Trainer Klaus Faißt blickt auf die Entwicklung der Nordischen Kombination. Im Mai wird die Entscheidung über die Zukunft der Sportart und die von Nathalie Armbruster und Co. fallen.
Die Entscheidung rückt immer näher – waren es die letzten Winterspiele für die Nordischen Kombinierer? Das IOC (International Olympic Committee) wird im Mai beschließen, ob die Kombination olympisch bleibt. Grundlage dafür sollen die Daten, die man aus den Olympischen Spielen in Cortina und Mailand gesammelt hat, sein. Gleichzeitig bedeutet es hopp oder top bei den Frauen, denn zuletzt war die Kombination die einzige Sportart bei der keine Frauen vertreten waren.
Baiersbronns Wintersport-Trainerikone Klaus Faißt hat die Wettkämpfe der Nordischen Kombinierer im Februar als hochspannend empfunden. Auch wenn Deutschland seit 28 Jahren ohne Medaille heimfahren musste.
Positive Signale
Ebenso hatte es IOC-Präsidentin Kirsty Coventry wahrgenommen, die sich vor Ort vom Wettbewerb begeistert gezeigt hatte. Auch, dass die Olympia-Ausrichter Frankreich für 2030 die Sportart im Programm behalten will, spricht für die Zukunft der Kombinierer.
Für Faißt ist es die „Königsdisziplin“ des Wintersports. „Sie erfordert den kompletten nordischen Athleten. Der Sport ist sehr anspruchsvoll und schwierig, da Schnellkraft und Ausdauer verbunden sind“, sagt der 69-Jährige.
Niveau muss sich entwickeln
Während bei den Männern besonders im Weltcup quasi wöchentlich ein anderer Sieger feststeht und oft auf der Zielgeraden noch nicht klar ist, wer gewinnen wird, ist der Sport bei den Frauen noch nicht so weit. „Es dauert einfach. Das Niveau muss sich entwickeln.“
Denn erst seit der Saison 2020/21 werden überhaupt Weltcups bei den Frauen ausgetragen. Nur wenige Nationen wie Norwegen, Österreich und Deutschland mischen vorne mit. Viele Länder stecken noch in den Kinderschuhen. „Hier werden bald auch die Abstände geringer und es wird so spannend wie bei den Männern“, fasst es Faißt zusammen, der zudem zu Bedenken gibt, dass die Frauen bis zu den nächsten Olympischen Spielen noch mal vier Jahre Zeit hätten.
Dass Deutschland in der Kombination und vor allem der Stützpunkt Baiersbronn mit Nathalie Armbruster bereits so weit vorne mit dabei ist, hängt auch damit zusammen, dass die Ausbildung „alles“ beinhaltet. Der Nachwuchs – so auch Nathalie Armbruster – lernt von Anfang an sowohl Langlauf als auch Skisprung. „Erst mit 14 oder 15 Jahren entscheidet sich, ob die Kinder sich auf Skispringen, Langlauf oder die Nordische Kombination spezialisieren.“ So wünsche sich das auch der Deutsche Skiverband von seinen Trainern, erklärt Faißt, der sich seit 33 Jahren um den Nachwuchs kümmert.
Talente beim Stützpunkt
Auch hier finde sich wieder das ein oder andere Talent beim Stützpunkt Baiersbronn. „Aber das Talent ist das eine und das Durchhaltevermögen das andere“, sagt er klar.
Auf den Nachwuchs wiederum wird sich auch die Entscheidung des IOC auswirken. Denn Olympia ist der Traum der Sportlerinnen und Sportler. Nicht daran teilnehmen zu dürfen, würde sicherlich die Entscheidung des Nachwuchses beeinflussen und sich auch in der Förderung – unter anderem durch Sponsoren widerspiegeln. Kombinierer Vinzenz Geiger hatte zuletzt, sollte sich das IOC gegen die Sportart entscheiden, klar gesagt: „Für die Sportart wäre es früher oder später das Aus.“
Auf die Entscheidung im Mai blicken die Verantwortlichen demnach mit Spannung und auch Existenzangst.