Das Restaurant im Bären steht kurz vor der Eröffnung, doch über dem Hotelbetrieb ziehen dunkle Wolken auf.
Zum Thema Bären gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute: Die Eröffnung des Restaurants liege laut Pächter im Zeitplan und soll noch vor der Fasnet, am 1. Februar, erfolgen. Die schlechte: Hinter der Wiedereröffnung des Hotels steht ein dickes Fragezeichen.
Gurbet und Herolind Rexhepi hatten sich Ende des vergangenen Jahres entschlossen, den Betrieb von Hotel, Bärensaal und Restaurant zu übernehmen. Das Restaurant haben sie an Maurizio und Rosa Palmisciano unterverpachtet. Während die Bewirtschaftung des Bärensaals bereits angelaufen ist, besteht beim Hotel offenbar noch Klärungs- und Verhandlungsbedarf.
Unterschrift fehlt
„Wir sind uns mit dem Eigentümer noch nicht einig geworden“, sagt Gurbet Rexhepi auf Anfrage. Eigentümer des Bären-Komplexes ist das Unternehmen SRG Immobilien (Bad Wurzach) von Siegmar Götz.
Eigentlich wollte das Pächterehepaar das Hotel zum 1. Februar eröffnen. Daraus wird nun voraussichtlich zunächst nichts. Noch im vergangenen November hatten die Rexhepis gegenüber unserer Zeitung betont, das Hotel mit seinen 18 Zimmern und vier Appartements sehe „super aus und sei auf dem aktuellen Stand“. Warum nun diese Wendung?
Eigentümer hält sich zurück
Nach unseren Informationen liegen am Gebäude bauliche Mängel vor, die den Hotelbetrieb mindestens einschränken, wenn nicht sogar für längere Zeit unmöglich machen könnten. Augenzeugen berichten, dass bereits im vergangenen Sommer nicht mehr alle Zimmer vermietet werden konnten, weil Fenster und Türen im Hotel nicht mehr richtig schlossen, beziehungsweise sich teilweise gar nicht mehr öffnen ließen. Zudem soll es Risse in Decken geben; die Rede ist sogar davon, dass sich „das Gebäude leicht nach vorne neige“.
Der Eigentümer wollte „zum jetzigen Zeitpunkt dazu keine Auskunft erteilen“, wie uns telefonisch seitens der SRG Immobilien mitgeteilt wurde.
Risse und Verschiebungen?
Personen, die das Haus gut kennen, schildern folgendes Szenario: Eine nachträglich eingebaute Lüftungsanlage führe vom Restaurant bis unters Dach, wo Ventilatoren installiert seien. Für die Rohre seien auf jeder Etage Löcher in Böden, beziehungsweise Decken gebohrt und anschließend mit Ziegelsteinen „großzügig“ ummauert worden. Deren Gewicht sowie die durch die Rohrdurchführungen geschwächte Deckenkonstruktion könnten unter anderem für Risse und Verschiebungen verantwortlich sein.
Was weiß die Stadt davon?
Das sagt die Stadt
Die Stadtverwaltung in unmittelbarer Nachbarschaft habe von all dem „keine Kenntnis“, teilt Pressesprecher Hannes Hermann auf Anfrage mit. „Der Komplex Bären befindet sich in Privatbesitz. Der Baurechtsbehörde liegen über eine Neigung des Gebäudes ‚nach vorne‘ (nach Bauarbeiten) keine Kenntnisse vor.“ Weiter heißt es: „Sobald die Baurechtsbehörde von möglichen Gefährdungen im Rahmen ihrer Zuständigkeit Kenntnis erlangt, kümmert sie sich unverzüglich darum; konkret mit dem Ziel, dass eine mögliche Gefährdung ausgeschlossen oder – falls vorhanden – durch die erforderlichen Maßnahmen beendet wird.“
Nicht ganz eindeutig ist allerdings ein weiterer Satz aus der Stellungnahme: „Bevor konkrete Aussagen getroffen werden können, ist ein anstehender Termin mit der Hausverwaltung abzuwarten.“ Bleibt die Frage: War die Stadt doch informiert – oder wird sie nun erst durch unsere Anfrage aktiv? Warten wir’s ab.