Wetterfest zeigen sich die Teilnehmer der Baiersbronn Classic, unter ihnen auch Leopold Prinz von Bayern. Die Oldtimer sind echte Hingucker. Foto: Michel

Leopold Prinz von Bayern führt das Rallye-Feld an. Fahrende Raritäten zeigen sich am Rosenplatz.

Baiersbronn - Echte Oldtimerfans sind wetterfest. Bei strömendem Regen war gestern Startschuss für die Premiere der Baiersbronn Classic. Ob Bentley, Jaguar, Porsche oder BMW – frisch gewienert ließen die Oldtimer den Rosenplatz zu einem Automobilmuseum werden.

Donnerstag, 15.01 Uhr: Mit Schirmen und Regenjacken ausgerüstet verfolgen zahlreiche Zuschauer den Auftakt der Baiersbronn Classic. Moderiert von Johannes Hübner, der zu den Autos viel zu erzählen weiß, schickt Bürgermeister Michael Ruf ein Auto nach dem anderen auf die Strecke. Die Startnummer 1 trägt das Mille-Miglia-Coupé, eine echte Design-Ikone. Der legendäre Wagen ist nicht zum ersten Mal in der Region: Beim Ruhestein-Bergrennen 1946 steuerte ihn Hermann Lang zum Sieg. Diesmal sitzt Leopold Prinz von Bayern, erfolgreicher Tourenwagenfahrer der 80er- und 90-Jahre, am Steuer. Auch sein Kopilot ist eine feste Größe in der Autowelt: Paul Rosche – der bekannte BMW-Motorenpapst, Spitzname Nocken-Paul.

Doch schon Stunden vor der Abfahrt hat sich der Rosenplatz in ein Startgelände verwandelt. Ein Wagen nach dem anderen fährt den kleinen Pavillon an, an dem Herbert Müller und Reinhold Schaider für die technische Abnahme zuständig sind. Und die Raritäten auf Rädern wie zum Beispiel der Bentley Old Nr. 1, Baujahr 1931, ziehen auch viele Oldtimerfans an, von denen manche gar nicht mehr aufhören können, selbst die kleinsten Details zu fotografieren.

Ab 13.30 Uhr gibt es für Fahrer und Beifahrer im Rosensaal das Fahrer-Briefing. Der Saal ist voll besetzt, als Richard Stolz vom Organisationsteam vor riskanten Überholmanövern warnt, über Pannendienst, Strecke, Wertungsprüfungen und Ablauf informiert. Rund 470 Kilometer insgesamt legen die Teilnehmer zurück. Dabei sind nicht nur die Fahrer gefragt. Denn der Erfolg hängt auch vom Kopiloten ab, der mit dem Roadbook den Fahrer über die Strecken dirigiert und bei den Wertungsprüfungen die Zeit stoppt. Auch 51 Frauen übernehmen diese Aufgabe, unter den Fahrern gibt es ebenfalls eine Handvoll Frauen, darunter Ellen Lohr, die ehemals schnellste Frau der Deutschen Tourenwagen Meisterschaft. 80 Fahrzeuge sind bei der Baiersbronn Classic, die an das legendäre Ruhestein-Bergrennen von 1946 erinnert, insgesamt mit von der Partie.

Vor dem Start gibt sich Leopold Prinz von Bayern gelassen bei den Interviews. Den BMW 328 ist er zwar schon gefahren, allerdings noch nicht das Coupé. Doch bei der Schwarzwaldrallye für Genießer geht es schließlich nicht darum, Spitzengeschwindigkeiten zu erreichen. "Wir fahren ja kein Rennen, sondern im Grunde, um die schöne Gegend kennenzulernen", so Prinz Leopold. "Ein tolles Auto", schwärmt er für das Mille-Miglia-Coupé, Baujahr 1939. Das BMW 328 Touring Coupé habe für die damalige Zeit eine fast schon revolutionäre Form gehabt. Außerdem ist der Wagen offenbar ein braver: Er verzeihe auch Fehler.

Weiter geht die Rallye am heutigen Freitag um 8.30 Uhr mit der Aufstellung am Rosenplatz. Haupttag ist am Samstag, der um 8 Uhr in Obertal beginnt – umrahmt von einem Anno-Dazumal-Fest. In Obertal gibt es Samstag ab 19.46 Uhr zudem eine After-Renn-Party, während die Teilnehmer ihren Abschlussabend in Tonbach feiern. Ausklang der Rallye ist am Sonntag ab 10 Uhr mit dem Classic-Brunch im Altschulzenhof in Heselbach. Das komplette Programm gibt es unter www.baiersbronn-classic.de und im Baiersbronn Classic Magazin, das bei der Tourist Information Baiersbronn und allen Zweigstellen ausliegt.