Das Areal des alten Calwer Bauhofs soll komplett umgestaltet und der Natur überlassen werden.
Der Alte Bauhof weicht bald komplett der Natur, wenn es nach der Stadt Calw geht. Entstanden ist die Idee im Bürgerforum Calw. Nun wird es konkret.
Die Maßnahme soll bei der kommenden Sitzung des Gemeinderates (GR) beschlossen werden. Im Bau- und Umweltausschuss (BUA) wurde das Projekt nun bereits vorgestellt.
In der Sitzungsvorlage werden die Maßnahmen beschrieben: „Die Entfernung der Asphaltdecke, die naturnahe Ufergestaltung und die Pflanzung von Bäumen und Sträuchern schaffen Lebensräume für verschiedenste Tier- und Pflanzenarten.“
Die Maßnahme mildere darüber hinaus „den urbanen Hitzeinseleffekt durch Verdunstung und bietet bei Hochwassern natürlichen Schutz. Zudem wird auf der Fläche ein naturnaher Erholungs- und Erlebnisraum geschaffen, der an bestehende Rad- und Wanderwege, wie den Nagoldradweg, angebunden wird“.
1,2 Millionen Euro Kosten
Somit trage das Projekt nicht nur zu Klimaschutz und Biodiversität bei, sondern erhöhe auch den Freizeitwert und die Lebensqualität. Der Uferweg knüpfe im Süden an die Brücke zur Walter-Lindner-Sporthalle an und erschließe die ufernahen Aufenthaltsflächen.
Rund 1,2 Millionen Euro kostet das Ganze, teilt Andreas Quentin, Leiter des Fachbereichs Planen und Bauen, mit. Finanziert werden soll es durch Fördermittel des Bundesministeriums für Umwelt und Naturschutz. „Der Bewilligungsantrag ging gestern raus ans Ministerium. Wir sind guter Dinge, es gab gute Signale aus Berlin“, so Quentin dazu.
Eine Schadstoffuntersuchung wurde vor Ort bereits gemacht, erzählt er außerdem. Vorgefundenes „Asbest, alte künstliche Mineralfasern und teerhaltige Stoffe“, heißt es in der Vorlage, sowie alte unterirdische Tanks bei der früheren Tankstelle, so Quentin, müssen im Zuge der Arbeiten entfernt werden.
„Schandfleck muss weg“
„Unglaublich“ findet Oberbürgermeister (OB) Florian Kling, was sich da alles auf, im und unter dem Erdreich befindet „so nah an der Nagold!“.
Der Bauausschuss war sich einig und Johannes Schwarz (Grüne) brachte es auf den Punkt: „Der Schandfleck muss weg.“ Den geplanten flachen Uferzugang zur Nagold fand Christoph Perrot (Freie Wähler) besonders gut. Mit der Umgestaltung werde auch dieser Ortseingang aufgewertet, so Perrot.
Mit einer Enthaltung stimmte der BUA den Plänen zu. Der OB merkte noch an, dass der nächste Schritt nach Vollendung der Renaturierungsmaßnahmen sein könnte, sich mit der angrenzende Georg-Baumann-Halle zu beschäftigen.