Ein Sachverständiger soll nach dem tödlichen Bahnunfall bei Freudenstadt bei der Klärung des genauen Hergangs helfen.
Zu dem tragischen Unfall am Donnerstag gegen 15.50 Uhr hat die Polizei noch in der Nacht eine Pressemitteilung herausgegeben.
Der 63-jährige Mann, der bei dem Unfall ums Leben kam, wollte demnach mit seinem Pedelec den unbeschrankten Bahnübergang in Freudenstadt in der Wittlensweiler Straße überqueren und übersah dabei einen herannahenden Regionalzug, der in Richtung Dornstetten/Schopfloch fuhr.
Der Mann wurde von dem Zug erfasst und so schwer verletzt, dass er noch an der Unfallstelle starb, heißt es in der Mitteilung. Ob der Mann sein Pedelec schob oder damit fuhr, ist laut Polizeibericht derzeit noch unklar.
Der Triebwagenfahrer erlitt einen Schock und wurde in ein Krankenhaus gebracht. Der entstandene Sachschaden wird auf knapp 12 000 Euro geschätzt. Zur Klärung des genauen Unfallhergangs wurde ein Sachverständiger hinzugezogen.
So schwere Unfälle an den Übergängen relativ selten
Wie gefährlich sind solche unbeschrankten Bahnübergänge, die nicht für Autos passierbar sind? So schwere Unfälle kämen zum Glück relativ selten vor, stellt Dieter Hutt, Pressesprecher der Bundespolizei Offenburg, im Gespräch mit unserer Redaktion fest. Das bestätigt auch Benjamin Koch, Sprecher beim Polizeipräsidium Pforzheim.
Gefährliche Situationen würden aber häufiger gemeldet, so Hutt. Manchmal könne der Lokführer noch rechtzeitig halten. Gefährlicher sei es vor allem in Bereichen, wo kein Halt geplant ist, weil dort mit höheren Geschwindigkeiten gefahren werde. Hutt verweist auch darauf, dass man sich beim Queren solcher Übergänge nicht an den Fahrplänen orientieren solle. Denn schließlich seien dort zum Beispiel Güterzüge nicht vermerkt. Deshalb sei es ganz wichtig, immer den Zugverkehr im Blick zu haben. Radfahrer sollten zudem absteigen. Koch nennt Ablenkung als größte Gefahr, wenn zum Beispiel Jugendliche mit Kopfhörer Musik hören.
Auch für die Einsatzkräfte und besonders für betroffene Lokführer sind schwere Bahnunfälle eine Belastung. Hutt berichtet, er wisse von Fällen, in denen der Lokführer seinen Beruf aufgegeben habe. Koch erklärt, dass manche so unter Schock stünden, dass sie nur bedingt zu dem Unfall befragt werden könnten.
Für die Betroffenen, ob Angehörige, Lokführer, Zeugen, Polizei, Rettungskräfte oder Feuerwehr, gibt es laut den beiden Pressesprechern psychosoziale Angebote, um ihnen zur Seite zu stehen.