Der Weichenbau am Hauptbahnhof Freudenstadt verzögert sich: Für Schenkenzell bedeutet das ein weiteres Jahr mit weniger Zughalten und Schienenersatzverkehr.
Bei der medienwirksamen Weichenbaumaßnahme am Hauptbahnhof Freudenstadt gibt es für die Gemeinden Schenkenzell und Loßburg eine gute und eine schlechte Nachricht. Zunächst die schlechte: Die Bauarbeiten beginnen erst im kommenden Jahr. Damit verlängert sich die für Schenkenzell unbefriedigende Situation mit reduzierten Zughalten und Schienenersatzverkehr mit Bussen um ein weiteres Jahr bis Anfang 2028.
In der Gemeinderatssitzung berichtete Bürgermeister Bernd Heinzelmann von einem Treffen der Deutschen Bahn mit der baden-württembergischen Konzernbevollmächtigten Clarissa Freundorfer, Projektleitern, Vertretern des Verkehrsministeriums sowie politischen Mandatsträgern aus der Region am Hauptbahnhof Freudenstadt. Bei den laufenden Planungen habe sich ergeben, dass mögliche Erschütterungen und Lärmemissionen ein Planfeststellungsverfahren erforderlich machen. Dieses habe die DB InfraGO inzwischen eingeleitet. Der Baustart sei nun für März 2027 vorgesehen, die Arbeiten sollen bis Ende 2027 dauern.
Arbeiten überwiegend nachts und am Wochenende
Die Bahn habe zugesichert, die Einschränkungen für Reisende so gering wie möglich zu halten. Es werde überwiegend nachts und an Wochenenden gearbeitet, eine Sperrung des Bahnhofs sei nicht geplant.
Erstmals sei nun auch offen davon die Rede, dass es sich nicht nur um „eine Weiche“, sondern um zwei Weichen und umfangreiche Anpassungen der Infrastruktur handle. Heinzelmann erinnerte in diesem Zusammenhang an Bahnexperte Georg Heinzelmann, der bereits im vergangenen Jahr auf die Notwendigkeit zweier Weichen hingewiesen hatte.
Umfangreiche Gleis- und Oberleitungsarbeiten
Aufgrund unterschiedlicher Höhenlagen der Gleise müssten diese auf einer Länge von rund 300 Metern neu gebaut und der gesamte Gleisoberbau erneuert werden. Dabei tausche die Bahn rund 1,5 Tonnen Oberbaumaterial aus, passe die Entwässerung an und ersetze 30 Betonschwellen. Auch die Oberleitungsanlage werde umfassend umgebaut: Rund zwei Kilometer Oberleitung würden erneuert, zwölf neue Masten errichtet und sieben bestehende zurückgebaut. Für den Winterbetrieb sei zudem der Einbau einer Weichenheizstation mit Technikgebäude geplant.
Die Verzögerung um ein weiteres Jahr sei ärgerlich, so Heinzelmann, aber angesichts des Verfahrens nicht vermeidbar. Zugesichert worden sei, dass der Bahnsteig in Schenkenzell für die neuen Elektrozüge ausreichend sei und nach Abschluss der Arbeiten wieder regulär angefahren werde.