Vorsicht bei der Abfahrt. Ein Zug verlässt den Bahnhof von Wuhan. Foto: Fei Maohua/Xinhua/dpa

Peking und Pjöngjang erweitern nun das Angebot auf der Schiene. Hamburg und Berlin auch. Ein Vergleich aus mehreren Welten.

Das Hochgeschwindigkeitsnetz der Bahn gehört zu den beeindruckendsten Leistungen, die China in den vergangenen 20 Jahren vollbracht hat. Es ist noch nicht lange her, da brauchten Studenten drei Tage, um in mäandernden Bummelzügen von der Uni zurück in die Heimat zu gondeln. Heute dauert die Reise meist nur noch wenige Stunden, selbst bei größeren Entfernungen.

 

Langanhaltende Corona-Maßnahme

Die gut 1300 Kilometer von der Hauptstadt Peking bis nach Schanghai bewältigt der Schnellzug in viereinhalb bis knapp fünf Stunden. Die Entfernung entspricht in etwa der Strecke von Stuttgart nach Berlin und wieder zurück. Mehr als 40 Verbindungen gibt es pro Tag auf dieser Route – in jede Richtung wohlgemerkt. Verglichen damit ist die Fahrt von der chinesischen Hauptstadt ins nordkoreanische Pjöngjang eine ziemliche Zumutung. Obwohl die Strecke nur 1000 Kilometern lang ist, dauert der Trip einen ganzen Tag. Die Züge sollen viermal pro Woche in beide Richtungen verkehren – und das ist schon viel. Denn die Strecke lag in den vergangenen sechs Jahren brach.

Wahrscheinlich gibt es weltweit nur wenige Corona-Maßnahmen mit derart nachhaltigen Folgen. Aus Furcht vor Ansteckungen hatte Nordkorea die Verbindung 2020 gestrichen. An diesem Donnerstag nun soll sich der erste Zug wieder in Bewegung setzen. Nordkorea hofft auf zahlungskräftige Touristen. Doch vorerst werden vor allem Tickets an Chinesen verkauft, die in Nordkorea arbeiten oder studieren, sowie an Nordkoreaner, die im Ausland arbeiten, studieren oder Verwandte besuchen. Der nordkoreanische Diktator Kim Jong Un dürfte trotzdem hoffen, dass der Tourismus bald wieder richtig anrollt. Vor der Corona-Pandemie waren Chinesen im abgeschotteten Land die größte Touristengruppe.