Ihrem Frust über das Verkehrsaufkommen geben Anwohner der Kruttenau mit Plakaten zum Ausdruck. Foto: Bohnert-Seidel

Die Schutterner Ratssitzung am Dienstagabend nutzten Anwohner der Kruttenau, um ein weiteres Mal ihrem Ärger Luft zu machen: Die Belastung und Gefahr durch den Verkehr während der Bade- und Campingsaison sei nicht hinzunehmen.

Schuttern – Das Thema Verkehr ist bei den Anwohnern der Kruttenau auch nach der Sommersaison nicht vom Tisch. Betont wurde von den Anwohnern, dass sie sich Alleingelassen und von der Gemeindeverwaltung nicht ernst genommen fühlten. Briefe, die bisher geschrieben wurden, seien unbeantwortet geblieben. Vorgeschlagen wurde von den Anwohnern eine Umleitung des Badeverkehrs an den Wochenenden über das Gewerbegebiet "Segel". Dass dies abgelehnt worden ist, war für die beiden Sprecher der Anwohner Peter Wölfle und Alexander Fischer nicht nachvollziehbar. Das Argument eines irreführenden Schilderwaldes wollten sie nicht stehen lassen. Der Ortsvorsteher hat zum Gespräch mit allen Anwohnern eingeladen. "Gern bin ich bereit mit Euch allen über das Thema zu sprechen", so Kopf.

Dass in der Kruttenau während der Hauptbadezeit im Sommer an drei Monaten mächtig Betrieb und Autoverkehr ist, ist seit Bestehen des Baggersees bekannt. Für Entspannung sorgte im Sommer die Mitteilung der Gemeinde, dass Bakterien im Gewässer zu Hautausschlägen führen könnten. "Diese Meldung könnt ihr jeden Sommer verbreiten", schlug Wölfle vor. "Nie habe jemand bestritten, dass im Sommer mehr Verkehr durch die Kruttenau fährt", so Ortsvorsteher Kopf. Dass die Gemeinde nichts tue, das wollte er nicht stehen lassen. Immerhin habe die Gemeinde für einen verkehrsberuhigten Ausbau der Kruttenau gesorgt. Außerdem gebe es auch Fahrzeuge, die über das Gewerbegebiet führen.

"Im Zuge der Verkehrssicherheit und Übersichtlichkeit an der Kreuzung in die Kruttenau werden demnächst Halteverbotsschilder angebracht", versicherte Kopf. "In Halteverbotsschildern sehe ich keinen Sinn", monierte Fischer. Dann würden die Fahrzeuge weiter unten in der Straße parken. "Aber die Einsicht für die Verkehrsteilnehmer wird sich verbessern", konterte Kopf. Ratsmitglied Guido Leberl (CDU) merkte an: "Wir im Oberdorf haben das ganze Jahr über den Verkehr."

Um eine Diskussionsgrundlage zu haben, ließ Kopf eine Verkehrszählung und Geschwindigkeitsmessung vornehmen (siehe Info). Demnächst wird der Verkehr auch im Monat Oktober gezählt, wenn der Badebetrieb vorbei ist.

Kopf zeigt Verständnis für die Belange der Bewohner in der Kruttenau. In der Ratssitzung gab er jedoch zu bedenken, dass es Straßenabschnitte gebe, die diesen Verkehrsfluss das ganze Jahr über auszuhalten hätten. Außerdem müsse sich der Mensch daran gewöhnen, in der heutigen Zeit einen gewissen Verkehr zu ertragen. Laut Kopf fahren Täglich fahren 1500 Fahrzeuge durch die Straße Im Oberdorf, in der Hauptstraße sind es 4000 Fahrzeuge und in der Unterdorfstraße 3000 Fahrzeuge, so Kopf.

Im Schnitt täglich 1350 Fahrzeuge

In der Zeit vom Mittwoch, 27. Juli, 9 Uhr, bis Samstag, 20. August, 24 Uhr, wurde in der Kruttenau der Verkehr gezählt. Erstaunt zeigten sich alle Ratsmitglieder darüber, dass im Schnitt täglich 1350 Fahrzeuge, darunter auch Zweiräder, gezählt worden sind. Die Zahl müsste halbiert werden, weil der Zähler die Fahrzeuge in beide Richtungen addiert habe. "43 Prozent aller Fahrzeuge sind zu schnell gefahren", so Kopf. Gezählt wurden: Zweiräder 3166, Pkw 24 618, Transporter 3122, Lkw 990, Lastzug 112. In der Summe sind das 32 008 Fahrzeuge, hin und zurück. Da das Gerät den Camper vom Lkw nicht unterscheiden kann, dürfte die Zahlen für Lkw, Transporter und Lastzug auf entsprechende Campingmobile zutreffen. Die meisten Fahrzeuge wurden am Wochenende gezählt