Das Aus für das Reisezentrum am Rottweiler Bahnhof sorgt bei Bahnreisenden für großen Unmut. Nun gibt es Neuigkeiten.
Ein Aushang der Deutschen Bahn im Rottweiler Bahnhof sorgte bei vielen Bahnreisenden für lange Gesichter. Die Information, dass die DB ihr Reisezentrum in Rottweil zum 18. Oktober schließen werde, weckt Sorgen. Eine Neuigkeit auf unsere Nachfrage macht nun Hoffnung.
Welche Einschnitte beim Service wird es geben? Wird es keine persönliche Beratung mehr etwa zu Strecken und Anschlüssen geben? Wird der Kauf der Bahnkarte nur noch am Automaten möglich sein?
„Schon wieder eine Sparmaßnahme“, kommentiert ein Leser. Schade, denn 2017 war das Reisezentrum noch als „bestes Reisezentrum Deutschlands“ ausgezeichnet worden. Die Frage, die sich stellt, ist nun: Wie geht es in Rottweil weiter?
Transdev übernimmt in Rottweil
Klar war bis dato, dass Transdev als Dienstleister im Südosten Baden-Württembergs zahlreiche Automaten und Verkaufsstellen übernehmen wird, die bislang die DB selbst betrieb. Laut einer Pressemitteilung des Verkehrsministeriums vom Dezember 2024 werde das an 123 Standorten der Fall sein. Und zwar ab Dezember 2025. Auch Rottweil wird genannt.
Wie genau es nach der Schließung im Rottweiler Bahnhof weitergeht, darüber informiert das Verkehrsministerium Baden-Württemberg nun auf Nachfrage. „In Rottweil wird es ein bwegt-Fahrgastcenter mit 35 Stunden Öffnungszeit geben“, wird informiert. Es werde ein „umfassendes Service- und Beratungsangebot geben“. Fahrgäste erhielten in dem Center der Transdev unter anderem Tickets des Nah- und Fernverkehrs. Und: „In Rottweil wird das neue bwegt-Fahrgastcenter zum 17. November eröffnen.“
Auch, warum das Reisezentrum einen neuen Namen erhält, erläutert das Ministerium. „bwegt ist die übergreifende Initiative des Landes Baden-Württemberg für nachhaltige und klimafreundliche Mobilität. Mit den regionalen Eisenbahnverkehrsunternehmen und weiteren Partnern arbeitet bwegt daran, den Nah- und Regionalverkehr für die Fahrgäste immer weiter zu verbessern“, so das Ministerium.
Ziel sei es, die Fahrgastzahlen im ÖPNV bis 2030 zu verdoppeln und den ÖPNV für die Fahrgäste einfacher zu machen.
Geringere Öffnungszeiten
Im Falle Rottweils heißt das allerdings, dass es nicht mehr im bisherigen Umfang möglich sein wird, persönlich mit einem Mitarbeiter zu sprechen. Denn hatte das Reisezentrum bislang an fünf Tagen in der Woche sowohl vormittags als auch nachmittags und zusätzlich am Samstagvormittag geöffnet (mit einem Umfang von mehr als 47 Stunde), steht das neue Fahrgastcenter ab November mit 35 Stunden Fahrgästen für eine Beratung oder einen persönlichen Kauf offen.
Welche Auswirkungen dies auf den Service oder auch die Beratung der Kunden bei Störungen oder Fahrplanänderungen haben wird, bleibt abzuwarten. Andere Kommunen, deren Reisezentren ebenfalls von den Veränderungen betroffen sind, haben bereits Kritik geäußert.
Ärger zwischen DB und Transdev
Derweil gibt es zwischen der Deutschen Bahn und Transdev offenbar Probleme. Wie verschiedene Medien berichten, verlange die Deutsche Bahn von ihrem Konkurrenten, gegen den sie die jüngste Ausschreibung verlor, 7000 Euro für die Übernahme eines Standorts für einen Ticketautomaten. Bislang sollen es 2000 Euro gewesen sein, wie es eine Übergangsvereinbarung regle.
Transdev habe dies nun beim Kartellamt angezeigt. Der Geschäftsführer der Transdev Vertrieb, Martin Hörl, hatte das fragwürdige Vorgehen der DB auf LinkedIn öffentlich gemacht.