Blumen bahnen sich am Haltinger Bahnhof ihren Weg ans Licht. Foto: Beatrice Ehrlich

Graffiti, Scherben, Gras und Blumen zwischen Pflastersteinen: Im Haltinger Ortschaftsrat werden Klagen über Vandalismus am neu gestalteten Bahnhofsumfeld laut.

Das „Grüne Band“ und die damit einhergehende Umgestaltung des Bahnhofsumfelds in Haltingen waren ein ambitioniertes Projekt.

 

Die Stadtverwaltung und der Ortschaftsrat hatten über viele Monate viel Energie und Arbeit darauf verwendet, es erfolgreich zu Ende zu führen.

Unter dem Titel „Neue Ortsmitte Haltingen“ wurde das Ergebnis einschließlich der neuen Kanderstraßenbrücke, der neu gestalteten Burgunderstraße und eines kleinen Spielplatzes der Öffentlichkeit vorgestellt.

Nun, wenige Wochen später, gab es nun im Ortschaftsrat die ersten Klagen über Vandalismus im Haltinger Ortschaftsrat.

Eine Pergola aus Holz sei mit Graffiti besprüht worden, ebenso ein nicht weit davon entfernter Unterstand mit Glasverkleidung, beklagte Jan Bautz (SPD) im Ortschaftsrat. Auf dem Bahngleis würden Scherben liegen.

Die neue Pergola mit kaputtem Rebstock Foto: Beatrice Ehrlich

Offenbar ziehe der Bereich, der ja bewusst auch als Aufenthaltsbereich geschaffen wurde, schon regelmäßig Besucher an – allerdings andere als ursprünglich gedacht, merkte Ortsvorsteher Peter Reinacher an.

Rebsetzlinge liegen am Boden

Ein Besuch vor Ort bestätigt den Eindruck. An der genannten Pergola sind Schriftzüge zu sehen. Rebsetzlinge, die dort gepflanzt worden sind, sind aus ihrer Befestigung gerissen und liegen am Boden.

Der Bahnsteig der Regionalbahn, der bereits frei zugänglich war, ist jetzt wieder durch einen Metallzaun abgesperrt.

Das Bahnhofsumfeld in Haltingen wurde neu gestaltet, jetzt steht am Bahnsteig wieder ein Bauzaun. Foto: Beatrice Ehrlich

Auf ihm liegen Scherben und anderer Unrat, zwischen den Pflastersteinen bahnt sich jetzt, mitten im Herbst, frisches Grün seinen Weg ans Licht.

Ursprünglich war die Eröffnung des neuen Regionalbahngleises für 2024 angedacht gewesen. Sie wurde dann auf Ende 2026 verschoben. Dieser Termin kann nun wohl nicht eingehalten werden.

Gleis soll jetzt 2027 in Betrieb gehen

Eine Anfrage bei der Deutschen Bahn (DB) ergibt, dass das Nahverkehrsgleis auf der östlichen Seite, also in Richtung Norden, nun voraussichtlich 2027 in Betrieb genommen werden soll. Es sei zwar baulich fertiggestellt, aber noch nicht in Betrieb, lässt Bahnsprecher Bernd Kopp wissen.

Die Fernverkehrsgleise befinden sich demnach derzeit noch im Bau und die Arbeiten am Nahverkehrsgleis auf der westlichen Seite haben noch nicht begonnen.

Am Unterstand prangt ein Graffiti. Foto: Beatrice Ehrlich

Den stückweisen Baufortschritt begründet die DB damit, dass während der gesamten Bauzeit den Schienenverkehr am höchst frequentierten Eisenbahn-Grenzübergang zur Schweiz aufrechterhalten werde. Daher gehe der Bau in vielen Bauschritten kontinuierlich voran.

Ortsvorsteher ist nicht glücklich

Nicht erfreut über die Verzögerung ist Peter Reinacher, der Ortsvorsteher von Haltingen. „Eine Katastrophe“ findet er die erneute Aufschiebung der Eröffnung. Viele Dorfbewohner seien gezwungen, nun weiterhin zum weiter entfernten Bahnhofs-Provisorium zu laufen, das eigentlich längst schon der Vergangenheit angehören sollte.

Ein Bauzaun versperrt den Zugang zum Gleis, das wohl erst 2028 eröffnet wird. Die Regenrinne trennt die Flächen in städtischem und in Bahnbesitz. Foto: Beatrice Ehrlich

Über die Menschen, die hier bei nächtlichen Besuchen ihre Spuren hinterlassen, könnte er sich aufregen: „Warum macht jemand so etwas?“, fragt er rhetorisch.

Zorn über Zerstörer

Er schlägt, wenn auch nicht ganz ernst gemeint, vor, genau so gut könnten diese auf den Schrottplatz gehen und ein Auto kaputtmachen. Leider habe er keine Handhabe, dies zu ändern, meint er.