Am Andreas-Willmann-Platz sollen Fahrradstellplätze entstehen. Doch warum sollen Radfahrer zahlen, wenn man sein Auto umsonst parken kann? Foto: Sigwart

Wer oft mit dem Fahrrad unterwegs ist, der weiß: Es ist manchmal gar nicht so einfach, einen geeigneten Stellplatz zu finden. Oft fehlt der Platz, oft die Möglichkeit, das Fahrrad sicher irgendwo anzuketten. Am Bahnhof soll sich das ändern. Auf der südlichen Seite möchte die Stadt zusammen mit der Bahn etwas für alle tun, die nicht nur mit dem Fahrrad fahren, sondern danach auch mit der Bahn. Und kostengünstig wäre das auch, denn bei der "Bike+Ride-Offensive" sollen 85 Prozent der Kosten von Bund und Land gefördert werden.

Donaueschingen - Der Plan: Eine Sammelschließanlage beim Andreas-Willmann-Platz und eine Reihenbügelanlage für 15 Fahrräder aufzustellen. Weil dadurch mindestens drei Parkplätze entfallen, sollen auch noch 15 neue Parkplätze angelegt werden. Auch für den nördlichen Bahnhofsbereich gibt es Pläne, dort sollen die Einzelboxen durch eine Sammelschließanlage ersetzt werden. In so einem kleinen Häuschen können dann bis zu 24 Fahrräder abgestellt werden. Die Voraussetzung: Man hat einen Zugangscode und zahlt auch dafür – üblich ist ein Euro am Tag und bis 120 Euro im Jahr.

"Eigentlich sollten die Grünen jetzt Beifall klatschen und rufen: "Super Idee, genau das, was wir uns wünschen", sagt Grünen-Fraktionssprecher Michael Blaurock. Doch nach nun fast 55 Jahren Fahrraderfahrung hält er von dieser Idee wenig. Man soll nicht glauben, dass solche Boxen, die auch noch blickdicht sind, vor dem Fahrraddiebstahl schützen. Außerdem: Wer übernimmt die Wartung? Wie hoch sind die Kosten für den Betrieb? Und wer kümmert sich um die Abrechnung? Blaurock hält Einzelboxen für wesentlich sinnvoller, auch wenn die gelegentlich durch ein Schloss reserviert werden würden.

Toller Anlass, um sich über Parkgebühren zu unterhalten

Und dann ist da noch ein Punkt: Die Stadt spare zwar durch die Förderung Geld, gebe dieses aber gleich wieder aus, um Parkplätze anzulegen. Dazu kommt noch: Fahrradfahrer sollen nun fürs Abstellen ihrer Drahtesel Geld bezahlen, während jeder hier sein Auto kostenlos parken könnte? "Das ist ein toller Anlass, sich über Parkgebühren zu unterhalten. Es kann nicht sein, dass Fahrradfahrer einen Euro zahlen müssen und Autofahrer nichts", sagt SPD-Stadträtin Martina Wiemer, die das Thema Parkgebühren nicht zum ersten Mal anspricht.

Zwar will die Bahn laut Stadtbaumeister Christian Unkel schnell eine Antwort liefern, doch man erinnert sich im Rathaus auch noch gut daran, wie es während der Sanierung des Bahnhofes so mit der Bahn war. "Die Argumente sind auf jeden Fall nicht vom Tisch zu wischen", findet auch OB Erik Pauly, der ja selbst oft mit dem Rad unterwegs ist.

Nun wird noch einmal mit der Deutschen Bahn gesprochen, und der Technische Ausschuss soll das Thema Fahrradstellplätze am Bahnhof erneut beraten.

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