In der Eislaufhalle traten 20 "Flatlanders" zum BMX-Benefiz-Contest für die Deutsche Krebshilfe an.
Baiersbronn - In der Baiersbronner Eislaufhalle traten 20 "Flatlanders" aus Deutschland und Frankreich zum BMX-Benefiz-Contest an.
Der Erlös der Veranstaltung wird zwischen der Deutschen Krebshilfe und der Palliativmedizin des Krankenhauses Freudenstadt aufgeteilt. Der BMX-Contest fand im Gedenken an Manuel Kaltenbach statt. Der begeisterte "Flatlander" aus Wittlensweiler verstarb im Alter von 31 Jahren im März an Hautkrebs.
Im kleinen Kreis sei die Idee entstanden, ihm zu Ehren einen Contest zu veranstalten, erzählte Ramon Lorenz, ein Freund Kaltenbachs. Bald darauf hätten die 15 Freunde sich an die Organisation des Wettbewerbs gemacht. Da sie selber keine "Flatlanders" seien, hätten sie verschiedene BMX-Geschäfte angeschrieben und die Fahrer gebeten, die Jury selber zu organisieren. Dies habe auch problemlos funktioniert, so Lorenz.
Kunststücke ohne den Boden zu berühren
Die Fahrer konnten die Faszination ihrer, dem breiten Publikum nur wenig bekannten, Sportart näher erklären. Es gehe darum, zu Musik Kunststücke auf drei Ebenen zu zeigen, ohne den Boden zu berühren, so John Krämer aus Stuttgart. Jeder Fahrer mache sein eigenes Ding, es gebe kein festgelegtes Programm. Die Fahrer seien wie eine große, internationale Familie.
Im Wettbewerb dauere ein Durchlauf, ein so genannter "Run", bei den "Masters" zwei bis zweieinhalb Minuten, erklärte Flo Sailer aus Stuttgart. Bei den Profis, den Fahrern, die Sponsoren vorweisen könnten, dauere ein "Run" drei Minuten. Zusätzlich gebe es die Möglichkeit, die Profis in Zweiergruppen direkt gegeneinander antreten zu lassen. Dies nenne sich "Battle", so Sailer. Er selbst sei Profi, starte bei etwa 20 Wettbewerben im Jahr und werde für Shows gebucht. Leben könne er davon nicht, er betreibe ein BMX-Geschäft in Stuttgart. In Deutschland gebe es insgesamt etwa 20 Profis, so Sailer. Die einzige weibliche Teilnehmerin im Feld war Monika Hinz aus Stuttgart. Die zweifache Weltmeisterin will mehr Frauen dazu bewegen, den Sport auszuüben. Es habe etwas Meditatives, mit dem Bike zu trainieren, so Hinz.
Perfekte Körperbeherrschung
An beiden Tagen lockten die spektakulären Tricks der "Flatlanders" 150 bis 200 Zuschauer in die Halle. Die eingefleischten Fans kommentierten die Leistungen der Fahrer nicht nur durch Jubelrufe und Beifall. Auf gebastelten Plakaten waren Kommentare wie "WOW" zu lesen.Auch "Flatlander"-Neulinge ließen sich schnell von der perfekten Körperbeherrschung und der Begeisterung der Fahrer mitreißen. Bei der Qualifikation traten acht Profis und zwölf Masters an. Aus beiden Gruppen erreichten jeweils acht Teilnehmer das Finale am zweiten Tag. Das wurde mit einem Grußwort von Chefarzt Jürgen Schulze-Tollert, zuständig für die Palliativmedizin im Krankenhaus Freudenstadt, eröffnet. Er erinnerte an Manuel Kaltenbach und dankte den Veranstaltern für ihr Engagement. Palliativmedizin werde in Zeiten aufgebrochener Familienstrukturen und vieler Singlehaushalte immer wichtiger. Mit dieser ganzheitlichen Behandlung erhielten unheilbar Erkrankte mehr Lebensqualität.
Nach einer Schweigeminute für Manuel Kaltenbach gaben die Profis im Finale ihr Bestes. Am späten Nachmittag hatte die Jury ihr Urteil gefällt. Bei den Profis belegte Sascha Heydemann aus Porta Westfalica den ersten Platz. Zweiter wurde Daniel Fuhrmann aus Stuttgart. Den dritten Platz belegte John Krämer, ebenfalls aus Stuttgart. Bei den Masters siegte Holger Knapp aus Stuttgart vor Phillip Uricher aus Konstanz.