seinem Revier. Jetzt umfasst die rund 1600 Hektar große Fläche auch noch den Wald bei Hinterlangenbach.

"Es ist ein Pufferrevier", sagt Thomas Bauer über das "Revier 1", von dem 1150 Hektar Fläche mitten im Nationalpark, genauer gesagt zwischen dem nördlichen und dem südlichen Teil, liegt. Die Hauptaufgabe des Revierleiters ist das Borkenkäfermanagement. Es besteht darin, dafür zu sorgen, dass sich der Käfer nicht vom Nationalpark aus in die angrenzenden Privat- und Kommunalwaldgebiete ausbreitet.

Das Revier ist deshalb in verschiedene Claims aufgeteilt, in denen jeweils ein Waldarbeiter zwischen April und September ständig auf der Suche nach befallenen Bäumen ist. Hat er welche gefunden, so werden sie innerhalb von zwei Wochen gefällt und aus dem Wald transportiert. "Nur so können wir die Welle brechen", erklärt der Revierleiter. Dauert es länger, dann fliegt der Käfernachwuchs aus und sucht sich weitere Bäume, um sich zu vermehren.

Auf seine Mitarbeiter kann er sich voll und ganz verlassen

Bei seiner Aufgabe kann sich Thomas Bauer voll und ganz auf seine vier Mitarbeiter verlassen, die bei der Suche nach Käferholz von zwei Unternehmern und bei dessen Aufarbeitung von ein oder zwei Firmen unterstützt werden. Schließlich muss es jedes Mal schnell gehen, was in dem Revier mit teils steilen Hängen und einem Höhenunterschied von mehr als 400 Metern (von 600 bis 1050 Meter über der Meereshöhe) nicht immer einfach ist.

"Wir schaffen es aktuell gut", beschreibt Thomas Bauer die Situation in seinem von Tannen und Fichten geprägten Revier. In diesem Jahr sind 2000 Festmeter Käferholz angefallen. Der geplante Holzeinschlag liegt bei 16 000 Festmeter im Jahr.

Borkenkäfer sind jedoch nicht die einzigen Tiere, die der Revierleiter im Auge haben muss. Seine zweite Hauptaufgabe ist die Jagd auf Rotwild und Rehwild, damit auch das sich nicht zu stark vermehrt, der Wildverbiss dann zu stark zunimmt und die Naturverjüngung beeinträchtigt wird. Auch der Bestand an Schwarzwild sollte nicht zu stark zunehmen, denn sonst sei, so Thomas Bauer, das Auerwild gefährdet. Doch woher weiß er, wie viel Wild durch sein Revier streift? Ganz einfach: Er sieht es an der Anzahl angeknabberter junger Bäume und Heidelbeersträucher. "Danach planen wir unsere jagdlichen Maßnahmen", sagt Bauer und nennt "konzentriertes Jagdansitzen" wie auch die "Bewegungsjagd". Bei Letzterer kommen drei seiner Jagdhunde, allesamt Tiroler Bracken, die für die Jagd auf Wild bestens geeignet sind, zum Einsatz. Der Vierte ist ein Bayrischer Gebirgsschweißhund und damit ein hervorragender Fährtenleser. Ihn braucht Thomas Bauer, der ein vom Landesjagdverband anerkannter Nachsucheführer ist, so der offizielle Titel, um verletztes Wild – vorwiegend nach Autounfällen – aufzuspüren.

Seine Hunde züchtet der Revierleiter selbst, und er bildet sie auch aus. Und nicht nur sie, denn er ist auch noch Jagdausbilder. Seine Aufgaben seien vielfältig, das Revier anspruchsvoll und die Mitarbeiter hochmotiviert, fasst Thomas Bauer zusammen. Anstrengend könnte es im kommenden Winter werden. Denn wenn in seinem Revier Schnee liegt, dann gibt es kein Durchkommen mehr.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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