Der Schreitbagger entfernt an der Absturzstelle Sträucher und Geröll. Im Hintergrund ist der abgestürzte Bagger zu sehen. Foto: Timo Beyer

Nachdem ein Bagger bei Arbeiten an der Murgtalbahn abgestürzt ist, laufen die Bergungsarbeiten auf Hochtouren. Wichtig dabei: zu verhindern, dass Hydrauliköl in die Murg gelangt.

Wo vor Kurzem noch ein dichter Wald den Forstweg vom Murgufer trennte, führt nun eine breite Schneise hinab zum Fluss. Auf der anderen Seite des felsigen Wasserlaufs ist eine geländegängige Baumaschine – ein sogenannter Schreitbagger – im Einsatz. Einige Meter weiter liegt der Bagger, der in der Nacht auf Montag bei Vegetationsarbeiten an der Murgtalbahn rund 20 Meter in die Tiefe gestürzt war.

 

Bereits am Dienstag hatte das Technische Hilfswerk eine Behelfsbrücke über die Murg gebaut. Diese wird benötigt für die Monteure und die Arbeiter, die am abgestürzten Fahrzeug zum Einsatz kommen sollen. Das erklärt Frank Weißmann, Leiter der Bahnmeisterei Forbach, vor Ort im Gespräch mit unserer Redaktion.

Die Schneise durch den Wald wiederum wurde von der Murgschifferschaft angelegt, wie Weißmann berichtet. Denn dieser gehöre auch das Waldstück, das für die Arbeiten teilweise gerodet werden musste. Die Schneise wird benötigt, damit der Schreitbagger von dem Forstweg zur Unfallstelle gelangen kann.

Für den Schreitbagger ist selbst das Flussbett kein Hindernis

Das felsige Bachbett zu durchqueren, ist dabei kein Problem für die Baumaschine. „Schreitbagger werden im alpinen und hochalpinen Gelände eingesetzt“, erklärt Weißmann. Die Maschine kann dabei jedes Rad, das sich jeweils an einem langen stählernen Bein befindet, einzeln bewegen. Oder wie es Weißmann ausdrückt: „Die können laufen.“

Ein solcher Schreitbagger wurde am Mittwoch nun eingesetzt, um den Bereich rund um die Absturzstelle von Sträuchern und Felsen zu befreien. Es werde dadurch Platz geschaffen, damit gefahrlos an dem abgestürzten Bagger gearbeitet werden könne, so Weißmann.

Der Schreitbagger ist so geländegängig, dass er auch durch das felsige Flussbett fahren kann. Foto: Timo Beyer

Wie genau die Bergung des Baggers dann ablaufen wird, ist noch offen. Weißmann skizziert im Gespräch zwei mögliche Szenarien. „Die erste Variante ist, man zerlegt ihn in seine Einzelteile, die sich dann mit dem Schreitbagger transportieren lassen“, erklärt Weißmann. Dafür könnten Teile abgeschraubt, andere durch das Lösen von Bolzen abgenommen werden.

„Die zweite Variante ist, man nimmt einen 30-Tonnen-Bagger, richtet das Fahrzeug als Ganzes auf und zieht es auf die andere Flussseite“, so Weißmann. Aber auch ein Mittelweg ist offenbar denkbar. So könnten laut dem AVG-Mann vorab auch einzelne Teile abgeschraubt werden, damit der Bagger vor dem Abtransport leichter wird.

Frank Weißmann von der AVG Foto: Timo Beyer

Dabei ist eine Sache ganz besonders wichtig: „Das Ziel ist es, dass wir den Bagger bergen und dabei so wenig Flüssigkeit wie möglich verlieren“, betont Weißmann. Denn in der schwer beschädigten Bau-Maschine befinden sich noch immer verschiedene Betriebsstoffe, die nicht in die Murg gelangen sollen.

„Die Hauptmenge ist Hydraulikflüssigkeit“, erklärt Weißmann. Dabei handele es sich allerdings um ein biologisch abbaubares Öl. „Das ist ähnlich wie Salatöl“, so Weißmann. Im Rahmen der Bergung soll es abgepumpt werden.

In dem schwer beschädigten Bagger befinden sich noch immer Betriebsstoffe. Foto: Beyer

Zur Sicherheit wurden aber auch weitere Maßnahmen ergriffen. So habe die Feuerwehr unmittelbar nach dem Unfall Ölsperren im Fluss angebracht. Und am Mittwoch wurde mit dem Schreitbagger ein kleiner Damm auf der linken Uferseite errichtet, der verhindern soll, dass das Wasser der Murg direkt an der Unfallstelle vorbeiläuft. Die Idee: Sollten bei den Arbeiten unbeabsichtigt doch Betriebsstoffe auslaufen, würden diese nicht sofort im Wasser landen.

Derweil bleibt aber unklar, ob unmittelbar nach dem Unfall bereits Betriebsstoffe in den Fluss gelangt sind. „Das ist nicht ausgeschlossen“, meint Weißmann.