Warten auf Verbindung Foto: Melanie Jilg

Der Autor macht sich Gedanken über die Schwierigkeiten auf der Schiene und den Ruf der Bahn.

Probleme mit der deutschen Bahn: Geben Sie, liebe Leser, diese Worte mal bei Google ein und Sie werden den Eindruck erhalten, dass es sich bei Zügen um wahre Höllenmaschinen handelt, geschaffen, um Menschen Zeit und den letzten Nerv zu rauben. Zugausfälle, Verspätungen, Unzuverlässigkeit – die Schreckensmeldungen aus dem deutschen Schienenverkehr kennen wir alle zur Genüge.

 

Aktuell gibt es auf der Rheintalbahn zwischen Offenburg und Herbolzheim große Schwierigkeiten: In den Osterferien sorgen Sanierungsarbeiten an verschiedenen Streckenabschnitten für Fahrplanänderungen, Zugausfälle und Ersatzverkehr mit Bussen.

Nichts ist leichter, als über die Bahn zu schimpfen. Und dennoch: Ich nutze sie ganz gern, wenn sie denn fährt. Denn die Zeit im Zug kann einen schönen Teil einer Reise ausmachen. Wer sich darauf einlässt, erlebt entspannte Stunden in einem rollenden Wohnzimmer, kann Musik hören, im Internet surfen, dösen oder die Landschaft genießen. Kein Konzentrieren auf den Verkehr, kein Stress im Stau, kein Parkplatzsuchen.

Die Bahn befördert in Deutschland täglich 7,4 Millionen Menschen, wobei im Hintergrund ein hochkomplexes Zusammenspiel aus Zug- und Routenplanungen läuft. Tatsächlich wird Bahnfahren sogar immer beliebter – die Passagierzahlen steigen. Das wirkt sich negativ auf Pünktlichkeit und Sauberkeit der Züge aus. Gleichzeitig verursacht eine veraltete Infrastruktur Verspätungen und Störungen auf der Schiene, die bei den Betroffenen für Frust sorgen. Die nötigen Bauarbeiten führen dann erst recht zu Einschränkungen. So einen Fall haben wir jetzt im Raum Lahr.

Dabei hat die Bahn die Bau- und Instandhaltungsarbeiten auf der Rheintalstrecke laut einer Sprecherin bewusst in die Schulferien gelegt – aus Rücksicht auf Schüler und Berufspendler. Haben Sie, liebe Leser, deshalb bitte Geduld mit der Bahn. Ab dem 10. April soll zumindest der Nahverkehr wieder reibungslos laufen.