Seit 2016 steht eine Lärmschutzwand am Friesenheimer Bahnhof auf der Wunschliste vieler Friesenheimer. Oft wurde diese im Gemeinderat diskutiert. Nun soll sie endlich kommen, die Deutsche Bahn hat Arbeiten ab September bekanntgegeben. Foto: Bohnert-Seidel

Verkehr: Arbeiten am Bahnhof beginnen am 13. September

Friesenheim - Ein für viele Friesenheimer lang ersehnter Wunsch geht im September nun in Erfüllung: Die Deutsche Bahn wird ab Herbst die Arbeiten zur Lärmschutzwand am Bahnhof beginnen.

Die Lärmschutzwand am Friesenheimer Bahnhof kommt. Am 13. September sollen die Bauarbeiten auf der östlichen Seite der Bahngleise beginnen, so die Deutsche Bahn auf Nachfrage der Lahrer Zeitung. Die Lärmschutzwand wird sich auf einer Länge von 263 Metern ausdehnen.

Ende Oktober wird bereits mit der Fertigstellung dieser ersten Baumaßnahme gerechnet. Ab Anfang 2022 werden die Baumaßnahmen westlich der Gleise fortgesetzt. Dort soll auf einer Länge von 217 Metern die Bevölkerung von Schuttern geschützt werden. Seit einigen Wochen sind Veränderungen am Bahnhof in Friesenheim sichtbar. Die alte Bahnhofsgaststätte ist bereits Geschichte und wurde Mitte August abgerissen. An dieser Stelle wird ein Regenrückhaltebecken folgen (wir berichteten). Entlang der Gleise, auf der Länge der künftigen Lärmschutzwand, sind Amphibienschutzzäune eingerichtet worden.

Lärmgrenzwerte liegen über zulässigem Grenzwert

Nachdem im Jahr 2016 erstmals in einer öffentlichen Veranstaltung in der Sternenberghalle die geplante Errichtung einer Lärmschutzwand auf Kosten der Deutschen Bahn vorgestellt worden war, wurde die Bevölkerung bis heute mehrfach vertröstet.

Vornehmlich sind es die Anwohner in der Bahnhofstraße, die einen erhöhten Lärm über die Bahn zu verspüren hätten. Ausschlaggebend für die Lärmschutzwand sind vorliegende Lärmgrenzwerte, die vor allem nachts über dem zulässigen Grenzwert von 57 Dezibel liegen. Nahezu jährlich hakten Gemeinderäte in Friesenheim in öffentlichen Sitzungen nach, wann endlich die versprochene Lärmschutzwand komme. 2018 wurde mit einer frühesten Realisierung im Jahr 2019 gerechnet.

In einer Gemeinderatssitzung am 24. Juni 2019 wurde die Bevölkerung weiterhin vertröstet mit dem Argument: "Die Bahn wartet auf ein günstigeres Angebot." Von eine Sperrpause war die Rede, weil die Deutsche Bahn Netz AG die Ausschreibung für die Lärmschutzwand in Friesenheim mit Offenburg verwirklichen wollte. Über größere Mengen erhoffe sich das Unternehmen einen Synergieeffekt auf günstigere Angebote. Im Jahr 2016 wurden die Gesamtkosten für die Lärmschutzwand auf 350.000 Euro geschätzt. Mitte Mai 2019 hätten Angebote für die Bauausschreibung der beiden Lärmschutzwände in Friesenheim vorgelegen. Die Preise waren jedoch so hoch, dass eine weitere Verzögerung des Baus zwingend notwendig gewesen war, so hieß es in einer Stellungnahme der Deutsche Bahn Netz AG.