Ein Baugerüst wurde bereits aufgestellt. Foto: Reimer

Seit vergangenem Jahr hat das Bahnhofsgebäude neue Besitzer. Die beiden Käufer, Timo Harpain und Felix Hofmann, haben große Pläne, die sie noch dieses Jahr umsetzen möchten. Dabei sollen auch Landwirte aus der Region unterstützt werden.

Oberndorf - "Wir haben uns einiges vorgenommen", sagt Timo Harpain. Er betreibt zusammen mit seinem Geschäftspartner Felix Hofmann das Unternehmen "HH Services" in Sulz-Bergfelden. Die beiden wollen mehr als eine Million Euro in die Umgestaltung des Bahnhofsgebäudes investieren.

 

Im vergangenen Jahr verkaufte die Stadt das Gebäude für 130 000 Euro an die beiden Männer. Ihr Konzept überzeugte damals die Gemeinderäte. In der alten Empfangshalle wollen sie eine Markthalle einrichten. Hier sollen ausschließlich regionale Produkte von umliegenden Landwirten angeboten werden.

Harpain selbst hat seit 2017 einen landwirtschaftlichen Betrieb in Bergfelden. Ihm ist bewusst, wie schwer es für Landwirte ist, Geld mit ihren Produkten zu verdienen. Daher wolle man ihnen in Oberndorf eine Plattform bieten, so der 38-Jährige.

Plattform für Landwirte

"Unsere Landwirte machen gute Produkte und sie sollen dafür auch was bekommen. Wenn sie aber an Großhändler billig verkaufen, schauen sie in die Röhre und können nur mithilfe von Subventionen überleben. Das ist der falsche Weg", sagt Harpain. Er ist daher überzeugt, dass das Angebot nicht nur bei den Kunden, die bewusst regional einkaufen wollen, sondern auch bei den Landwirten in der Umgebung gut ankommen werde.

Er und der 37-jährige Hofmann sind seit 2017 Geschäftspartner. Unter dem Namen "HH Services" betreiben sie eine Pferdepension. "Felix betreibt eine Pferdespedition. Er hat die Pferde gehabt und ich den Stall dazu", erinnert sich Harpain. Die neue Markthalle ist ihr nächstes Projekt.

Eröffnung im Spätsommer

An der geplanten Eröffnung in diesem Jahr halten die beiden weiterhin fest. Nach jetzigem Stand soll diese im Spätsommer erfolgen. "Wir sind auch schon weit in der Planung fortgeschritten. Wir warten nur noch auf die Baugenehmigung der Stadt", sagt Harpain.

Die bürokratischen Hürden bremsen die beiden Männer derzeit etwas aus. Das Genehmigungsverfahren ziehe sich in die Länge. Die Pläne mussten mit dem Denkmalpflegeamt abgestimmt werden und aufgrund eines Überfahrtrechts der Bahn nochmal umgearbeitet werden. "Das Ganze gestaltet sich schwierig. Sonst hätten wir schon richtig loslegen können", so Harpain.

Schwere Schäden am Dach

Ein Baugerüst an der Außenfassade steht bereits. Aus Sicherheitsgründen mussten Teile vom maroden Dach entfernt werden, die sonst womöglich herabstürzen könnten. Das Dach dürfte wohl auch die größte bauliche Herausforderung sein. Aufgrund undichter Stellen kam es zu teils schweren Feuchtigkeitsschäden. Da Harpain noch einen eigenen Zimmereibetrieb hat, wird dieser Dachstuhl-Arbeiten übernehmen.

In den oberen Etagen über der Markthalle sollen Büroflächen und insgesamt zehn Wohnungen mit der Größe von 40 bis 100 Quadratmetern entstehen. Sämtliche Innenräume werden dabei kernsaniert. Die Einrichtung der Markthalle wird mit 300 000 Euro zu Buche schlagen, erklärt Harpain. Die restlichen Arbeiten am Gebäude dürften etwa eine Million Euro kosten. Beide warten darauf, dass es mit den Arbeiten richtig losgeht und sie ihre Pläne in die Tat umsetzen können.