Der Bahnhof in Storzingen soll neue Bahnsteige erhalten. Foto: Grimm

Der Bahnhof in Storzingen soll neue Bahnsteige erhalten und erweitert werden. Das geschieht im Rahmen des Ausbaus der Zollernalbbahn.

Stetten a. k. M.-Storzingen - Stefan Schulz, Projektleiter von der DB Netz AG aus Stuttgart, hat die Planungen rund um den Bahnhof Storzingen vorgestellt. Dabei geht es um die Elektrifizierung und den Ausbau des Streckenabschnitts der Zollernalbbahn Süd zwischen Ebingen und Sigmaringen. Neben der Errichtung von Oberleitungen auf der gesamten Strecke einschließlich des Umbaus des Höhnbergtunnels und des Wendenbühltunnels sowie des Ausbaus des bisherigen Haltepunkts Straßberg-Winterlingen zu einem Kreuzungsbahnhof sollen beim Bahnhof Storzingen neue Bahnsteige gebaut und erweitert werden.

Barrierefreiheit und angepasste Bahnübergänge

Zu den weiteren Maßnahmen gehören die Barrierefreiheit der Bahnsteige und Bahnhöfe, das Anpassen und Ertüchtigen der Bahnübergänge und dasabschnittsweise Erhöhen der Geschwindigkeiten, um die Fahrzeiten zu reduzieren. Auch das mechanische Stellwerk in Storzingen wird im Zuge des Ausbaus elektrifiziert und digitalisiert, wobei das dezentral über ein kleines technisches Gebäude geschehen soll. Das alte mechanische Stellwerk soll als historisches Anschauungsobjekt im Storzinger Bahnhof erhalten bleiben: "Bei diesem Anblick hüpft jedes Ingenieursherz vor Freude", sagt Stefan Schulz.

Aktuell ist das Vorhaben in der Vorplanungsphase, die bis Oktober beendet sein soll. Weitestgehend sind die Baugrunderkundungen und Vermessungsarbeiten abgeschlossen, die Umbaumaßnahmen an den Tunnels festgelegt, erste Trassierungsentwürfe für Geschwindigkeitserhöhungen liegen vor, erste Abstimmungen mit Dritten, wie Denkmalamt und Gemeinden, sind erfolgt. Zudem gibt es Vorzugsvarianten für den barrierefreien Ausbau der Bahnhöfe. Für den Storzinger Bahnhof präsentierte Schulz drei Varianten: eine Unter- oder Überführung mit Aufzügen sowie eine Rampe, die einen längeren Fußweg mit sich bringt, um von der einen auf die andere Seite des Bahnhofsgeländes zu kommen. Denn mit dem Ausbau und der Elektrifizierung werden ein neuer Außenbahnsteig an Gleis 3 angelegt und alle Bahnsteige auf 220 Meter verlängert. Um auf den neuen Außenbahnsteig zu gelangen, müssen also die Gleise überquert werden.

Drei Varianten liegen auf dem Tisch

Die Rampe, die Storzingens Ortsvorsteher Bruno Pozzi favorisiert, und der Fußweg würden über den Gehweg Bahnhofstraße zur Bohlstraße und von dort über die Brücke auf den neuen Außenbahnsteig führen. Pozzi führt an, dass diese Variante zum einen die preiswertere sei und zum anderen die Strecke, zum Teil ein Trampelpfad, schon heute von Angestellten der Firma Lorch, die dem Bahngelände gegenüberliege, genutzt werde, um zum Arbeitsplatz zu kommen. "Wir sind jetzt noch früh in der Planung, so dass wir die Weichen noch neu stellen können", betont Schultz. Denn auch für Rampe und Fußweg gibt es Varianten, die je nach Verlauf und Nutzung des bahneigenen oder des gemeindlichen Grundstücks in Steigungs- und Längenverlauf variieren.

Eigentumsrechte sind noch zu klären

Die Verwaltung und der Gemeinderat müssen noch die Nutzung und Verwendung der betreffenden Grundstücke klären – und letztlich auch die Eigentumsrechte an der Rampe und den Grundstücken im Endzustand sowie die gemeinsame Nutzung der Bohlstraße für Autos und Fußgänger.

Das Bahnhofsgebäude befindet sich seit einigen Jahren im Besitz der Gemeinde Stetten. Den Abschluss des Umbaus hält Schultz für das Jahresende 2024 für möglich: "Es hängt auch von der Fertigstellung des parallel verlaufenden Projektabschnitts der Zollernalbbahn (ZAB) Nord ab, die über Tübingen, Hechingen und Balingen verläuft und ab Ebingen in die ZAB Süd mündet."

Parallel zur Elektrifizierung laufen auch die Arbeiten am Ausbau der Abzweigung Inzigkofen, die ebenfalls zu einem Kreuzungsbahnhof ausgebaut werden soll, sowie die Felssicherung entlang des 32,55 Kilometer langen Streckenverlaufs und das Bahnhofsmodernisierungsprogramm am Bahnhof Sigmaringen.