Der öffentliche Nahverkehr kann auch künftig nicht komplett auf der Schiene stattfinden. Foto: Michael Werndorff

Zum Schweizer Bahnkongress trafen sich am Freitag rund 450 Fachleute und Politiker in Basel. Diskutiert wurden neuen Vorgehensweisen im Individual- sowie öffentlichen Verkehr.

Nachdem im Oktober in einer Studie die Realisierung mehrerer großer Infrastrukturprojekte generell in Frage gestellt wurde, seien Verkehrsbauvorhaben grundsätzlich neu zu bewerten. Bereits ein Jahr zuvor hatte die Schweizer Bevölkerung in einer Volksabstimmung den Ausbau der meistbefahrenen Autobahnabschnitte abgelehnt. Daher standen Überlegungen zu neuen Vorgehensweisen im Mittelpunkt aller Vorträge und Diskussionen. So empfahl Professor Ulrich Weidmann von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich – er hatte die Studie verfasst – die anstehenden Veränderungen in der Demografie und auch bei der Arbeit langfristig als Basis für Investitionen unbedingt zu beachten.

 

Mehre Referenten konzentrierten sich auf die künftig deutlich stärker geforderte gemeinsame Planung von Straßen- und Schienenverkehr. Immer noch nimmt der motorisiere Individualverkehr auch in der Schweiz den größten Anteil ein. Dies, weil er außerhalb der Städte und größeren Orte die beste Lösung sei. So bleibe es unumgänglich, das Straßennetz auszubauen. Weder Bahn noch öffentlicher Nahverkehr auf der Straße könnten auch in Zukunft die weitläufig besiedelten ländlichen Bereiche in solcher Dichte erschließen, wie die Bevölkerung dies erwarte, hieß es. Trotz aller sachlichen Argumente werde es außerdem immer wieder vorkommen, dass von Fachleuten erarbeitete Konzepte am Ende keine Mehrheit fänden, sondern bei Volksabstimmungen von Laien mehrheitlich abgelehnt würden.

Für den Bahnausbau wurde mehrfach die grenzüberschreitende Linienführung angesprochen; als Beispiele wurden die Regionen Genf und Basel genannt.

Ein ausführlicher Bericht vom Bahnkongress folgt noch.